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Sabotage (Live)

John Cale Audio CD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD (1. Juni 2007)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Cadiz Music Ltd (Soulfood)
  • ASIN: B0000258B0
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Vinyl
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 322.485 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. Mercenaries (Ready for war)
2. Baby you know
3. Evidence
4. Dr. Mudd
5. Walkin' the dog
6. Captain Hook
7. Only time will tell
8. Sabotage
9. Chorale
10. Chickenshit
11. Memphis
12. Hedda Gabler
13. Rosegarden funeral of sores

Produktbeschreibungen

Produktbeschreibungen

SABOTAGE

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Als die Dead Kennedys 1980 die Schwarzweissfotografie einer nächtlichen Massenkarambolage auf das Cover ihres Debütalbums Fresh Fruit For Rotting Vegetables taten, löste das Empörung auch bei Leuten aus, die sonst nicht eben zimperlich waren. Keiner von ihnen dürfte bis dahin das Cover der (damals nur als Import, also schwer erhältlichen) LP Sabotage des früheren Velvet Underground John Cale zu Gesicht bekommen haben: die perfide Darstellung Cales als Negativfotografie, mit einer Atombomben-Explosion als Hintergrund. Ob Cales psychischer Zustand, dessen Last ihn ein paar Jahre und Alben später in die kreative Pause zwingen sollte, sich hier ausdrückt, sei dahingestellt. Was man defintiv hört, ist ein Mann, der innerlich bebt und äußerlich wütet; gegen die Welt, das eigene Sein und das Schweigen nach der Sinnfrage. Ein Mensch, der versucht, seine extremen Ängste auf kreative Weise kontrolliert zum Ausdruck zu bringen: eine Zeitbombe, die Explosivität könnte nicht grösser sein.

Sabotage, live mitgeschnitten im New Yorker CBGB im Juni 1979, ist reine Klaustrophobie, eine der radikalsten Aufnahmen des Rock'n'Roll, die bis heute viele, die sich aus vergleichbaren Positionen heraus explizit zu vergleichbaren Thematiken äußern, fast harmlos erscheinen lässt. Cales Hass ist reif, unerbittlich, unanfechtbar, systematisch und niemals kopflos. Ebenso radikal wie subtil entstellt der ausgebildete Orchestermusiker und Cage-Schüler die von Perkussionistin Deerfrance gesungene, trügerisch hübsche Ballade "Only Time Will Tell" durch eine einzelne, wohlgesetzte disharmonische Note, pervertiert den Rock'n'Roll mit den eigenen Mitteln eiskalt zum Kriegsruf: "Let's go to Moscow!", und lässt auch an Rufus Thomas' Klassiker "Walkin' The Dog" kein gutes Haar. Exzellente Band in dieser Entsprechung mit u.a. dem (kurz darauf verstorbenen) Ex-Contortion George Scott, dessen knurrend kriechender Bass einem wirklich den letzten Nerv rauben kann, und dem späteren Lounge-Lizards-Drummer Doug Bowne. Eine ähnliche Platte existiert nicht. --Rolf Jäger


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5.0 von 5 Sternen Underground, purer Underground! 26. August 2006
Von grisu-zu
Format:Audio CD
Über diese Scheibe kann man ein halbes Buch schreiben. -Oder nur ein paar prägnante Zeilen. Ich versuch's mit Letzterem.
Über John Cale noch Worte zu verlieren, erspar ich mir und den Lesern. Wer sich für diese Scheibe interessiert ist weder Popper, Hip-Hopper noch 08-15-Hörer. John Cale ist also schon ein Begriff.
Doch Cale hat zwei Gesichter: Dass des progressiven, musischen und vor allem auch 'erzählenden' Rockmusikers und das, das er auf dieser Scheibe (und eigentlich nur auf dieser Scheibe) zeigt. Ein lautes, hartes, grässlich beängstigendes Gesicht. Eine Fratze fast. Voller Graus, Zorn, Hass und Radikalität.
'Sabotage' ist eine CD, die vor allem eins ist: ROCK 'N' ROLL bzw. dass, was Rock 'n' Roll einst einmal war. Eben laut, hart und radikal. Klar, dass was wir hier hören hat mit dem einstigen R'n'R nix, aber rein gar nix zu tun. Musikalisch ist diese Scheibe eher dem Underground der späten 60er Jahre zuzuordnen. -Nur dass der selten so zornig und entsetzlich war, wie Cale ihn hier zelebriert.
Die Takes bewegen sich zwischen hochkarätigen Psychedelic-Nummern ('Captain Hook', 'Coral', 'Hedda Gabler'), mehr oder weniger harten und/oder melodiösen Rock ('Mercenairies', 'Baby you know', 'Evidence' oder 'Memphis') bis hin zu eher zarten, fast zerbrechlichen Musikgebilden wie 'Only time will tell'. Dazu kommen der herrlich schräg intonierte Thomas-Klassiker 'Walking the dog' und das ätzende (im positiven Sinn!) 'Chickenshit'.
Die irrsinnigsten Takes sind aber in jedem Fall das wilde, zerfahren-schräge 'Sabotage', dass in dieser Form auch einem Captain Beefheart gut zu Gesicht gestanden hätte, sowie das direkt in die Hauptnervenstränge dringende 'Rosegarden...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch aufregend! 29. November 2013
Von V-Lee TOP 500 REZENSENT
Format:Vinyl
1979 war ,Sabotage` wahrscheinlich eine der kompromisslosesten Rock Alben überhaupt und auch wenn diese Scheibe gerne mit dem Etikett ,Underground` versehen wird, so war Sie eigentlich ,nur` ein härteres update zu dem Garage Rock den Cale einst mit VU zu pflegen spielte. Allerdings ist diese Platte sehr ungemütlich, aber - auch 34 Jahre später - immer noch aufregend.

Der opener, das Lied über die Söldner, ist zynisch, dreckig gespielt, aber auch aufrüttelnd vorgetragen und Ende der 70er galt das tatsächlich als Underground - in den 90ern hätte man das wohl Grunge mit Rock'n'Roll Einschlag genannt. Kein Wunder, dass Bauhaus diese Nummer später coverten, denn Sie passte perfekt zum frühen gothic Sound der Engländer. ,Baby You Know` klingt wie die Vorlage für U2's Version von ,All Along The Watchtower` und diese Parallele ist gar nicht weit hergeholt, gaben sich doch Bono + Co zu just dieser Zeit noch einem punkig-new wavigen Sound hin. Die kratzige lead Gitarre von Mark Aaron, die Marc Ribot wohl sehr genau studiert haben dürfte, sägt auf ,Evidence` dann so richtig rein; gefolgt wird dieser seht starke Rocksong von ,Dr. Mudd`, das auf einem Disco-Beat reitet, dafür aber keineswegs weniger rockig ist - passt perfekt zur damaligen New Yorker ,No-Wave` Szene.

Rufus Thomas` ,Walkin` The Dog` wird dann langsamer und sehr Garage-sounding interpretiert. Hat nicht ganz die böse Aura von Cale's ,Heartbreak Hotel` Version, geht aber schon in diese Richtung.
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