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SPQR I - Ein Krimi aus dem alten Rom - Sonderausgabe
 
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SPQR I - Ein Krimi aus dem alten Rom - Sonderausgabe [Taschenbuch]

John Maddox Roberts , Kristian Lutze
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (64 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 280 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442552249
  • ISBN-13: 978-3442552245
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (64 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.150 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

John Maddox Roberts
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

John Maddox Roberts, 1947 in Ohio geboren, machte sich zunächst als Autor zahlreicher Science-Fiction-Romane einen Namen. Sein erster historischer Kriminalroman »SPQR« wurde 1991 für den Edgar Allan Poe Award nominiert und war der Beginn einer Serie ausgesprochen erfolgreicher Romane mit dem Helden Decius Caecilius Metellus.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wie jeden Morgen seit meiner Wahl in die Kommission der Sechsundzwanzig empfing ich den Hauptmann der örtlichen Vigilien in meinem Atrium. Ich bin von Natur aus kein Frühaufsteher, und keine der Pflichten, die mein Amt mit sich brachte, war mir lästiger. Es war noch dunkel, und meine wenigen Klienten ließen sich um diese Zeit noch nicht blicken. Die Truppe der Vigilien hockte verschlafen auf einer Bank an der Wand des Atriums, während mein alter Hausmeister ihnen Becher mit saurem, dampfend heißem und mit Wasser verlängertem Wein servierte.
»Keine Brände heute nacht. Praefect«, wußte der Hauptmann zu berichten. »Zumindest nicht in unserem Bereich.«
»Den Göttern sei Dank«, sagte ich. »Irgendwo sonst?«
»Drüben, in der Nähe der Arena hat es eine Feuersbrunst gegeben. Wir konnten sie von der Kuppe des Viminal deutlich erkennen. Vielleicht brennt es dort noch immer.«
»Aus welcher Richtung kommt der Wind?« fragte ich besorgt. Wenn eines dieser Ollagerhäuser zwischen dem Circus und dem Fluß Feuer fing, konnte bis Mittag die ganze Stadt in Flammen stehen.
»Aus dem Norden.«
Ich stieß einen Seufzer der Erleichterung aus und gelobte, Jupiter eine Ziege zu opfern, wenn er den Boreas heute weiter wehen ließ. »Sonst noch was?«
»Zwei Hauseigentümer haben Einbrüche gemeldet« - der Hauptmann unterdrückte ein Gähnen - »und wir haben eine Leiche gefunden, in der Gasse zwischen der syrischen Apotheke und der Weinhandlung des Publius.«
»Ermordet?« fragte ich.
»Erwürgt. Allem Anschein nach mit einer Bogensehne. Wir haben Publius aus dem Bett geholt und verhört, und er sagte, der Name des Toten sei Marcus Ager und daß er seit zwei Monaten ein Zimmer über der Weinhandlung gemietet hätte.«
»Ein Freigeborener oder ein Freigelassener?« wollte ich wissen.
»Muß sich um einen Freigelassenen handeln, denn ein paar meiner Männer meinten, daß sie in ihm einen thrakischen Dolchkämpfer wiedererkannt hätten, der unter dem Namen Sinistrus aufgetreten sei. In den letzten beiden Jahren hat er allerdings nicht mehr gekämpft. Vielleicht hatte er sich auch genug zusammengespart, um sich freizukaufen.«
»Dann ist es ja kein großer Verlust. Gehörte er zu Macros Bande oder zu einer der anderen?«
»Soweit ich weiß, nicht«, sagte der Hauptmann und zuckte mit den Schultern.
»Das macht mir nur noch mehr Arger. Jetzt muß ich sämtliche Listen der staatlichen Getreideversorgung durchgehen, um festzustellen, ob er seinen Wohnsitz wirklich in diesem Teil der Stadt hatte. Und dann muß ich versuchen, seinen früheren Besitzer ausfindig zu machen. Es könnte ja sein, daß er Anspruch auf den Leichnam erhebt.« Ich halte allgemein nicht viel davon, ehemalige Gladiatoren in die Freiheit zu entlassen. Ein Mann, der Jahre seines Lebens damit verbracht hatte, mit Erlaubnis zu töten, wird sich aller Wahrscheinlichkeit als verantwortungsbewußter Bürger schwertun. Normalerweise verschleudern sie ihre Ersparnisse in den ersten Monaten nach ihrer Freilassung, schreiben sich dann in die Frumentations-Listen ein, bevor sie sich einer Straßenbande anschließen oder sich als Leibwächter für irgendeinen Politiker verdingen.
