Ich habe das S24A300BZ beim Media gekauft, das offenbar baugleich mit diesem ist, daher wage ich es, das Modell S24A300B hier zu rezensieren.
Interessanterweise ist das Modell BZ auf samsung.de selbst nicht anzufinden; für eine tiefere Recherche, ob es sich nun um ein Österreich-lokalisiertes Modell oder der Vorgänger oder der Nachvolger des B ist, fehlt mir leider etwas die Geduld.
An Anschlüssen findet sich hinten DVI- und VGA-Eingang, sowie eine Netzteilbuchse. Mitgeliefert wird ein VGA-Kabel und ein Netzteil, sowie eine kurze bebilderte Aufbauanleitung und eine CD, deren Inhalt ich noch nicht untersucht habe (und es auch wahrscheinlich gewohnheitsmäßig nicht tun werde).
Vorab ist zu sagen, daß ich das reine Display für ausgezeichnet - eben Spargelcremesuppe - halte. Es ist kontrastreich und ausgewogen, die Farben sind brilliant und die etwas langsame Ansprechzeit von 5ms ist mir bislang beim 3d-Spielen noch nicht aufgefallen. Dafür habe ich das Gerät aber nicht gekauft, sondern für mein Home Office, auf daß es von einem Workstation Laptop gesteuert werde, der zwar ein Full HD Display der Oberklasse hat, welches aber am Bürotisch mit der Zeit doch etwas ermüdend klein ist. Dabei ist zu vermerken, daß der billige Samsung im Vergleich zum ausgezeichneten Laptop-Display sehr gut dasteht. Ob es dadurch schon für semiprofessionelle Bildbearbeitung (sRGB-Farbraum) geeignet ist, wage ich trotzdem nicht zu behaupten, da mir das dafür nötige Equipment (Colorimeter) fehlt. Ich konnte aber die Farbwiedergabe mit dem Nvidia-Programm am Laptop für mein Farbempfinden optimal einstellen.
Das Wichtigste am Monitor ist also nach meinem Gefühl qualitativ vollkommen in Ordnung, da gibt es nichts daran auszusetzen. Der ganze Rest ist leider etwas anders zu beurteilen, und damit komme ich zum Plastikteller.
Das Gehäuse des Samsung ist optisch zwar durchaus ordentlich gefertigt, knarzt aber recht beängstigend, wenn man es aufhebt. Und das muß man zumindest einmal beim Auspacken und aufstellen. Im Zuge dessen stellt man leider auch fest, daß es nicht möglich ist, das Display vollständig auf den Standfuß aufzusetzen. Irgendwo haben sich da die Entwicklungsabteilungen nicht abgestimmt und so bleibt - bei mir zumindest - etwa ein halber Zentimeter bis zur Endposition, weiter geht nichts, ohne in Gefahr zu geraten, das Teil zu beschädigen. Bei etas festerem Druck knarzt es ja denn auch verzweifelt, also lassen wir es lieber.
Gut, manche Dinge sind einfach seltsam - 6 Millionen winzikleine Bildpunkte fehlerlos, aber keine genaue Paßform für den Standfuß.
Das Gerät läßt sich jedenfalls halbwegs sicher aufstellen und anschließen und es funktioniert dann auch.
Aber - es läßt sich in der Neigung nicht verändern. Ich bin es gewohnt, mal tiefer, mal höher zu sitzen, und möchte dann und wann den Bildschirm neigen. Geht nicht. Dem Rotstift zum Opfer gefallen. Darauf sollte man vielleicht doch irgendwo hingewiesen werden. Womöglich ist das ja das ominöse "Z" am Ende des Produktnamen, auf koreanisch einfach für "starr". Oder eine Folgeerscheinung der schlechten Verarbeitung. Wer weiß ? Das Modell ohne "Z" hat jedenfalls lt. Samsung-Datenblatt eine Standard-Tiltfunktion. Ob das heißt, daß er bei starkem Anrempeln aufgibt, wie die Spielautomaten ? Egal.
Dafür bietet der Monitor, quasi als Entschädigung, ein recht exzessives OSD, mit dem man ihn auf verschiedenste Art einstellen und anpassen kann. Dabei muß ich sagen, daß ich die gebotene Funktionsvielfalt zwar für äußerst löblich halte, aber mit den verschiedenen Magic-Angeboten nicht glücklich wurde. Ich habe MagicColor auf Off, RGB auf jeweils 50, Color Tone auf Normal und Gamma auf Mode1. Die MagicAngle Modi waren lustig durchzuprobieren, über ihre Sinnhaftigkeit läßt sich aber streiten - "Zurücklehenen" erhöht z.B. die Helligkeit drastisch.
Um noch ein schnell ein Häärchen in der Suppe zu finden - die Touch-Navigation des OSD ist nicht nur wegen fehlender Haptik (ich meine echte Tasten) gewöhnungsbedürftig, sondern auch recht hakelig und reagiert öfters nicht wie gewünscht. Das kann einem schon die Lust am Experimentieren etwas vergraulen. Vielleicht sind aber auch nur meine Finger vor lauter Ungeduld statisch überladen. Oder einfach zu dick nach koreanischen Standards.
Nichtsdestotrotz empfehle ich diesen Samsung als ein Produkt, bei dem man für den Preis maximale Bildschirmleistung erhält, nicht mehr und nicht weniger. Ich habe mich für das Gerät wegen seiner Bildwiedergabe im Vergleich zu ähnlich teuren bis zu deutlich teureren Modellen entschieden. Die Ausstattung war mir relativ egal.