Star Trek ist für mich immer dann am Besten, wenn sich in den Personen eine Entwicklung abzeichnet und die üblichen Klischees weggelassen werden.
Die vielleicht zum x-ten Mal aufgewärmte Geschichte Kirk gegen den Computer hat sich dabei nicht so störend in den Vordergrund gedrängt, weil sie hier eher die Entwicklung der Personen transportiert.
James T. Kirk macht seinen Job als Admiral und darf zur Abwechslung mal wieder seinen Schreibtisch verlassen. Nach wie vor befindet er sich mit Großadmiral Nogura im Clinch um seine Bestimmung.
Vielleicht als ein Versuch der Beschwichtigung soll Kirk als offizieller Beobachter an einer Simulation teilnehmen,die ein voll automatisiertes Superraumschiff testen soll.Dieses Szenario, zu dem auch Beobachter aus gegnerischen Lagern geladen sind, entwickelt sich zu einer Katastrophe, die den interstellaren Frieden gefährdet.
Der gigantische Raumer, der unsprünglich für Rettungseinsätze konzipiert war,entwickelt fatales Eigenleben und wird zur Bedrohung. Einzig der durchgeknallte Wissenschaftler Myron Shulman hat noch Kontrolle über seine Schöpfung.
McCoy ist nach zwei Jahren Tätigkeit in der Forschung ebenfalls als wissenschaftlicher Beobachter bei der Simulation zugegen. Seinen Freund Jim Kirk hat er genauso lange nicht mehr gesehen. Hier lässt Dillard den Doktor endlich sein volles Potenzial ausspielen und ihn sehr kompetent und besonnen agieren.
Spock hat sich zurückgezogen und ist Kolinahr- Adept.So sehr er sich dagegen wehrt, fühlt er doch die schwache telepathische Verbindung zu seinen beiden Freunden und hat die ganze Zeit über den Eindruck, sie schwebten in Gefahr.Sein Kampf bezieht sich auf diese "unvulkanischen" Anwandlungen.
Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass alle drei Charaktere getrennt agieren und sich anscheinend damit abgefunden haben,sich nicht wieder zu begegnen.Trotzdem macht Dillard sehr schön die Verbindung zwischen ihnen deutlich.
"Sabotage" ist als jüngster ihrer Classic- Romane der Ausgereifteste.Es wirkt am Meisten wie aus einem Guss.Alle Handlungsebenen sind gut aufeinander abgestimmt und bilden ein sehr spannendes Szenario ohne Längen und Ungereimtheiten.
Natürlich müssen die 4 Bücher der "Lost Years- Saga"- "Die Verlorenen Jahre", "Ein Sumpf von Intrigen" (von L.A. Graf), "Eine Flagge voller Sterne"(von Brad Ferguson) und "Sabotage"- auf den Star Trek-der Film- Roman hinarbeiten und die Verbindung zwischen ihm und der Vergangenheit knüpfen.Das ist Jeanne M.Dillard in ihren Romanen gelungen.