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Süden: Roman
 
 
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Süden: Roman [Gebundene Ausgabe]

Friedrich Ani
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Droemer (14. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426199076
  • ISBN-13: 978-3426199077
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 33.025 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Friedrich Ani
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das ist das Krimi-Comeback des Jahres" BRIGITTE, 19.04.2011

Kurzbeschreibung

Zurück in München erhält Tabor Süden als Detektiv den Auftrag, nach dem Wirt Raimund Zacherl zu suchen. Der Fall ist genau das Richtige für den ehemals so erfolgreichen Ermittler: Ein Mann verlässt sein Durchschnittsleben, und jeder fragt sich, warum. Mit seinen besonderen Methoden fi ndet Süden die Spur des Wirts und verfolgt sie bis nach Sylt – und schon längst hat er begriffen, dass niemand den Mann wirklich kannte.

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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Von 1998 bis 2005 hatte der Münchner Schriftsteller Friedrich Ani in 14 Büchern seinen Kriminalkommissar Tabor Süden mit seinem Team bei der Münchner Kripo Morde aufklären und schwerpunktmäßig nach vermissten Menschen suchen lassen. Obwohl diese Bücher niemals die Auflagen erzielten, wie etwa die vieler skandinavischer Krimireihen, wurden sie regelmäßig von der Literaturkritik hoch gelobt, die seit den Romanen von Sjöwahl/Wahlhöö von einem Krimiautor nicht mehr so begeistert war.

Und das lag an der Perspektive von Friedrich Ani, an der Weise, wie er selbst und mit ihm seine Hauptfigur Tabor Süden die Welt und die Menschen betrachtet, wahrnimmt, erleidet, spürt und nicht selten regelrecht "liest."

Mit dem Roman "Süden und der Mann im langen, schwarzen Mantel" war dann für Tabor Süden Schluss. Er hängte den Polizistenberuf an den Nagel und wollte etwas ganz anderes machen. Ob Friedrich Ani damals schon daran dachte, ihn irgendwann nach einigen Jahren wieder zurückzuholen, wie er es jetzt mit dem hier vorliegenden Roman tut, glaube ich weniger. Zunächst erfand er mit dem ehemaligen Priester Polonius Fischer einen Ermittler im Münchner Dezernat 11, der in leider nur drei Bänden seine Ermittlungstätigkeit nicht nur verband mit tiefen philosophischen und theologischen Reflexionen auch über sein eigenes bewegtes Leben, sondern auch ein ähnliches Faible entwickelte wie Tabor Süden für die Outlaws, die Unsichtbaren und unsichtbar gemachten Menschen in einer Gesellschaft, die ihr unteres Segment aufgegeben hat.

Fast zeitgleich entwickelte er bei DTV eine Reihe von kurzen Krimis um den "Seher", den bei einem Einsatz erblindeten Kommissar Jonas Vogel und seinen ebenfalls bei der Münchner Kripo arbeitenden Sohn.

Allen drei Polizistenfiguren von Friedrich Ani hat er seine eigenen Fähigkeiten und Vorlieben angedichtet. Sie sehen die Menschen, dort, wo anderen blind sind, sie lieben, jeder auf seine Weise, die Menschen, auch wenn die anderen und sie sich selbst längst aufgegeben haben. Und sie suchen nach dem, was dahinter ist, was verschwunden ist, sie fühlen und lesen "die leeren Zimmer."

Nun ist Tabor Süden zurück. All die Jahre war er Köln, hat dort als Kellner gearbeitet, als ihn ein Anruf aus München dorthin regelrecht zurückzwingt. Sein Vater, der vor 35 Jahren einfach verschwand und damit eine noch immer schmerzende Wunde in Süden zurückließ, hat sich gemeldet. Weil er, ihn suchend, sich in München von irgendetwas ernähren muss - Süden ist ein armer Mann geblieben-, heuert er bei einer Detektei an, die er aus seiner Zeit als Kommissar kennt und bekommt einen Fall eines Mannes, der seit zwei Jahren verschwunden ist.
Die Frau des Gastwirts Zacherl hat den Auftrag erteilt, noch einmal nach ihrem Mann zu suchen, und Süden spürt, dass sie ihm zunächst nicht alles erzählt, was sie weiß. Er begibt sich, wie früher auch schon, auf die Spuren, redet mit vielen Menschen, liest zwischen den Zeilen, hört das, was verschwiegen wird, und wird irgendwann selbst zu dem Verschwundenen, lernt so zu denken und zu fühlen wir er.

Parallel sucht er nach dem verschwundenen Vater und spürt erneut die schmerzhafte Wunde in seinem Leben, das auch mit diesem neuen Fall - wieder einmal - auf dem Spiel steht.
In einer Zeitungsrezension war einmal über Anis Bücher folgender Satz zu lesen: "Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken".
Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich möchte ergänzen: er lernt auch anders mitfühlen und anders über Menschen urteilen, die die Gesellschaft längst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, längst in sich selbst verschwunden sind, in "leeren Zimmern" leben.