Trotzdem war ich dankbar, daß es nur einen Mordfall gegeben hatte, in dem ich ermitteln mußte. Nach einer Nacht, in der die Banden unruhig gewesen waren, konnte es durchaus vorkommen, daß ein Dutzend Leichen oder mehr in den Hinterhöfen und Gassen gefunden wurden. Wir hatten gerade die plebejischen Spiele gefeiert, und nach einem großen Fest war die Stadt normalerweise ruhig - für ein oder zwei Tage jedenfalls.
Sie, wer immer Sie sein mögen, müssen sich vorstellen, daß es in Rom, Gebieterin über die halbe Welt, in jenen Tagen etwa so wild zuging wie in einem Dorf von Nilpygmäen. Römische Soldaten sorgten zwar in Hunderten von Städten für Ruhe und Ordnung, aber kein einziger Soldat patrouillierte in den Straßen Roms. Das verbat die Tradition. Statt dessen wurde die Stadt von den Straßenbanden kontrolliert, von denen jede unter dem Schutz einer mächtigen Familie oder eines Politikers stand, für die sie Aufträge erledigten, die sie oft genug mit den Strafverfolgungsbehörden in Konflikt brachten.
Ich entließ die Vigilien in ihren lang ersehnten Schlaf und empfing kurze Zeit später meine Klienten. Ich stand damals ganz am Anfang meiner Karriere, müssen Sie wissen, und hatte daher nur wenige Klienten: ein paar zur Familie gehörige Freigelassene, ein aus der Armee entlassener Soldat aus der Legion, in der ich kurze Zeit gedient hatte, und eine Haushälterin aus einer ländlichen Plebejerfamilie, die traditionell unter dem Schutz der Caecilii stand. Ich hätte genausogut gar keine haben können, aber mein Vater bestand darauf, daß ein Mann, der seine ersten Schritte im öffentlichen Leben machte, ein paar Klienten haben mußte, die ihm jeden Morgen ihre treue Ergebenheit erklärten und ihm so Würde verliehen. Sie begrüßten mich als ihren Patron und fragten, ob ich an diesem Tag ihrer Dienste in irgendeiner Form bedürfe. Es würde noch einige Jahre dauern, bevor ich tatsächlich ein Gefolge von Klienten brauchte, aber so waren eben die Sitten.
Mein Hausmeister brachte ihnen kleine Leckereien, die sie in ihre Tücher wickelten, und dann zogen wir alle gemeinsam los, um meinen Patron zu besuchen. Dabei handelte es sich um meinen Vater, Decius Caecilius Metellus den Alteren, Träger eines uralten und stolzen Namens, der jedoch allerorten als »Stumpfnase« bekannt war, seit sein Gesicht einem cimbrischen Schwert in die Quere geraten war, als er unter General Marius gedient hatte. Er erzählte unaufhörlich von dem Feldzug und hielt den großen Sieg vor allem für sein Verdienst. Manchmal, nach ein paar Krügen Wein, gab Vater zu, daß auch Marius eine gewisse Beachtung verdiene.
Vater, ein alter Römer durch und durch, hielt seinen Hausmeister an einer Kette am Torpfosten. Jedermann konnte erkennen, daß das Kettenglied, das am Knöchel des Mannes befestigt war, nur ein Haken war, den der Mann jederzeit lösen konnte.
