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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gekonnte Abrechnung,
Von Operus (Esslingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Sünde, Seele, Sex (Taschenbuch)
Äußerst kompetent und gekonnt rechnet die Autorin Miriam Gebhardtmit falschen Sichtweisen und Übertreibungen der Psychologie ab. Sie zeigt auf, was die moderne Psychologie kann und wo die Grenzen liegen und weshalb übertriebenes psychlogisieren wirklicher Erkenntnis und Verhaltensänderung eher im Wege steht. Die Autorin holt die Psychologie gewissermaßen auf den Boden der Tatsachen zurück und ebnet damit den Weg zu neuem, vorurteilsfreiem Psychologieverständnis. Wahrscheinlich wurde die Autorin bereits im Elternhaus in ihren Ansichten geprägt, denn der Vater, Jürgen Geissler, gehört zu den brillantesten Psychologen und Trainern, der in seinem Buch "Psychologie der Karriere" bereits vor Jahren revolutionierende Ansichten zur Psychologie niedergeschrieben hat. Das Buch Sünde, Seele, Sex ist darüberhinaus noch verständlich,locker und amüsant geschrieben und deshalb uneingeschränkt zu empfehlen. Hans A. Hey, Heilbronn Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
lesenswert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sünde, Seele, Sex (Taschenbuch)
eine wissenschaftshistorikerin schreibt die geschichte der psychologie. das ist erfrischend, denn sie gehört keiner der sich bekämpfenden psychologischen schulrichtungen an, sondern beschreibt als außentstehende die verschiedenen kozepte der psychotherapie, ihre herkunft, das umfeld, in dem sie sich entwicklet haben. macht ihre zeitbdingtheit deutlich, verfolgt ihre weiterentwicklung. und kommt am ende zu ganz famosen und treffenden beobachtungen zur psychologier der sexualität, kindereziehung etc. weil das ganzer auch noch sehr gut geschrieben ist: lesen!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Solide, allerdings sehr grobe Relativierung des Psycho-Wahns,
Von
Rezension bezieht sich auf: Sünde, Seele, Sex (Taschenbuch)
Auf 177 Seiten gut 100 Jahre Psychologie zusammenfassend darzustellen, einzuordnen und zu beurteilen: Ist das möglich? Miriam Gebhardt versucht es, und es gelingt ihr auch zum Teil. Für dieses Buch gilt jedoch mehr als für andere: Man darf sich nicht mit falschen Erwartungen an die Lektüre machen, sonst wird man schnell enttäuscht. Das Werk mit dem etwas reißerischen Titel "Sünde, Seele, Sex" ist keine Einführung in die Psychologie, keine Fachliteratur, die sich für Prüfungsvorbereitungen eignet, aber auch kein Buch für den unwissenden Laien, der sich mal ein bisschen mit Psychologie beschäftigen möchte. Was genau die Autorin beabsichtigt, das erschließt sich beim Lesen erst nach und nach. Folgt man dem Vorwort, so ist das Ziel, "die verschiedenen psychologischen Theoreme in ihrer historischen Bedingtheit und ihrer sozialen Konstruiertheit zu beschreiben" und "einen vorurteilsfreien Zugang zur ernsthaft betriebenen Psychologie (zu) ermöglichen" (8) Ersteres gelingt gut. Gebhardt legt einen Schwerpunkt darauf, die Entstehung der Psychologie in den Labors von Leipzig, dann Freuds Psychoanalyse, Watsons Behaviorismus usw. jeweils in den historischen, kulturellen und sozialen Kontext zu stellen und hervorzuheben, wie und warum unter den gegebenen Umständen diese Theorien so entstehen und gedeihen konnten. Das wirft einen sehr nüchternen, sachlichen Blick auf die gesamte Psychologie, der sehr wohltuend ist. Auch in dieser Wissenschaft wird sozusagen nur mit Wasser gekocht. Die Einordnungen in das jeweilige Umfeld nehmen einen großen Teil des Buches ein und sind mit Gewinn zu lesen. Schwieriger wird es da mit der zweiten Absicht, einen vorurteilsfreien Zugang zur Psychologie zu ermöglichen. Gebhardt erläutert zwar die Grundzüge der psychologischen Strömungen. Diese reduziert sie aber immer derart auf das Allernötigste, dass