Renate Schmidt war von 2002 bis 2005 Bundesfamilienministerin. Das hier besprochene Buch schrieb sie vor ihrer Amtszeit. Dennoch ist ihre grundsätzliche politische Ausrichtung in der Familienpolitik dem Buch klar zu entnehmen.
Positiv ist, dass sie sich ernsthafte Sorgen macht über die sich langsam zuspitzende demografische Situation. Bedenklich ist, dass sie für all das nur die altbekannten und die Krise verschärfenden Maßnahmen bereithält, nämlich Berufstätigkeit der Frauen, Ganztagsbetreuung von Kindern und ein wenig Geld.
Sie spricht zwar viel von Wahlfreiheit, aber wenn ein gut ausgebildetes kinderloses Ehepaar viel arbeiten und damit viel Geld verdienen kann, während ein gleich ausgebildetes Paar mit mehreren Kindern die gesamte Familie mit einem Gehalt finanzieren muss - was sie sehr leicht zu Kunden der Sozialämter machen kann -, dann kann von echter Wahlfreiheit keine Rede sein. Wenn deren Kinder dann später auch noch die umfangreichen Renten der berufstätigen Kinderlosen finanzieren müssen, dann haben wir es hier mit einer extremen Ungerechtigkeit zu tun, um die sich engagierte Politiker durchaus einmal kümmern könnten. Dies hat sie dann aber nicht getan.
Das Buch ist gut geschrieben und ihr Anliegen ist sicherlich löblich, jedoch bei so viel offenkundiger Konzeptionslosigkeit kann ich nur zwei Punkte vergeben.