Als Commuter mit einer täglichen Fahrleistung von 80km - ca. 15.000 km im Jahr habe ich stundenlang Zeit im Sattel die Unteschiede herauszufinden.
Gekauft habe ich mir die Reifen nach dem x-ten Platten. Ich hatte dann die Nase voll und wollte mich vor diesen Miseren weitestgehend absichern.
Ich habe einen auf Straße umgerüsteten MTB-Renner - 26er Reifen. Vorne habe ich die 1.60 Version, als Faltreifen draufgezogen.
Hinten die 2.00 als Draht. Überraschender Weise ließ sich der Drahtreifen viel leichter draufziehen als der Faltreifen. Abgesehen von dem marginalen Gewichtsunterschied Draht-Falt würde ich, sofern ich den Reifen nicht als Ersatzmantel (FAlt)mitführe, aufgrund der geringen Kosten auf die Drahtversion zurückgreifen.
Jezt zum FAhrverhalten:
Laufeigenschaft:
In der Kategorie hatte ich die größten Befürchtungen und war total baff.
Ich fahre/fuhr bereits Schwalbe Reifen (Hurricane, Land Cruiser) mit einer glatten Rollfläche in der Mitte da ich fast auschließlich auf der Strasse unterwegs bin. Der Supreme haben ein wellenförmiges Profil über der gesamten Fläche. Also habe ich ein leichtes vibrieren oder einen erhöhten Rollwiederstand vermutet - aber nichts dergleichen. Nach den ersten skeptischen Testfahrten diesbezüglich war ich zum Schluss sogar der Meinung, dass er besser rollt als die Varianten mit absolut glatter Mittellauffläche. Dieser Eindruck bestätigt sich auch bei 80km mit gut 10min verbesserter Fahrzeit. Sehr beeindruckend muss ich sagen.
Grip:
Hier habe ich im vergleich zu den Vorgängerreifen gar nichts vermutet oder erhofft und war geradezu von den Socken.
Der Reifen geht eine Verbindung zur Straße ein, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Es gibt auf meiner Strecke verschiedene Passagen wo ich den Unterschied sehr eindeutig feststellen konnte. Mit hoher Geschwindigkeit in Passagen mit häufigen Richtungswechsel. Mit den Vorgängerreifen habe ich bemerkt wie sich der Reifen langsam seitwärts über den Asphalt schiebt. Um bei hoher Geschwindigkeit keinen Abgang hinzulegen musste ich merklich abbremensen. Mit den Supremes fährt man hingegen wie auf Schienen durch die Kurve - kein Schieben, kein rubbeln in Schräglagen, einfach extrem sicheres Handling in allen Geschwindigkeiten und allen Schräglagen. Der Reifen vermittelt aufgrund seiner hervorragenden Bodenhaftung ein Gefühl der Sicherheit, welches ich vorher nicht kannte und lässt somit deutlich höhere Geschwindigkeiten zu.
Nässe:
Schwalbe bewirbt besonders die Eigenschaften auf Nassen untergrund. Denn man höhre und staune - nicht das Profil ist auschlaggebend, sondern die Gummimischung. Und hier haben sich die Ingenieure von Schwalbe lt. Herstellerangabe etwas besonderes Einfallen lassen.
Ich selber konnte in dieser Kategorie noch keine negativen persönlichen Erfahrungen. Allerdings möchte ich mich an dieser Stelle dennoch mit einer Wertung zurückhalten, da ich bei Nässe grundsätzlich vorsichtig fahre und insofern keine Unterschiede feststellen konnte, die aber durchaus vorhanden sein mögen.
Komfort:
Als Commuter fahre ich zwar sehr sportlich aber der Aspekt des Wohlfühlens ist für mich sehr wesentlich. Ich habe die Reifen idR immer auf exakt 5bar Druck (max. zulässig)aufgefüllt. Zunächst dachte ich das gibt es doch gar nicht, der Reifen fährt sich so bequem, da scheint nicht genügend Druck drauf zu sein. Sachlich kann ich mir den Unterschied zu den anderen Reifen (ebenfalls mit 5bar befüllt) nicht erklären. Aber da ich fast jeden Tag 3 Stunden im Sattel sitze merke ich den Unterschied sofort und deutlich. Wie gesagt, ich kann es mir technisch nicht erklären, da der gleiche Druck vorhanden ist. Vielleicht hat es etwas mit der Beschaffenheit des Mantels zu tun. Hier wurde eine Hi-tech Faser genutzt um den Mantel zu schützen. Möglicher Weise ist diese flexibler und reagiert entsprechend komfortabler auf unebenen Untergrund.
Sehr beeindruckend, ich komme aus dem schwärmen nicht mehr raus.
Pannensicherheit:
Die Reifen halten nicht das was sie versprechen. Der Schutz vor Glasscherben mag in gewisser Weise vorhanden sein, letztlich verhindert es aber nicht, dass sich Glasscherben durch den Mantel und den Schlauch drücken. Gleich 3 Löcher im Schlauch hatte ich nach einer Fahrt durch die Hamburger Innenstadt. An einer Stelle war der Mantel sogar so stark aufgeschnitten, dass man die Karkasse sah. Von innen war an dieser Stelle allerdings nur eine relativ leichte Beschädigung zu erkennen. Der Pannenschutz bezieht sich wohl eher auf durchstechende Fremdkörper.
Fazit: Der Pannenschutz vor Glasscherben kann auch dieses Material nicht gewährleisten. Da der Pannenschutz das Hautargument für diesen Reifen war, sind die 4 Sterne nur noch dadurch gerechtfertigt, dass der Reifen in vielen anderen Kategorien herausragende Eigenschaften aufweist.
Verschleiß /Abnutzung
Nach ca. 3.000 km kann ich sagen, dass sich die Lauffläche noch nicht nennenswert abgefahren hat und auch noch keine sonstigen nachteiligen Abnutzungseffekte bemerkbar gemacht haben. Hier also grünes Licht. Das einzige Manko stellt die aufgeklebte Reflektionsleiste auf dem Reifen dar. Diese hat sich bei beiden Reifen an der Überlappungsstelle mehrere cm abgelöst, hält aber sonst noch.
Fazit:
Ein absolutes Top-Produkt, das auf jedem Gebiet überzeugt. Die Pannensicherheit ist in gewisser Weise gegeben, leider aber eben nicht gegen Glasscherben.
Insgesamt aber eine sehr lohnende Investition in Fahrsicherheit, Komfort und Geschwindigkeit, die ihresgleichen sucht.