Man wird sehen, ob Ani Tabor Süden "weiterleben" lässt, und vielleicht auch lieben (im neuen Roman gibt es dazu einen zarten Ansatz) oder ob möglicherweise auch Polonius Fisher einmal wiederkehrt. Ich hätte nichts dagegen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das große Schweigen 16. Januar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
2005 reichte es ihm plötzlich: Tabor Süden, der als Kommissar beim Münchner Kriminaldezernat auf höchst eigenwillige Weise (nämlich schweigend und saufend) nach Vermissten suchte, hängte seinen Job an den Nagel. Ungezählte verlorengegangene Menschen hatte er aufgespürt, ihr Leben durchleuchten und ihr Verschwinden geklärt; nur den wichtigsten Fall, seinen persönlichsten, konnte er bis zuletzt nicht lösen: den seines verschwundenen Vaters. Als auch noch sein bester Freund Martin Heuer Selbstmord beging, stand Südens Entschluß fest. Er tauchte in Köln unter, wo er fortan in einer Altstadtkneipe kellnerte. Trauriges Ende eines genialen Hirns, möchte man meinen.

Es sei alles erzählt, was zu erzählen wäre, erklärte Autor Friedrich Ani seinerzeit die Entscheidung, seinen Ermittler nach insgesamt zehn Romanen (mit so erhellenden Titeln wie Süden und der Luftgitarrist, Süden und der Mann im langen schwarzen Mantel oder Süden und der Straßenbahntrinker) in den Ruhestand zu schicken. Doch offenbar gibt es doch noch einiges, das ungesagt blieb; denn jetzt, sechs Jahre später, ist mit »Süden« ein neuer Roman mit dem grantelnden, schweigenden Münchner Ermittler erschienen. Wieso diese unerwartete Rückkehr?

»Er kam von selber, ehrlich gesagt, schon vor zwei Jahren«, meint Ani im Interview, »aber ich musste ihn versteckt halten, weil die Umstände für sein Erscheinen ungünstig waren. Dank eines österreichischen Türaufsperrers namens H.P. Übleis konnte er jetzt endlich ins Freie gelangen«. Hans Peter Übleis ist der Verleger des Knaur Verlags, bei dem Anis »Süden«-Werke erscheinen. Offenbar hat man dort (nachdem zwischenzeitlich das ZDF zwei der Krimis fürs Fernsehen verfilmte) das Potential einer neuen Reihe erkannt.

Wie auch immer, des Ermittlers literarische Rückkehr beginnt so: Ein Anruf seines verschollen geglaubten Vaters überrascht ihn in Köln. Offenbar ist Branko Süden in München aufgetaucht. Bevor die beiden allerdings viele Worte wechseln können, bricht das Telefonat ab.

Aufgewühlt reist der Ex-Kommissar nach Bayern. Dummerweise scheint sein Vater so schnell wieder untergetaucht, wie er erschienen ist. Wo zum Teufel steckt er jetzt? Tabor nimmt seine Spur auf ' diesmal nicht im Dienst der Polizei, sondern im Zuge eines anderweitigen Auftrages für eine Privatdetektei. Ein lässiger Job, denkt er, der ihm den Unterhalt sichert und zudem genügend Zeit läßt, um nach seinem Vater zu fahnden.

Seltsamerweise führen alle Spuren ins Nichts ' beziehungsweise in die Kneipen der bayrischen Landeshauptstadt, in denen Süden sich bekanntlich schon immer heimisch fühlte.
Betrunken, wie er fortan ist, fällt es ihm schwer, seiner neuen Arbeit nachzugehen. Denn da ist noch Ilona Zacherl, die die Detektive mit der Suche nach ihrem vermißten Mann Raimund beauftragt; einem unauffälligen, schweigsamen Gastwirten. Aber aufs Schweigen versteht sich auch Süden, vielleicht sogar noch besser. Denn je mehr er wortlos dasitzt, umso mehr beginnen die Leute um ihn herum zu plaudern. Und siehe da, so unscheinbar war das Leben des Raimund »Mundl« Zacherl gar nicht. Aber manche Menschen, so weiß Süden, werden ja auch erst durch ihr Verschwinden richtig sichtbar.

Was in gewisser Weise auch auf den kleinen Benedikt zutrifft, auf dessen Spur er zufällig während der Suche nach Zacherl stößt; der Bub hockt seit Tagen eingesperrt in der Wohnung, weil seine Mutter es mit ihrem neuen Freund treibt und ihren Sohn dabei vergessen hat.
Quasi nebenbei bringt Süden dem Kleinen seine Mutter zurück ' und sich selbst am Ende sogar, man glaubt es kaum, den Vater.

Keine Frage, Süden hat sich in den sechs Jahren seiner Abwesenheit nur unwesentlich verändert: Er schweigt, wenn er säuft, und wenn er nicht säuft, spricht er in lakonisch kurzen Sätzen. Und es ist eine ansehnliche Sammlung bitterer Tragödien, mit denen er konfrontiert wird.

