wenn ich mir heute die dvd reinziehe, sehe ich den film anders, als damals zu beginn der 70iger jahre.dieser film ist das gegenteil vom woodstock film, der eine verklärung darstellt und einen mythos schuf, den es so nie gegeben hat. easy rider zeigt im grunde das scheitern der 68iger generation. und die entscheidende szene ist das letzte lagerfeuer, als billy meint:
"Nun haben wirs geschafft man, wir sind reich, darum dreht sich doch alles, jetzt können wir uns in florida in die sonne legen."
und captain america antwortet: "Wir sind Blindgänger".
denn gerade das hat diese generation ja abgelehnt. den konsum,
die geldgier, die sattheit. war es das ziel nach all der freiheitssuche, satt und faul in florida zu leben? leben wir heute nicht genau so? man braucht sich die rebellen von damals doch bloß anzusehen. die rolling stones etwa, oder joschka fischer. das system, das sie bekämpften, hat sie mit ihren ureigenen mitteln geschlagen. mit geld, luxus, macht, anerkennung. bedenkt man, dass der film 1968 gedreht wurde, ist er wirklich prophetisch. für mich ist er in keiner weise langweilig, ich habe ihn damals 30 mal im kino gesehen, und heute entdecke ich immer wieder neue dinge, die ich erst begreife. einer der besten filme aller zeiten. es geht um die suche nach freiheit und die unmöglichkeit, sie zu erreichen. die sperren liegen in einem selbst, aber auch in dem hass der anderen, wie der film nur alzu drastisch zeigt.