Zunächst einmal zur Kritik hinsichtlich der Darreichungsform:
* Der Index ist für ein Buch von ~800 Seiten viel zu knapp ausgefallen. Es ist daher nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Für ein solches Werk hätte man allerdings mehr erwarten dürfen - wahrscheinlich hat am Ende schlichtweg die Zeit gefehlt.
* Das Buch strotzt vor Redundanzen, in jedem dritten Kapitel werden Begriffe, Motivation und Ziele wiederholt, teilweise widersprüchlich. Man könnte sich gut und gerne 150 Seiten sparen (siehe unten).
* Ein Teil der verwendeten Grafiken entspricht nicht dem üblichen Qualitätsniveau. Ich vermute, dass ein Teil der Grafiken in Farbe ("bunt") in die Druckvorstufe eingegangen sind und eben letztlich s/w gedruckt wurden. Teilweise sind die Grafiken entsprechend schlecht zu lesen/erkennen.
Die Qualität der Beiträge ist sehr unterschiedlich ausgefallen. Besonders gut gefallen haben mir die Beiträge von Wolfgang Keller, Gregor Hohpe und Michael Stal. Der Beitrag von Hohpe ist (z.B.) allerdings deutlich zu kurz ausgefallen.
Im Buchtitel ist darüber hinaus die Rede von 'Expertenwissen'. Von 'SOA-Experten' kann man vielleicht bei 4-5 der Autoren reden. Diese zusammenzubringen ist allerdings gewissermaßen auch schon eine Leistung (keine Ironie). Allerdings sind die Autoren zu sehr die üblichen Verdächtigen der altbekannten Clique um die deutschen IT-Veteranen Starke, Josuttis, Coldewey & Co. (Warum fehlen eigentlich Hruschka und Eckstein?) (ja, diesmal ist es ironisch gemeint).
Weiter im Programm: Wer die Arbeiten (Artikel, Präsentationen) von (z.B.) Josuttis und Völter kennt, der darf sich darauf freuen hier sie noch einmal frisch aufgewärmt vorgesetzt zu bekommen.
Der Humor von Herrn Starke nervt irgendwann nur noch (Analystan - hihi! Architektonien - Schenkelklopfer!). Glücklicherweise sind seine Beiträge sehr kurz ausgefallen (man merkt recht schnell welche Teile von ihm und welche von Stefan Tilkov sind).
Was bleibt?
Unter dem Titel 'SOA-Expertenwissen' hätte man wohl ein Buch erwartet, das auf etwa 400 Seiten prägnantes Expertenwissen liefert. Stattdessen gibt es zu etwa 75% allenfalls Hausmannskost. Die restlichen 25% reißen es leider nicht mehr raus. Zuviele Redundanzen, zuviele Widersprüche und zu wenig roter Faden, einige Beiträge einfach nur schlecht. Meiner Meinung nach aber durchaus Substanz für eine bessere zweite Auflage (die schlechten Artikel streichen, die guten ausbauen). Stellt sich natürlich die Gewissensfrage, ob man vielleicht durch einen Kauf die zweite Auflage vorantreiben sollte ;-) F
Meine Wertung: 2,5 Sterne (insbesondere wegen der guten Beiträge von W. Keller).
Bessere Alternativen: 'Krafzig et al' (erweiterte, abgesegnete deutsch Auflage ist seit kurzem erhältlich) u. 'Erl' (biblisch).