Ueli Steck zählt zu den besten Bergsteigern der Welt, was viele nicht wissen, da er sich nicht auf die Selbstdarstellung und Selbstvermarktung konzentriert wie manch anderer Profibergsteiger, sondern vor allem aufs Bergsteigen - das er auf seine ganz eigene Weise ausübt. Über diesen Mann ist ein Buch erschienen, dessen Titel schon viel sagt: Solo - der Alleingänger.
Der erste Eindruck über diesen Mann: Wie kann man das alles nur tun. Vor allem wie kann man diese ganzen Unternehmungen alleine anpacken. Ich habe in meinen ersten Lehrjahren" des Bergsteigens immer gehört, man dürfe nie alleine in den Bergen unterwegs sein und viele Wanderer und Bergsteiger halten diese Regel nach wie vor richtig. All jene haben keinerlei Verständnis für das, was Ueli Steck da treibt. Für sie ist Ueli Steck ein Verrückter oder gar Lebensmüder.
Aber dass gerade das Gegenteil der Fall ist, dass dieser Mann intensiv lebt wie kaum ein anderer, dass er eine riesige Lebensfreude ausstrahlt, das zeigt uns dieses Buch. Es will Verständnis wecken für diesen Mann und sein Tun, nachvollziehbar machen, was in ihm vorgeht.
Meiner Meinung nach ist das der Autorin in diesem Buch gut gelungen, ich habe das Gefühl, den Menschen Ueli Steck ein bisschen kennen gelernt zu haben, ihm etwas näher gekommen zu sein, ein wenig verstanden zu haben, was ihn dazu treibt, diese extremsten Projekte anzugehen. Gerade auch die weibliche Sicht der Dinge in Form der Fragen empfinde ich als Frau sehr angenehm für dieses Buch. Es ist ein sehr menschliches und sympathisches Buch und ich kann es nur jedem empfehlen, der sich nicht nur fürs Bergsteigen und Klettern interessiert, sondern sich auch mit den Sinn-Fragen beschäftigt, nicht nur des Bergsteigens, sondern des Lebens überhaupt.