Das Abenteuerpaar aus dem Allgäu, Gabi Christa und Uwe Scharf, stellen nach dem Erfolg ihres ersten Afrikareisebuches "Transafrika", jetzt die Fortsetzung vor: "Südliches Afrika abseits ausgetretener Pfade". Und wieder geht es mit einem ihrer geliebten Landrover von Kapstadt nordwärts. In rascher Abfolge werden Begegnungen mit Menschen und der fantastischen Tierwelt beschrieben, es geht durch Namibia, Sambia, Botswana und wieder zurück an den Tafelberg. Die zweite Reise führt zur sagenumwobenen Diamantenküste in der Wüste Namib, die nach jahrzehntelanger Vollsperrung erst wieder seit 2007 mit Sondergenehmigung im Konvoi befahren werden darf.
Gabi und Uwe beschreiben teilweise akribisch ihre Reise. Landroverfreaks und Namibiainteressierte werden hier voll auf ihre Kosten kommen! Unzählige, in den Text eingefügte Schwarz/Weiss-Bilder, geben beim Lesen die Ambiente wieder: Toys, Landys, Wracks, hübsch gedeckter Tisch im Busch, Fähren, Fischer, Tiere aller Gattungen, Marktstände, Trucks, Unfälle, Wüste und immer wieder ein sandblechbestückter Landrover, der nach großer Fahrt aussieht. Man sieht, daß die beiden ihr Leben in vollen Zügen genießen und der Leser erfährt durch viele detaillierte Informationen, daß es ein Kinderspiel ist, diese Route nachzufahren! Die Autorin meint denn auch, sie wolle dem Leser damit die Angst vor Afrika nehmen.
Das hübsch aufgemachte 200-seitige Buch ist somit ein interessantes Zeitzeugnis und eine sehr anheimelnde Reiseerzählung. Es will sich allerdings weder als Roadbook, noch als Reiseführer verstehen. Das Buch führt den Leser eher vorsichtig an den Gedanken heran, diese Reise einmal selbst vorzubereiten und nachzumachen! Denn trotz der martialischen Titel beider Bücher handelt es sich hier um schnell realisierbare "Transafrikareisen" durch relativ zivilisierte Länder des südlichen Afrikas. Auch die abseits liegenden, noch nicht ausgetretenen Pfade sind durchaus familientauglich mit geringen Risiken und Nebenwirkungen.
Ich würde dieses Buch auf den Gabentisch von Menschen legen, die schon mal auf Sizilien waren, der Route 66 nachgefahren sind, die Sydney und Thailand kennen, und jetzt vielleicht neue, originellere Horizonte suchen. Sich den Hauch von Afrika um die Ohren blasen lassen, an Wasserlöchern von Stanley & Co. träumen, mit der Welt in Verbindung bleiben, in die glühende afrikanische Abendsonne hineinzutauchen, neue Gerüche, neue Perspektiven aufnehmen, das bringt die Autorin in einer liebevollen, sanften Sprache dem geneigten Leser näher und sagt ihm: " Mach es! "