Aus der Amazon.de-Redaktion
Aber hallo! Manchmal fällt Fehlendes erst auf, wenn die Lücke gefüllt ist, und Arne Hoffmann hat mit seinem
Lexikon des Sadomasochismus sicherlich eine solche Lücke geschlossen. Beste Information, professionell und sachlich zusammengestellt und aufbereitet, zeichnet den Autor, der bisher mit SM-Romanen Erfolge erzielte, auch als Szenekenner und klugen Kopf aus.
Es bleiben wirklich keine Fragen offen: Wissenswertes über Praktiken und psychische Hintergründe finden sich ebenso wie SM in Kulturgeschichte, Philosophie und Literatur. Das Alphabet stellt Medizinisches neben Kunst, Musik, Politik und Internet und zeigt somit, welch unglaublich breiten Rahmen SM und Fetischismus berühren und ausfüllen. Ein Hauptaugenmerk legt der Autor auf Sexualwissenschaft und die Gewaltpornographie-Debatte und setzt damit sehr bewusst einen weiteren Medienmeilenstein für die notwendige Sicherung bereits erreichter SM-Rechte und Freiheiten, die es unaufhörlich zu verteidigen gilt.
Wichtig: trotz anspruchsvoller Aufbereitung der vielfältigen Themen ist dieses Lexikon keine Ansammlung trockener Fakten geworden. Jeder, ob Interessierter, Einsteiger oder langjähriger Sadomasochist, wird diesen Band gerne etappenweise lesen und somit in einen Genuss kommen, den nur wenige Lexika vermitteln können. Wer meint, schon alle höheren SM-Weihen zu besitzen und kein Lexikon zu benötigen, der weiß sicherlich auch, was "Floating", "Födophälie", "Dippoldismus" oder eine "Nagaika" ist. Nein? Aber sicherlich ist klar, dass bei einer Kopfüberbondage bei Kurzsichtigen die Gefahr einer Netzhautablösung besteht. Auch neu? Na, dann unbedingt schlau machen und lesen. Es lohnt sich! --Andrea Schneider
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Der Autor über sein Buch
Inside-Führer zur dunklen Seite der ErotikDieses informative Nachschlagewerk über Praktiken, Personen, Publikationen, Politik und Philosophie aus dem Gebiet SM und Fetisch umfasst knapp 1000 Einträge, die von Einzeilern bis zu mehrseitigen Artikeln reichen (die umfangreichsten davon zu den Stichwörtern "Sexualwissenschaft", "Frauenbewegung", "Gewaltpornographie" und "Ponygirls"). Gedacht ist es ebenso für den Neuling in der Szene wie für den Außenstehenden, der sich einen raschen Überblick verschaffen möchte - aber auch und erst recht für so manchen "alten Hasen". Denn die SM-Subkultur umschließt dermaßen viele glitzernde Facetten, dass die Wenigsten sich auf allen Gebieten gleichermaßen auskennen werden. Hier macht dieses Grundlagenwerk all die großen und kleinen Geheimnisse zugänglich.
Näher aufgeschlüsselt umfasst das Spektrum der Einträge Stichworte aus folgenden Bereichen: Praktiken im Zusammenhang mit Sadomasochismus und Fetischismus (z. B. Abbinden, Fisting, Cyber-Domination, Elektrostimulation, Kliniksex, Retifismus); die dazugehörigen Instrumente (Bandeisen, Black Snake, Pervertibles, Wooden Pony); SM-relevante Publikationen unterschiedlichster Art (Schlagzeilen, BIZARRE LADIES SUCHEN, Venus im Pelz, Trierer Studie, Frühlings Erwachen, Die Geschichte der O); Persönlichkeiten aus der Kulturgeschichte des Sadomasochismus (Leopold von Sacher-Masoch, Guido Crepax, Alexis Payne, Bettina Tegtmeier, Kathrin Passig, Friedrich Nietzsche); Termini aus dem philosophisch-geistesgeschichtlichen Überbau des Sadomasochismus (Gnostizismus, Decadence, Postmoderne, Konsensethik); sadomasochistische Fachtermini (Auffangen, Blümchensex, Safeword, Dresscode, Munch); Begriffe aus der Debatte um die Zensur von Erotika (Alice Schwarzer, NoPorNO, Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, Snuff); Persönlichkeiten des Mainstreams, die im Bereich SM und Fetischismus publikumswirksam in Erscheinung getreten sind (Die Ärzte, Aristoteles, Luci van Org); typische Einrichtungen der deutschen und internationalen SM-Szene (Datenschlag, AG S/MÖff, Schlagworte, Folsom Street Fair, Other World Kingdom, Society of Janus); nicht-SM-spezifische Bereiche, die aber für Sadomasochisten eine besondere Bedeutung haben (AIDS, Einsamkeit, romantische Liebe, Bibel, Carotis-Sinus-Reflex, Diskriminierung, Spiritualität).
Die einzelnen Einträge sind durch zahlreiche Querverweise eng miteinander vernetzt. Für die Bebilderung konnten national und international renommierte SM- und Fetisch-Fotografen gewonnen werden - bis hin zu Trevor Watson aus London und Justice Howard aus Las Vegas. Vor allem aber wird der Öffentlichkeit mit diesem Lexikon endlich ein differenzierteres, tiefgehenderes Bild des Themas Sadomasochismus geboten, als man es bislang von den eher oberflächlich-voyeuristischen Massenmedien gewohnt war. Dabei werden auch zentrale Fragen diskutiert: Was ist "normal", was ist "pervers", was darf man, was sollte man bleiben lassen? Zahlreiche Literaturtipps und Internet-Adressen zu den einzelnen Stichwörtern runden das Buch ab.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.