Irgendwie sind sie ja auch faszinierend, diese Dramen, obschon ein paar ausufernd erzählte Schicksale weniger dem Roman ganz gutgetan hätten. Gelegentlich schleicht sich trotz der reduzierten, knappen Sprache Anis eine gewisse Zähigkeit ein; das paßt zwar zu dem verbissen schweigenden, ständig saufenden Protagonisten, aber es zieht die Geschichte unnötig in die Länge.

Davon abgesehen ist der Roman aber eine gelungene Fortsetzung der alten und ein vielversprechender Auftakt der neuen Süden-Reihe. Band 12, Süden und die Schlüsselkinder: Roman, erscheint im November 2011.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Mayr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der inzwischen 51-jährige Tabor Süden quittiert seinen Dienst als eigentlich erfolgreicher Haupt-Kommissar der Vermisstenstelle der Münchner Polizei, zieht nach Köln und vereinsamt dort vollständig abgebrannt und fast verwahrlost, bis ihn ein kurzer Anruf seines seit seiner Kindheit vermissten und verschwundenen Vaters nach München zurück holt. Um während seines Aufenthaltes über die Runden zu kommen, beginnt er widerwillig, als Privatdetektiv zu arbeiten und soll den seit mehreren Jahren verschwundenen, ehemaligen Gastwirt Zacherl auf Wunsch seiner Ehefrau aufspüren, nachdem frühere Versuche von früheren Kollegen seiner Dienststelle und anderer Privatermittler längst scheiterten. Aufgrund seiner von Schweigsamkeit geprägten, introvertierten Beharrlichkeit und seiner Menschenkenntnis entdeckt er nicht nur eine erste Spur, auch nähert er sich seinem ebenfalls spurlos verschwundenem Vater und entdeckt weitere Menschen, die dringend gefunden werden müssen. Seine nur gemächlich voran schreitenden Recherchen führen ihn zurück in seine eigene, selbst verloren geglaubte Vergangenheit und durch das Münchner Milieu bis nach Sylt, bis er entdeckt, dass alles anders zu sein scheint, als ihm vielleicht glauben gemacht werden sollte.

Ani bleibt seinen Milieu- und Charakterstudien auf literarisch unglaublich hohem, sprachlich eigensinnigem Niveau treu und fasziniert und schockiert zugleich durch seine brutale, ehrliche und offene Authentizität, die somit immer wieder punktuell krasse Zweifel an der Fiktion dieses Romans entstehen lassen und bewusst irritieren. Wortgewaltig und in seitenlangen Monologen lässt er tiefe Blicke in das Denken, in das Fühlen, in die Köpfe, Herzen und Seelen seiner Protagonisten zu, packt verstörend plastisch die alltägliche Ängste und geplatzte Träume, die alltägliche Resignation gescheiterter Existenzen und drischt damit mit aller Härte auf den Leser ein. Der scheinbare Realismus wirkt krass und verstört zutiefst, so dass ich selbst nach einigen Kapiteln immer wieder Abstand gewinnen musste, weil die manische Melancholie und die depressiven Schilderungen der traurigen Schicksale des 'echten Lebens' so bildhaft geschildert werden, dass es nur schwer ist, sie als Fiktion und als Roman wahrzunehmen. Damit ist Ani erneut ein packender Krimi gelungen, der tief in das menschlische Dasein gescheiterter und nicht gescheiterte Existenzen, noch offener und längst geplatzter Hoffnungen blicken lässt, wie ich selbst es so von keinem anderen Autoren kenne. Klappt man die letzte Seite zu, ist man vielleicht kurz erleichert, geht man aber hier in München an einer kleinen, dunklen, bierdunstigen Stadtrand-Kneipe weit nach Sonnenuntergang vorbei und lauscht den vorbei fliegenden Wortfetzen der einsamen, verlassenen Seelen, die dort nach nach dem längst verlorenen Sinn ihres Lebens suchen oder die Suche längst in Alkohol ertrunken haben, weicht die Erleichterung sogleich wieder einer Schwermut, die noch lange nach der Lektüre seines Romans wirkt und es schwer macht, den Roman zu vergessen. Ein anfänglich unscheinbarer Krimi, der schnell einen tiefen Sog in die tiefsten Abgründe entwickelt und von seiner brutalen Authentizität lebt.

Für nicht in Bayern lebende Leser mag die Mundart und die so detaillierte Skizzierung Münchens anfänglich vielleicht verwirrend wirken, wer sich aber etwa auch mit den Münchner Tatort-Folgen um Batic und Leitmayr anfreunden kann und etwa an der Folge "Nie wieder frei sein" Gefallen aufgrund der ebenso verstörenden Authentizität der krass sozialkritischen Milieustudie fand, wird sich auch schnell auf einen Ani einlassen können und verstehen, warum er zwischenzeitlich zahlreiche und nicht nur bayerische Literaturpreise gewonnen hat.
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