Nachdem ich selber "Wachs-Anfänger" bin, und bisher eher davor zurückgeschreckt bin, hier eine kurze Anleitung (natürlich ohne jede Gewähr...):
1) Auto unmittelbar vorher gründlich waschen. Natürlich sollte der Lack vor dem Wachsen generell sauber sein, ausserdem würde man sich beim Auftragen des Wachses mit noch vorhandenen Schmutzpartikeln Kratzer in den Lack arbeiten. Ggf. mit einem Handtuch beim Trocknen nachhelfen.
2) Es sollte nicht zu kalt sein (über 10°C), und auch nicht zu heiss (nicht in der prallen Sonne arbeiten). Im Sommer am besten abends arbeiten.
3) Mit dem beiliegenden Schwamm das Wachs dünn (!) auf alle lackierten Flächen auftragen. Nicht auf unlackierten Kunststoff etc. aufbringen, das gibt hässliche weisse Schlieren, die evtl. erst nach Stunden sichtbar werden und sich kaum mehr entfernen lassen. Rund um Fensterdichtungen, Schutzleisten etc. also vorsichtig und präzise arbeiten, abgesehen davon lässt sich das Wachs aber rasch und mit großzügigen Wischbewegungen aufbringen. Dick auftragen bringt nichts (und erschwert nur das Auspolieren danach); es reicht vollständig, einen ganz dünnen Film zu erzeugen.
4) So, jetzt sieht die behandelte Fläche erstmal aus, als hätte man sie mit Butter eingeschmiert. Aber es kommt noch schlimmer....
5) Nach der Trocknungszeit (temperaturabhängig; so grob 10 Minuten) wird das Wachs weisslich, und das Auto sieht aus, als hätte man es mit Sonnenmilch behandelt. Jetzt beschleicht den Anfänger so langsam das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Aber keine Angst -
6) Jetzt folgt das Auspolieren. Der Begriff "polieren" ist hier grob übertrieben, weil eben keine echte "Politur" stattfindet (das wäre dann sowieso eher was für den Fachmann), sondern es nur darum geht, das überschüssige Wachs wegzuwischen. Dazu liegt dem Set ein Mikrofasertuch bei, das aber kaum ausreichen wird, ein komplettes Auto zu behandeln. Deshalb: ein paar alte, saubere, nicht stark fusselnde Handtücher o.ä. zurechtlegen, und mit denen die hellen Schlieren (in Form von weissem Staub) wegwischen - zurück bleibt eine perfekt glänzende Lackfläche. Mit dem Mikrofasertuch kann man dann zum Schluss noch die Feinarbeit erledigen. Der Kokosgeruch verfliegt übrigens rasch, man braucht also keine Angst zu haben, dass das Auto noch wochenlang riecht wie ein Weihnachtsplätzchen. Die Tücher lassen sich in der Waschmaschine reinigen, aber Achtung: das Poliertuch färbt extrem aus!
Fazit: Das vorliegende Produkt lässt sich wirklich einfach verarbeiten und ist wegen der großen Ergiebigkeit auch sehr günstig in der Anwendung. Letztlich kostet eine Anwendung vielleicht zwei bis drei Euro (plus die Kosten für die Autowäsche) und grob eine Stunde Arbeit. Zweimal im Jahr wachsen ist auch für "Nicht-Fetischisten" machbar und hilft dabei, den Lack des Autos zu schützen. Deshalb fängt man am besten auch gleich beim Neuwagen damit an.
Möglicherweise gibt es Profi-Produkte mit noch besserer Schutzwirkung, allerdings sind die dann wohl auch teurer und komplizierter in der Anwendung. Der Vollständigkeit halber: Das "Wachsen" in der Waschanlage ist vergleichsweise rausgeschmissenes Geld, und hat ausser einem gewissen Show-Effekt (abperlendes Wasser) kaum Schutzfunktion.