Merkwürdinge Dinge passieren in Paris. Ein Unbekannter knöpft sich verschiedene Wohnhäuser vor und bemalt die Türen mit einer schwarzen, seitenverkehrten 4. Allerdings lässt er immer eine Tür im Haus unbemalt. Zeitgleich beauftragt er einen "Vorleser" der täglich Nachrichten aus der Nachbarschaft verkündet. Diese Briefe sprechen von der Pest, die Paris bald erneut heimsuchen wird.
Die Polizei gibt sich eher gelassen, nur Kommissar Adamsberg ahnt, das etwas im Gang ist. Schon bald findet man die ersten Toten. Alle mit den typischen Flecken vom schwarzen Tod befallen. Die Stadt gerät in Panik vor einer Seuche.
Regisseur Regis Wargnier ist erstmal ein Riesenkompliment zu machen. Er hat sich nämlich wirklich mit der Materie auseinander gesetzt und hier keinen Mumpitz serviert. Dazu hat er ein Team von Wissenschaftlern um sich rum geschart, die sich mit der Pest wirklich auskennen. Die Geschichte selbst ist eine Romanverfilmung von der Autorin Fred Vargas, deren Roman in Deutschland den Titel "Fliehe weit und schnell" trägt.
Das ist aber nicht alles was ihm gelungen ist. In ruhigen Bildern erzählt er hier eine unglaublich spannende Geschichte um einen etwas anderen Serienkiller und lässt hier wirklich interessante Dinge aus der Vergangenheit in die Ereignisse einfließen. Die Dialoge sind sehr gut gelungen und trotz der ruhigen Inszenierung ist die Spannung auf einem sehr hohen Niveau. Zudem gibt es hier keine langweiligen Szenen oder Füllmaterial. Man klebt die gesamte Spieldauer am Bildschirm. Paris ist zusätzlich wundervoll fotografiert worden. Nicht die üblichen Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr kleine Straßen und Plätze die ein intensives Stadtbild abgeben. Natürlich gibt es auch mal Verfolgungsjagden und rasantere Abläufe, aber die Ermittlungsarbeit bleibt im Vordergrund, wobei sich Adamsberg sehr auf seine Intuition verlässt, was wohl der Romanvorlage entspricht.
Die Darsteller sind zudem hervorragend. Jose Garcia als Kommissar und die wirklich bezaubernde Marie Gillain, liefern tolle Leistungen wie auch die restliche Crew ab. Musikalisch gibt es ebenfalls absolut nichts zu kritisieren, da der Score sehr stimmig ist. Er hinterläßt zwar keinen Ohrwurm, aber unterstreicht das Szenario äußerst stimmig.
Schade das der Film (mal wieder) hierzulande kaum bekannt ist.
Für Freunde des ruhigen aber wirkungsvollen Thrillers, eine absolute Pflichtveranstaltung!
Schön ist auch das man auf der DVD sogar mal ausnahmsweise brauchbares Bonusmaterial vorfindet. Neben den obligatorischen Dingen, gibt es auch einen höchst interessanten Bericht von Wissenschaftlern die über die Pest informieren und zeitgleich über ihre Mithilfe am Film berichten.
Also nicht nur der übliche "Es war so toll,mit dem Regisseur zu arbeiten und das Essen war super" Mist, den man sonst zu sehen bekommt.