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am 2. Mai 2011
Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage durchgepflügt und konnte es kaum aus der Hand legen. Hier ermittelt ein Typ Kommissar, den man noch nicht gesehen (gelesen) hat. Dick, ein klein wenig korrupt, ein fürchterlicher Angeber und Unsympath, Alkoholiker und Freßsack. Er ist nicht depressiv wie Wallander oder psychisch angeschlagen wie Carl Moerck sondern verachtet alles und jeden. Seine Chefs und Kollegen sind für ihn allesamt Schwachköpfe und finnische Bauern, während er sich für ein Musterexemplar schwedischer Polizeitradition hält.

Teilweise mit Glück, aber auch unglaublichem Gespür und kriminalistischer Intelligenz löst er einen vermeintlich bedeutungslosen Fall eines alten, stadtbekannten Alkoholikers, welcher erschlagen in seiner heruntergekommenen Wohnung aufgefunden wurde. Dieser jedoch ist ein ganz Anderer als zunächst vermutet und keiner ausser Kommissar Bäckström erkennt diese Zusammenhänge.

Intelligent geschrieben rankt sich dieser Fall weniger um das Verbrechen ansich als um die interessante Figur des Kommissars, der vom Autor ausgesprochen gut skizziert wird. Absolut lesenswert. Brilliant.

Der deutsche Titel "Sühne" allerdings geht komplett am Thema vorbei. Ich weiß nicht, wer sich solch einen Blödsinn einfallen läßt.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. April 2009
An Leif GW Persson scheiden sich die geister. Diejenigen die einen skandinavischen thriller erwarten werden oftmals enttäuscht. Kenner des deutschen öffentlichen dienstes jedoch, werden regelmäßig an ihre eigenen dienstlichen wahrnehmungen erinnert, die so sehr nicht von den geschilderten nordischen verhältnissen abweichen. Der autor kennt den schwedischen polizeidienst offensichtlich aus jahrelanger zugehörigkeit, er kennt die grabenkämpfe in einer polizeibehörde, die interaktionen mit anderen staatsinstitutionen und ordnet auch die politischen einflüsse richtig ein. Als solcher weiß er, daß mordfälle in der regel unspektakuläre beziehungstaten wiederspiegeln. Ich habe bisher alle deutschen übersetzungen von GW Persson gelesen. Dabei fällt auf, daß der personenkreis der polizeibeamten zwar variiert, aber daß einige "hauptdarsteller" immer wieder vorkommen, sei es als antiheld, versager, bösewicht = Bäckström oder aber der oberste polizeichef Lars Martin Johansson, oder die von der polizeiinspektorin bis zur bezirkspolizeichefin beförderte Anna Holt. Der in jahrzehnten beobachtete berufliche werdegang der polizeibediensteten wird so dargestellt, wie er auch in wirklichkeit ablaufen könnte. Die langjährigen berufserfahrungen werden in den chronologisch aufgebauten romanen mit einbezogen. Der verfasser weiß daß neid, eifersucht, korruption, rassismus, trunksucht, sexskandale, kurz menschliche verfehlungen(ohne anspruch auf vollständigkeit) auch in den karrieren unserer polizeidarsteller vorkommen können, natürlich neben den noch größeren abirrungen der straftäter. Um das bild abzurunden, GW Persson ist bei der schwedischen ausgabe von XY ungelöst mit beteiligt und professor der kriminologie. Ein solcher fachmann schreibt also kriminal- besser gesagt polizeiromane, die das leben der schwedischen gesellschaft wiederspiegeln. thriller sind es nicht, kritiker bemängeln den fehlenden spannungsbogen. Ich bevorzuge polizeiromane die sich an tatsachen orientieren und die sich im alltag genauso zugetragen haben könnten. Zugetragen auch, unter berücksichtigung der erwähnten menschlichen schwächen.

Ohne zuviel vom inhalt der "Sühne" zu verraten "Oberferkel" Bäckström läuft wieder zur hochform auf. Im gegensatz zu früheren romanen gibt es mehrere leichen. Aber im vergleich zu amerikanischen machwerken hält sich der munitionverbrauch wohltuend in grenzen und die handlung scheint plausibel. Wer für was sühnt, ist mir nicht ganz klargeworden.
Fazit: als kenner und liebhaber der polizeiromane von Leif GW Persson habe ich mich wieder köstlich amüsiert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Dezember 2012
In einer heruntergekommenen Wohnung, gelegen in einem Außenbezirk Stockholmes, findet ein junger Zeitungsausträger inmitten leerer Schnapsflaschen eine Leiche.

Die Polizei ist sofort überzeugt: Sie haben es hier mit einem ausgearteten Saufgelage zu tun.

Man schiebt den Fall Kommissar Bäckström zu. Es kann ja nicht so schwer sein, den Mörder zu finden. Das schafft sogar Bäckström, meinen die Kollegen. Doch plötzlich nimmt das Geschehen größere Ausmaße an, als ursprünglich vermutet.

Meine Meinung:

Perssons Antiheld Bäckström ist Geschmackssache. Ich komme mit dieser Figur nicht so gut zu recht.

Persons Romane skizzieren allerdings die schwedische Gesellschaft ohne anzuklagen. Das finde ich widerum interessant. Er beschreibt in diesem Buch wie Stockholm in seinen Randbezirken aussieht. Auch dort herrscht Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, ein hohe Quote an Ausländern.