»Decius Caecilius Metellus der Jüngere«, verkündete ich, »und seine Klienten sind gekommen, um unserem Patron die Ehre zu erweisen.«
Der Sklave führte uns ins Atrium, in dem sich bereits die anderen Klienten meines Vaters drängten, von denen er einen stattlichen Haufen unterhielt. Er war in jenem Jahr Praetor urbanus, ein sehr würdevolles Amt. In zwei Jahren würde er für das Konsulat kandidieren, und ein Mann, der zahllose weitschweifige Reden zu halten hatte, brauchte eine ansehnliche Schar von Bewunderern. Etliche der an diesem Morgen anwesenden Männer hatten sich ihre Stimme auf Dauer ruiniert, weil sie während Vaters Karriere als Anwalt vor Gericht bei jedem vorgetragenen Argument und jeder spitzfindigen Formulierung in Jubel ausbrachen. Heute war Gerichtstag, also waren Vaters Liktoren da, gestützt auf ihre mit einem Rutenbündel umhüllten Beile. Wenigstens würde Vater in diesem Jahr den Verhandlungsvorsitz innehaben und nicht mehr selbst plädieren - eine große Erleichterung für alle anwesenden Ohren und Kehlköpfe.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
155 von 160 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
SOKO antik 21. Oktober 2002
Von sf-jens
Format:Taschenbuch
Nachdem die Vegilien eines Morgens eine Leiche in den Straßen von Rom finden, fühlt sich Decius Caecilius Metellus der Jüngere für diesen Fall verantwortlich, da dieser Mord in dem Distrikt stattfand, für den er zuständig ist. Er beginnt Ermittlungen, die ihn schon bald in eine prekäre Lage bringen, denn er stellt fest, daß es um mehr als nur um einen getöteten und unbedeutenden Gladiator geht. Mächtige und einflußreiche Leute sind in die Angelegenheit verwickelt, stellt sich heraus, auch wenn Decius einige Zeit braucht, um diese Zusammenhänge zu verstehen. Doch bevor er den Fall endgültig lösen kann, wird er auf einmal von allen Seiten bedrängt. Man versucht ihn zu bestechen, einzuschüchtern und sogar zu ermorden. So muß sich Decius entscheiden, was ihm wertvoller ist: die Genugtuung den Fall zu lösen oder am Leben zu bleiben.
Dies ist ein gnadenlos gutes Buch. Dem Autor ist es auf eindrucksvolle Weise gelungen, nicht nur einen spannenden, nie langweiligen Roman zu schreiben, sondern dabei auch eine Stimmung und Atmosphäre zu schaffen, die einem das alte Rom und das Leben dort richtig nahe bringt. Man begegnet vielen authentischen Personen aus der Geschichte, so z.B. dem großen Cäsar, als der noch jung und unbedeutend war. Das Umfeld, der Alltag, einfach alles was so passiert, ist gut recherchiert und flüssig in das Geschehen eingefügt. Das Buch ist eine geniale Mischung aus Krimi, lockeren Geschichtsunterricht und Vergnügen pur. Eigentlich sollte der Roman 6 Sterne erhalten.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
74 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein ausgezeichnetes Buch! 11. August 2002
Von D. Haardt
Format:Taschenbuch
Kein historischer Roman im klassischen Sinne (schon allein aufgrund der Länge von "nur" ca. 265 Seiten Text), aber dennoch, oder gerade deshalb, äußerst lesenswert! John Maddox Roberts versteht es, das politische und das Alltagsleben des Antiken Roms auf flüssige, nicht lehrhafte oder aufgesetzte Art und Weise in seine Romane einzustricken. Sicher, bei einem Roman, der in der Gegenwart spielt, würden wir all die dramatischen Verwicklungen wohl etwas übertrieben finden, aber nachdem Rom eine vergleichsweise kleine Stadt mit einem vergleichsweise kleinen Kreis der Bekannten und Mächtigen war, wirkt dies nicht störend. Es geschehen mehrere Morde in Subura, dem Stadtteil, für den der Praefekt der Vigilien (Polizeikommandant) Decius Caecilius Metullus der Jüngere, Sohn des Praetor urbanus Decius Caecilius Metullus des Älteren, zuständig ist. Bald wird diesem klar, dass die Morde zusammenhängen, und Intrigen und Verrat auf höchster Ebene zum Hintergrund haben. Auch ein Schuss Liebe, Erotik und Dekadenz darf nicht fehlen. Mit Hilfe von zu Freunden gewordenen Bekannten, wie dem griechischen Arzt und Experten für Kampfwunden Meister Asklepiodes und dem kampftüchtigen Ostier Titus Annius Milo, gelingt es Decius, die Verbrechen aufzuklären, nichtsdestotrotz ist das Ende des Buches ganz anders, als man erwarten könnte... Ein leichtes, aber dennoch nicht banales Lesevergnügen - hat mich nicht mehr losgelassen bis ich fertig war! Von der Sprache her fallen dem Leser manchmal Worte auf, die zu modern wirken, aber ansonsten kommt einem der Text authentisch vor, und durch die Rolle des rückblickenden Erzählers können auf der übergeschalteten Ebene historische Erklärungen und Details vermittelt werden, ohne gekünstelt zu wirken. (Anmerkung: Angeblich sind nur die ersten fünf Bände der Serie von dieser hohen Qualität.)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
