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SAX: Roman
 
 
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SAX: Roman [Gebundene Ausgabe]

Adolf Muschg
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 455 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 2 (7. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406605176
  • ISBN-13: 978-3406605178
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,6 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 350.368 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es ist nicht die Heizung, wenn es im Haus 'zum Eisernen Zeit' im schweizerischen Münsterburg in den Wänden klopft. Die drei jungen Rechtsanwälte, die als 'Trockenwohner' in die nicht geheuere Dachwohnung ziehen, scheinen die Wiedergänger eher anzuziehen, als sie zu vertreiben. Das beginnt mit dem Freiherrn von Sax und seiner tödlichen Schädelwunde - sie ist bis heute an der erhaltenen Mumie zu besichtigen -, aber mit ihm endet es nicht, ja nicht einmal mit dem 'Gespenst des Kommunismus' und den bösen Geistern des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Mitgift des Herrn von Sax spukt freilich durch alle Kapitel dieses Romans: die berühmteste Minnehandschrift des Mittelalters, die er als Kriegsbeute mitgehen ließ. Diese Handschrift lebt. Wer sie öffnet, wird mit Haut und Haar hineingezogen. Das gilt auch für dieses Buch. Mit Figuren wie von Fellini und einer labyrinthischen Architektur bereitet uns der Roman ein ungeheueres Leseerlebnis. Wer den Sehnsüchten, Liebesgeschichten, Plänen und Karrieren von Muschgs Figuren nachforscht und dabei die dünne Wand zwischen den Lebenden und Toten durchstößt, begegnet der Frage, die beide Seiten umtreibt: die nach dem gelebten und dem ungelebten Leben. Spannend, hoch erotisch und visionär: das Leseabenteuer einer Geisterbeschwörung.

Über den Autor

Adolf Muschg wurde am 13. Mai 1934 als Sohn eines Volksschullehrers in Zollikon (Kanton Zürich) geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Zürich und zwei Semester in Cambridge. Nach der Promotion 1959 war Muschg zunächst Lehrer an einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium in Zürich. Von 1970 bis in die frühen Neunziger Jahre war er Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Muschg ist Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS), und war 1975 Zürcher Ständeratskandidat. Sein politisches Engagement drückt sich auch in der Mitarbeit in der Kommission für die Vorbereitung einer Totalrevision der Schweizerischen Bundesverfassung von 1974 bis 1977 aus. Adolf Muschg wohnt in Männedorf bei Zürich. 1994 wurde der Autor mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
imposantes Leseerlebnis 1. September 2010
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch liest sich nicht einfach, bei Muschg hätte dies wohl auch niemand erwartet. Ich hab es zweimal gelesen und damit hat es sich mir mehr erschlossen, wegeworfenen Zeit war es keinesfalls.

Der Autor führt seinen Leser in ein Haus in dem es klopft, irgendwo im schweizerischen Münsterburg. Drei junge Anwälte ziehen in die Dachwohnung dieses "Spukhauses". Dann tritt auch noch der Freiherr von Sax mit seiner tödlichen Schädelwunde in Erscheinung.

Verwirrend und beeindruckend zugleich ist das Zusammenspiel der Romanhelden, aber auch die wechselnden Blicke in Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Auch wenn Muschg in das an sich wohl kleine verträumte schweizerische Münsterberg führt, ist dies eine weltumspannende visionäre Geschichte.

Wie gesagt, leicht zu lesen ist das Buch nicht, aber wenn man als Leser bereit ist sich dem erfahrenen Autor anzuvertrauen, sich gewissermaßen von ihm führen zu lassen, dann ist dieser Wälzer ein beeindruckendes Leseereignis.

Dieses Buch bleibt irgendwie rätselhaft. Es ist angetreten um der Wahrheit des Lebens näher zu kommen, gelöst hat Muschg die Rätsel des Lebens nicht, wie auch - das Leben bleibt rätselhaft.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Geister des Lebens 26. November 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Der Beginn des Buches klärt zunächst den äußeren den Rahmen, in dem die Geschichte sich bewegen wird und den Anlass, aus dem heraus alles, was passiert, geschehen wird.

