Ich habe mit großem Interesse angefangen, diese Biographie zu lesen, war dann aber doch eher enttäuscht davon.
Positiv ist, dass man einen kleinen Einblick in die Entstehung der Psychoanalyse erhält (aber dazu gibt es sicher noch bessere und ausführlichere Bücher).
Negativ fand ich, dass zwar ein Sammelsurium an Fakten präsentiert wird, auch viele Zitate aus Krankenberichten oder Tagebuchaufzeichnungen, dass aber die Persönlichkeit und die innere Logik von Sabina Spielrein nicht klar herausgearbeitet wurde. Der "Mensch" Sabina Spielrein wird nicht plastisch erfahrbar. Ihre Beziehung zu C.G. Jung bleibt seltsam diffus, obwohl sie durch ihn ja ganz enorm geprägt wurde. Ihre Ehe wird nur auf wenigen Seiten beschrieben, das Verhältnis zu ihren Kindern wird ebenfalls fast nur dann erwähnt, wenn sie diese als Fallstudien für ihre psychoanalytische Arbeit verwendet. Ihre wesentlichen Entscheidungen in ihrem Leben, wie z.B. zu heiraten, ihre Umzüge, ihr Verbleiben in Rostow, obwohl das grausame Ende in Sicht ist, werden nur berichtet, aber nicht hinterfragt, bzw. aus dem Material heraus erklärt.
Ihre Schönheit wird zwar häufig erwähnt, ist aber anhand der wenigen Bilder, die auch noch von sehr schlechter Qualität sind, nicht nachvollziehbar.
Kurz und gut: Es gibt spannendere und interessantere Biographien!