In diesem Buch wird eine wahrhaft paradiesische Region in Europa beschrieben. Nirgendwo sonst blühen im Frühling die Apfelbäume so prächtig, nirgendwo sonst steigen einem im Herbst intensiver feine Fruchtaromen in die Nase und betören auf subtile Art.
Vor noch nicht all zu langer Zeit waren die Bauern Südtirols bitterarm. Das hat sich geändert seit der EU- Subventionen und das war gut so. Denn viele Bergbauern konnten ihre Gehöfte sanieren, für Touristen interessant gestalten und sich dem ökologischen Anbau von Gemüse, wie auch Früchten und der biologischen Aufzucht von Tieren widmen. Dies hat zu exzellenten Ergebnissen geführt beim Tiroler Schinken, bei verschiedenen Bergkäsesorten, dem Brot, dem Wein und schließlich bei vielen saftig-aromatischen Obstsorten. Über all dies schreibt das Autorenteam ausführlich und sehr interessant. Neue Wege werden auch in der Küche beschritten.
Der Speckknödel ist schon lange nicht mehr das Maß aller Dinge. Man erfährt von einer Fülle hervorragender Gerichte - durchaus mit mediterranem Einfluss -, die hier auf den Tisch gebracht werden. So liest man von " Kastaniennudeln mit Wildragout", Rinderfilet mit Bergheu in der Salzkruste gegart", oder "Ravioli mit Bergziest" und es wird einem nahegebracht, wie man dies und anderes mehr zubereitet. Wer weiß schon, was sich hinter dem Begriff "Wollspindel", "Zonenkugel", "Knollenziest" oder aber dem einer "Erdmandel" verbirgt. Die beiden Autoren verraten es einem und nicht nur das, sondern auch, welche Köche, in welchen Restaurants am besten kochen und welche der hier angebauten Weine - nicht nur Traminer - am vortrefflichsten munden.
Auf historische Besonderheiten in Bozen, Meran und Brixen wird hingewiesen und es werden Landschaften, Täler, Hochebenen, wie auch Bergformationen knapp, jedoch einprägsam skizziert. Im Vordergrund von allem aber steht Lukull und seine Gaben. Wer sich ein paar Tage erholen möchte, wird hier in Südtirol zu allen Jahreszeiten Freude haben, wie dieses wirklich gelungene, schöne Buch deutlich macht.