man als Laie nicht in der Lage ist, sich daraus eine eigene Meinung zu bilden. Zwar sind ihre Argumentationen in sich schlüssig, anhand der wenigen Fakten, die sie mitliefert, aber nicht wirklich überprüfbar. Die Autorin arbeitet allerdings viel mit Fußnoten und Literaturhinweisen, so dass man sich bei Interesse weiter informieren kann. Auch eineweiterführende Literaturliste ist im Anhang zu finden. Von daher ist dieses Buch eigentlich nur etwas für Menschen, die entweder Vorkenntnisse in Psychologie mitbringen oder bereit sind, sich auf eigene Faust weiter in die Thematik zu vertiefen. Zum unterhaltsamen Auffrischen des eigenen Wissens eignet es sich jedoch gut. Denn es ist in einem sehr lockeren journalistischen Stil geschrieben und gut zu lesen: "Freud ist einer der größten Popstars des 20. Jahrhunderts. Der Generalist hatte für alles eine Erklärung, vor allem für das, was die Leute gar nicht wissen wollten. Deshalb wird ihm jetzt auch alles, was schief läuft, in die Schuhe geschoben. Die wenigsten Kritiker halten es für nötig, zu unterscheiden, was von Freud kam und was nicht. Jeder diplomierte Psychologe, der vielleicht in einer Werbeagentur arbeitet, kann davon ein Lied singen. Seine Arbeit hat mit der Psychoanalyse so viel zu tun wie mit dem Ackerbau. Trotzdem muss er sich Späßchen über den Ödipuskomplex anhören. Beim Reizwort Freud darf jeder frei assoziieren." (66) Vor allem im zweiten Teil des Buches macht Gebhardt sehr deutlich, wie psychologisch unterwandert unser Leben heutzutage ist. Von psychologischer Kriegsführung über Werbepsychologie bis hin zur Kindererziehung, Mythos Mutter, Verhaltenstherapie und den Nachmittagstalkshows hat die Psychologie mittlerweile alle Lebensbereiche durchdrungen. Die angebliche Befreiung durch die Psychologie auf der einen Seite bringt auf der anderen Seite eine enorme Unfreiheit mit sich. Als Beispiel dafür führt Gebhardt den Umgang mit dem Thema Sexualität an. "Die Mittel der sexuellen Kontrolle haben sich in den letzten zweihundert Jahren von der Sanktion in Richtung Information verschoben." (139) Leistungsdruck eben auch auf diesem Gebiet. Weiter untersucht sie, was sie die "Psychologisierung des Normalen" nennt: "Jemand stirbt, und jemand anderes geht in Psychotherapie... Es ist normal geworden, in Lebenskrisen nicht mehr über die Runden zu kommen, ohne psychologischen Beistand." (145) Diese Passagen des Buches beinhalten keine großen Neuigkeiten, fassen aber prägnant zusammen, wie weit uns die Psychologie schon unter ihrer Macht hat. Sich das wieder einmal deutlich vor Augen führen zu lassen, dafür ist der zweite Teil des Buches gut geeignet. In einem abschließenden Abschnitt geht es um die Hinterfragung des "Psychobooms" (151), des Ich-Wahns, um die Vereinsamung bzw. Individualisierung in der Gesellschaft, auf die Gebhardt die Masse an unterschiedlichsten Therapieangebote zurückführt. Damit ist sie in der Gegenwart angekommen. Für wen ist dieses Buch nun also geschrieben? Wenn man sich auskennt, kann das Buch zur eigenen Meinungsfindung beitragen und anregen. Wenn man sich nicht auskennt, kann man die Fakten und Gebhardts Thesen zur Kenntnis nehmen, vielleicht sich neugierig machen lassen. Eines jedenfalls leistet es: Es dient sich nicht der Psychologie an, sondern holt sie von ihrem heilsversprechenden Schwebezustand wieder auf den Teppich der Realität zurück. Durch die Nüchternheit der Analyse, das klare Aufzeigen der kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen wird ersichtlich, dass die Psychologie zwar eine machtvolle und einflussreiche Wissenschaft ist, aber eben auch nicht die Lösung für alle Probleme dieser Welt bereithält. Diese Botschaft ist es sicher wert, gehört zu werden - auch gerade unter Theologen. Agnete Knauer Ichthys 37 (2003), 73f Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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