Peter Leu bewohnt das elterliche Haus und besitzt zumindest drei Probleme. Zum einen werden seine finanziellen Mittel knapp, zum zweiten ist seine Ehe nur mehr ein Schatten ihrer selbst und zum dritten liegt beides am Haus. Spezieller an manchen Bewohnern des Hauses, die nicht fassbar, nicht körperlich im Raume stehen und dennoch die Nerven Schritt für Schritt zermürben. Gespenster gehen um. Sein Geschäftspartner Schinz hat da eine Idee. Ähnlich wie ein durchfeuchtetes Haus trocken geheizt werden muss, ähnlich bietet er dem verzweifelten Leu Trockenbewohner an. Drei junge Anwälte, deren einer der Sohn des Bankiers Schinz ist, die den oberen Stock für eine Weile bewohnen und von den Geistern ausnüchtern sollen.

Und so beginnt die Geschichte der Protagonisten und ihrer Verwicklungen in die Zeit, die Geschichte, die Liebe und das Leben. 1970 beginnt der Einzug, zeitmodern links bis kommunistisch sind die jungen Anwälte, die im Lauf der Jahre vieles erleben. Von der freien Liebe bis zur prallen Erotik und echter Sehnsucht, von dem Miteinander hin zu eigenen Wegen, von der Betrachtung der Frage des Unterschiedes zwischen einem gelebten und einem ungelebtem Leben (ohne klare Antwort). Allerdings eines gelingt den Bewohnern in der Zeitspanne von 1970 bis 2013 nicht, das trocken wohnen eben. Wie auch, wenn die Gespenster des Hauses im Sinne des Autors eine allegorische Aufgabe in sich tragen im Blick auf das Leben, wenn Wichtiges offen bleibt und ungelebt im Raume steht? Wenn die Suche nach Glück, die das eigentliche Thema des Buches darstellt, eine über den Tod hinausreichende sein mag?

Die Suche nach Glück, die auch die Nebenströme des Buches inhaltlich füllt. Die Lebensgeschichte des Titelgebers, des Freiherrn von Hohensax (der ebenfalls als Gespenst seinen Auftritt hat) wird ebenso erzählt, wie die eines ehemaligen Astronomen. Endgültig vermischen sich die Zeiten und Ebenen des Buches durch diese Nebengeschichten, die hier und da zu Hauptgeschichten werden. Denn die berühmteste Minnehandschrift des Mittelalters, der Codex Manasse, war im Besitz des Freiherrn und, da der Codex im Buch geöffnet wird, strömen auch die Figuren des Codex durch die Seiten des Buches.

Viele Ebenen bietet Muschg in seiner Geschichte, Ebenen, die, obwohl zeitgeschichtlich getrennt, dennoch durch die Leitfragen des Lebens miteinander verbunden sind. Was ist Leben? Wo ist Glück? Immer wieder legt Muschg den Finger auf die Wunde aller Zeiten, wie schnell das gehen kann, dass Chancen vorbeiziehen, ungenutzt bleiben, vertändelt werden. Interessant, denn alle Protagonisten des Buches haben im wirtschaftlichen Bereich wenig Sorgen. Im Gegenteil, Erfolge stellen sich bei den jungen Anwälten bald ein, ein Erbe tut ein übriges dazu, auch die Personen der Historie haben den Kampf um das tägliche Brot nicht nötig. So kann Muschg ungestört vom alltäglichen Lebenskampf den Fokus allein auf das richten, was ihn im Roman umtreibt, die Frage nach gelebtem oder eben versäumten, ungelebtem Leben.

Sprachlich ist das Buch über jeden Zweifel erhaben. Kraftvoll, bildhaft und dennoch dem Jargon der entsprechenden zeit je angemessen, nutzt der Autor sein feines Sprachempfinden und seine vielfältigen sprachlichen Möglichkeiten, um das Gemeinte jeweils prägnant und klar mit allen mitschwingenden Assoziationen und Emotionen auf den Weg zu bringen.
Dennoch verlangt das Buch hohe Konzentration ob der vielen Wege zwischen den Zeiten und zwischen den Welten. Dann aber öffnet sich eine Gedankenwelt, die mit dem Ende des Buches noch lange nicht abgeschlossen sein wird. Denn das Jenseits erwartet auch die Protagonisten des Romans, ohne eine Form der ewigen Ruhe in den Raum zu stellen. Über den Rand der Buchdeckel hinaus wird so der Leser mit hineingezogen in diese existentiellen Fragen auch des eigenen Lebens, die kaum zu beantworten sind und dennoch Tag für Tag nach Antwort rufen. Diese Beunruhigung des Lebens ist Muschg vortrefflich gelungen und allein schon dafür lohnt dieses, hochphilosophisch angelegte, Buch.
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