Er erzählt, dass die schwedische Polizei selbst Einwanderer oder deren Nachfahren in speziellen Teams solchen Vierteln zuteilt. Diese Teams sollen Vertrauen zu den staatlichen Organen schaffen, Zuwanderer besser in der schwedischen Gesellschaft integrieren.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Januar 2014
Ich habe schon viele Skandinavier gelesen, immer mal wieder gibt es Höhen und Tiefen. Dieses Buch habe ich irgendwann nur noch diagonal gelesen und letztendlich weggelegt. Der unsympathische Proganist leidet an grenzenloser Selbstüberschätzung, was der Sache eigentlich keinen Abbruch tun muss. Nur hier hat es Herr Persson übertrieben: Das Buch ist überfrachtet mit Zynismus, Chauvinismus, Rassismus, Sexismus... irgendwann hat man keine Lust mehr. Zumal auch die Handlung selber nicht so recht in Fahrt kommt. Mir fehlte am Ende doch der Spannungsbogen. Parallel wird ein interessantes Gesellschaftsbild gezeichnet, insbesondere die Randbezirke der schwedischen Metropole kommen ganz schlecht weg. Mag sein, dass dies so ist - als Krimi fand ich dieses Buch einfach nur schlecht.
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8 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. April 2009
Beim Kauf dieses Buches bin ich einer stern-Rezension gefolgt, die einen schwedischen Kommissar der etwas anderen Art versprach...
Das ist Kommissar Bäckström tatsächlich: er ist klein, fett, verfressen und versoffen, aber hält sich für Clint Eastwood mit der "Supersalami", er geht borstig und sarkastisch mit seinen Kollegen um, hat vor niemandem Respekt, bezieht Nebeneinkünfte, indem er für einen schwulen Kunsthändler und Ex-Ganoven den Informanten spielt.
Das klingt spannend und ist tatsächlich erfrischend neu.
Wenn man schwedische Krimis mag, aber mal anderes lesen will als Mankells Betroffenheitsliteratur und Hakan Nessers bisweilen arg konstruierte Anleihen beim tiefenpsychologischen Fach lässt man sich zunächst gerne auf Perssons Bestseller ein.

Zur Handlung:
Ein alleinstehender Mann, Alkoholiker mittleren Alters, wird von einem jungen farbigen Zeitungsausträger erschlagen in seiner Wohnung aufgefunden. Was zunächst nach einem Mord unter Zechbrüdern aussieht, entpuppt sich als sehr verzwickter Fall: es gibt Verbindungen zu zwei Raubüberfällen, der Tote lagerte Millionen Kronen in einem Bankschliessfach und war offenbar als Geldwäscher tätig, hat Kontakte zu iranischen Mafiosi, einen illegitimen autistischen Sohn, der zu Gewalt neigt und mit ihm im gleichen Haus lebt, er machte dubiose Wettgeschäfte mit alten Freunden, von denen einer hochrangiger Polizeibeamter war...
Reichlich Stoff für Ermittlungen also, sehr viele Verdächtige - nur leider zieht sich die Handlung so zäh hin, dass ich mehrere Anläufe brauchte, um das Buch zuende zu lesen.
Die Fülle der Figuren und Nebenfiguren entwickelt sich bald zu einem verwirrenden Gewimmel; auch wenn sie sehr klischeehaft charakterisiert sind, hatte ich schon bald den Überblick verloren: die korrekte Lesbe, die wodkaspendierende Russin, die kubanische Einwanderin und schönste Polizistin Schwedens, der saufende Finne, der Inzestuöse mit den Troddelstrümpfen - all diese Figuren, von denen es noch zig mehr gibt, sind so überzeichnet und flach, dass es langweilt.
Kommissar Bäckstrom ergeht sich gerne in kryptischen Andeutungen "... damit die anderen was zu kauen haben...", aber da der Autor ihn das mehr als 30 mal tun lässt, stellt sich irgendwann der Überdruss beim Leser ein.

Leif GW Persson ist laut Klappentext Professor für Kriminologie und Sicherheitsberater höchster Kreise. Da hatte ich gehofft, ein wenig von seiner Kompetenz und dem Insiderwissen im Roman wiederzufinden - leider Fehlanzeige.
"Fundierte Kenntnisse der schwedischen Gesellschaft" werden ihm hier attestiert: falls sich das im Buch widerspiegeln sollte, dann ist die schwedische Gesellschaft von zweifelhaften Einwanderern hoffnungslos überrannt, alle Schweden und besonders die Finnen saufen und hassen Schwule und die vielen Ausländer, sie sind korrupt, rassistisch, chauvinistisch und rachsüchtig und hegen derbste und niederträchtigste Gedanken...
Kurz: dieser Krimi ist gewollt politisch unkorrekt und überfrachtet rotzig bis zur Parodie, weniger von allem wäre mehr gewesen.

Zwei Sterne gebe ich für den Bruch mit der schwedischen Krimi-Konvention, aber mehr werden es nicht. Es mangelt an Spannung, es gibt zu viele Figuren, die nur Karikaturen sind, und originell ist die Handlung auch nicht.
Sehr schade!

Für echten nordischen Lesegenuss empfehle ich die perfekt geschriebene Krimi-Trilogie von Stieg Larsson und den norwegischen Autor Jo Nesbo, besonders seine 3 jüngsten Hole-Krimis. Sehr spannend und literarisch anspruchsvoll.
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