Wer hinter diesem Film einen gute gemachten Erotikstreifen erwartet, der sich von der breiten Masse im positiven Sinne abhebt und statt dem 0815-Programm mal was anderes, vielleicht sogar Frauen ansprechenderes bietet, der liegt hier weit daneben. Sex- Der Porno für Paare wirkt wie übrig gebliebenes Rohmaterial eines Billigstreifens bei dem man diese schwachen Szenen lieber weggelassen hat.
Der Film:
Zunächst muss der geneigte Zuschauer die ersten 15 Minuten von insgesamt rund 60 Minuten überstehen, ohne dem schnell auftretenden Drang den Film gleich wieder abzuschalten, nachzugeben. Zu sehen bekommt er in dieser Zeit eine sich eher gelangweilt duschende, sich dann anziehende und anschließend bei einem amateurhaften Stripversuch gegenüber ihrem männlichen Gegenpart blamierende Protagonistin. Wer jetzt denkt, dann geht's endlich los, hat falsch gedacht. Denn was in den verbleibenden 45 Minuten folgt, sind zwei Paarungsszenarien von der Stange (eines in der Badewanne und eines im Bett), wie man es in jedem Erotikstreifen geboten bekommt. Nur mit dem Unterschied, dass es in den meisten Fällen besser gespielt ist. Denn die Darsteller gehen hier mit einer Emotionslosigkeit und ganz offensichtlichen Unerfahrenheit vor der Kamera zu Werke, dass ist geradezu erschreckend.
Man sieht den Szenen direkt an, dass der Austausch von Körperflüssigkeiten so nicht wirklich Spaß machen kann und eher zu Kampf und Krampf wird. Dabei benehmen sich beide Protagonisten auch noch so dilettantisch, jeder Normalsterbliche hätte einen solchen Partner längst von der Bettkante geschubst. Folglich vermisst man in diesem Film auch jeden gespielten Höhepunkt. Eine Story gibt es erwartungsgemäß nicht, nachdem er ihre Wohnung betreten hat folgt das beschriebene und der Film endet irgendwann abrupt nach dem letzten Akt - fehlt eigentlich nur noch, dass er ein paar Scheine auf den Tisch legt und geht. Über Regie und Kamera braucht man hier nicht zu reden, filmisch ist das ganze einfach nur unterste Schublade.
Die Darsteller:
Von darstellerischer Leistung - auch nur in Ansätzen - kann man hier definitiv nicht sprechen. Beide spielen äußerst laienhaft, man merkt, dass sie einen Job machen, es fehlt jede Emotion jede Leidenschaft, beides wird nicht mal mehr gespielt. Vor allem der männliche Part (es gibt im ganzen Film LEIDER nur einen Mann und eine Frau), führt sich auf, als hätte er noch nie eine nackte Frau gesehen und sein Wissen über Sex nur aus Streifen die noch schlechter sind als dieser hier gewonnen.
OPTISCH fallen die beiden auch völlig durch! Er wirkt wie ein grimmiger Gnom mit muskulösen Oberarmen. Ungepflegt, schmierig und man hätte ihn vor Drehbeginn unbedingt mal auf die Sonnenbank schicken sollen. Sein Brustwarzenpiercing sieht nebenbei bemerkt einfach nur dämlich aus. Nicht besser steht es um den weiblichen Gegenpart. Piercings und Tattoos sind ja durchaus erlaubt, aber diverse blaue Flecken, offensichtliche Rasierschäden, Pickelfolgen und Stoppelhaar und dann zwei derart sichtbare Narben rund um die Brustwarzen (wo der Dame offenbar ein paar größere Kühlkissen verpasst wurden) - da hätte es bitte mal eines Maskenbildners bedurft. Dieser hat sich jedoch ganz offenbar ausschließlich auf das Gesicht konzentriert, mit einem billig bis nuttig wirkenden Ergebnis.
So tendiert der Erotikfaktor des Films insgesamt eindeutig gegen Null - und zwar auf der ganzen Linie.
Die Technik:
Das Bild geht in Ordnung, kann aber nicht berauschen. Den Ton gibt es nur in 2-Kanal-Stereo und in Deutsch. Da den ganzen Film quasi nicht gesprochen wird (wahrscheinlich zum Glück), fällt der Ton aber auch kaum ins Gewicht. Das der Film nicht synchonisiert werden musste sieht man immerhin daran, das sie ihre ab und zu geäußerten Laute Lippensynchron von sich gibt.
Was bleibt:
Ein Film den die Welt nicht braucht. Denn das die DVD ein Wendecover besitzt, rettet hier auch nichts mehr. Und warum auf der Packung eines Films bei dem es auf der bildlichen Ebene schlichtweg nichts zu zensieren gibt ein "unzensiert" prangt, bleibt wohl für alle Zeiten ein Rätsel. Als Bonusmaterial gibt es übrigens ein paar wahllos aus dem Film genommene Szenen - Ende Gelände.