Zuerst kurz zum Material: Die Karten kommen in einem robusten Hartkarton-Kästchen in Hochglanzschwarz an. Die Schachtel haben wir schon mehr als häufig aus dem Spielschrank gezogen und sie ist noch immer wie neu. Dasselbe gilt für die ebenfalls sehr robusten Karten, die sich nicht schnell abstoßen wie in manch anderer Memory-Ausgabe.
Zum Spiel selbst: Über die Spielregeln muss ich ja nicht viel Worte verlieren. Sie sind bei Memory ja recht simpel und jeder kennt sie. Die Besonderheit ist eben die kreative Mischung der Pärchen, die man zusammensuchen muss. Nicht wie sonst müssen die gleichen, zueinander passenden Motive/Bilder oder Worte zueinander gefunden werden, sondern Kartenpaare, auf denen teilweise doppelsinnige Worte stehen, die aus denselben Buchstaben zusammengesetzt sind. Jedes Wort, ob bekannt oder die jeweilige kreative Wortschöpfung aus Buchstabendrehereien, wird von einem netten Foto "veranschaulicht". Zum Beispiel sieht man auf der süßen "Mastferkel"-Karte ein Ferkelchen, auf der dazugehörigen "Fastmerkel"-Karte ein gar liebreizendes Konterfei eines Doubles unserer Kanzlerin, eine Fast-Merkel eben. Auf der "Reiseplan"-Karte wiederum ist eine Karte abgebildet, die dazugehörige "Preiselan"-Karte wiederum zeigt die Preisanzeige einer Tankstelle, tja, und der Elan der lieben Tankstellen bzw. der Benzinkonzerne beim Erhöhen der Preise ist ja gerade derzeit wieder zu bewundern. Mit Karten-Paaren wie "Schaumbaden-Baumschaden", "Stahlkelle-Kahlstelle", "Riesenwampe - Wiesenrampe" oder auch mal einem etwas anzüglicheren Paar wie dem "Powershoppen - Schowerpoppen" u.v.m. geht es sehr lustig und mit Hintersinn in Wort und zugehörigem Bild voran.
Es muss sicher nicht erwähnt werden, dass man, so rät sinnig auch die beigelegte Spielanleitung, komplizierte oder das nicht jugendfreie Memo-Doppel des "Showerpoppens" vor dem Spielen mit Kindern je nach Alter aussortiert werden sollte. Manchmal war ich aber doch auch überrascht, wenn ich ziemlich komplizierte Karten im Spiel ließ, wie gut manchmal Kinder doch dabei sind, auch und gerade diese Memory-Version (schon ab 9 Jahren) sehr erfolgreich zu bewältigen. Ich sag nur: Ausprobieren!
Natürlich wird bei dieser Version neben den Wörtern auch die eigene Memory-Gewohnheit ziemlich durcheinandergewirbelt. Wortpaare mit vertauschten Buchstaben müssen gesucht werden. An den Bildern kann man sich während des Spiels nur bedingt orientieren, denn zu einem Foto gehört ja ein ganz anderes, das lediglich den Sinn des jeweiligen Wortes darstellt, nicht aber einfach den Doppelgänger zu einem anderen Bild. Das ist nicht nur kreativ, sondern auch eine kleine Herausforderung - auch für Memorygeschulte graue Zellen. (Mein Tipp: Zusätzlich schwierig wir es, wenn man die Karten nicht systematisch in Reihen legt, sondern nach dem Mischen ziemlich durcheinander auf dem Tisch verteilt, dann kann man sich zusätzlich nicht so leicht orientieren und greift noch öfter daneben, bzw. muss noch konzentrierter an die Sache herangehen.)
Kurz und gut: Auch nachdem ich es schon öfter mit verschiedenen Leuten gespielt habe, kann ich sagen: Das gemischtes Doppel ist eine tolle Idee für Memory-Fans mit Freude an der Worakrobaterei. Es hat mir/uns schon viele vergnügliche halbe Stunden in lustiger Runde beschert. Und es bleibt auch nach mehrmaligem Spielen eine lustige und herausfordernde Angelegenheit!