Es ist Bret Easton Ellis' Technik, den Leser zu Beginn in eine unwiderlegbare Normalität zu versetzen und ihn nach und nach spüren zu lassen, daß er sich mitten im Ungeheuerlichen befindet. Diese Bewegung durchzieht das ganze Buch, in dessen letzten Kapiteln Vampire und Außerirdische auftreten, ohne sonderlich zu verblüffen, obwohl der Ort der Handlung noch immer das L.A. der achziger Jahre ist. Außerdem wird diese Entwicklung in jeder Geschichte nachvollzogen. Zum Beispiel in den "Briefen aus L.A.", in denen ein lebenslustiges Mädchen sich ohne es zu merken völlig verwandelt, bis sie so abgebrüht wird, daß es einem gruselt. Ellis' Thema ist die Unfähigkeit der modernen Menschen, irgendeine Beziehung aufzubauen, seine Protagonisten versinken in nur von Sex und Gewalt durchbrochener Apathie. Das betrifft den Rockstar auf Japan-Tournee, dessen Ausbrüche von den Produzenten vertuscht werden genauso wie den Manager, der mit seinem Sohn nach Hawaai in den Urlaub fliegt, und der die Tatsache, daß beide miteinander keinen Satz von Bedeutung wechseln können, nur durch die ständige Zufuhr von Drinks erträgt. America takes drugs in psychic defense. Das schlimmste an diesen Geschichten ist, daß man ihnen nicht entkommen kann, sie beschreiben genau das, was man täglich im Fernsehen und in den Illustrierten sieht, nur daß man dort vor den Schlußfolgerungen bewahrt wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)