73 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich muss es gestehen - ich habe angefangen, die SPQR-Krimis zu lesen, als ich mich auf eine Prüfung zum Thema "Krise und Untergang der römischen Republik" vorbereiten musste. Und geschadet hat es bestimmt nicht. Denn John Maddox Roberts verbindet Fiktion und geschichtliche Fakten so geschickt, dass seinen Krimis (anders als viele andere historische Romane die ich kenne) der schwierige Spagat zwischen Information und Unterhaltung hervorragend gelingt. Durch die Augen des senatorischen Helden Decius Caecilius Metellus sieht man den Alltag der späten römischen Republik und die Intrigen und Wirren bekommen durch die erzählerische Form der Kriminalgeschichte Struktur und werden nachvollziehbar. Roberts arbeitet sowohl den allgemeingültigen Aspekt von Geschichte als auch speziell römische Denk- und Reaktionsmuster heraus und kann das noch mit einer guten Portion Humor krönen.
Das Schöne ist: er hält das eine ganze Reihe von Bänden (von wenigen schwächeren Exemplaren abgesehen) durch und verfolgt so den Untergang der römischen Republik. Sehr empfehlenswert.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
Das ginge wohl noch besser
Angesprochen vom Genre und von den Rezensionen habe ich mir das Buch bestellt. Was soll ich sagen: historische Krimis mag ich sehr, aber hier wurde ich doch enttäuscht. Lesen Sie weiter...
Vor 26 Tagen von Gertrude B. veröffentlicht
SPQR
wie alle Krimis aus dem alten Rom von J.M. Roberts witzig/ironisch/unterhaltsam und man bessert seine Geschichtskenntnisse gleich etwas mit auf.
Vor 15 Monaten von Lindow veröffentlicht
Eine Klasse für sich...
... ist die Krimi - Reihe um den römischen Ermittler Decius Metellus allemal. Der Autor versteht es geschickt, eine Kriminalhandlung mit Sprachwitz und informativen... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Gerwalt veröffentlicht
Sehr informativ
Das Buch lag lange bei mir rum, hatte es geschenkt bekommen und mich irgendwie nicht dazu entschließen können, es zu lesen. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Sven Dienstbach veröffentlicht
SimonKostic
Tolles Buch, prima Start einer prima Serie. Am besten haben mir die guten Beschreibungen des Lebens im antiken Rom und der politischen Intrigen gefallen. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von SKostic veröffentlicht
Genialer Krimi mit gigantischem Einblick in die römische Antike
Das Buch hat mich sehr überrascht: ich habe es mir eingentlich nur als Spontankauf beim Stöbern hier bei Amazon gekauft, doch nach den ersten 30 Seiten habe ich gemerkt... Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von t-playa veröffentlicht
SPQR: der Asterix für Krimileser
Römischer Krimi Nr.1
SPQR: der Asterix für Krimileser

Das was Goscinny und Uderzo für Asterix- Leser ist, ist John Maddox Roberts für Krimi-... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Mai 2009 von Georg Grönegress
altes Rom zum Gähnen
"Ein Krimi aus dem alten Rom" kann so viel Spaß machen (wie z.B bei Lindsey Davis) oder eher verstaubt daherkommen (wie hier). Einer der drei Polizeichefs im Rom 70 v. Chr. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. März 2009 von Agatha la Ratta
Einfach nur langweilig
Die ersten 110 von gerade mal 265 Seiten nur Politik,Geschichte,Stellungen usw , zäh wie Kaugummi. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Februar 2009 von Echt Wahr
Politik aus dem alten Rom
Also wer diesem Buch mehr als 3 Sterne gibt, hat es entweder nicht gelesen oder ist Geschichtslehrer. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Februar 2009 von Dane Marsh
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