Als leidenschaftliche Hobbyköchin mit Vorliebe für die italienische und chinesische Küche bin ich durch das Buch auf den Geschmack für die südafrikanische Kochkunst gekommen. Kurioserweise hatte ich mich nie für die südafrikanische Küche interessiert, aber das Buch zeigt, wie vielfältig, originell und exotisch die Essenskultur des schwarzen Kontinents sein kann.
Interessant ist zu erfahren, dass sich in Südafrika schon vor etlichen Jahrhunderten eine Melange aus verschiedenen Essenskulturen etabliert hat, die hierzulande als Fusion-Küche bezeichnet wird. Die Einflüsse stammen hauptsächlich aus dem asiatischen Raum, die die indonesischen Einwanderer nach Afrika mitbrachten. Dort vermischte sich die Kochkultur dann schließlich mit der traditionellen europäischen Küche, so vor allem mit der französischen und niederländischen. Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich, wenn man die ehemalige Kolonialpolitik der beiden Länder in Betracht zieht. Jedenfalls vereinigt die südafrikanische Küche Einflüsse aus Asien, Europa und Afrika und hat sich aufgrund dessen zu einem eigenständigen Stil mit hervorragenden Geschmacksrichtungen entwickelt.
Ich habe bereits mehrere Rezepte ausprobiert, und zu meiner eigenen Verblüffung muss ich sagen, wie einfach doch die Zubereitung der meisten Gerichte ist. Mithilfe der sehr guten Anweisungen ist es wirklich ein Leichtes, ausgefallene Speisen zu kochen, die mitunter auch nur wenig Zeit in Anspruch nehmen. So zum Beispiel die Erdnuss-Suppe: Alles, was man braucht, sind lediglich ein paar Basics" wie Knoblauch, Zwiebeln, Möhren, Weißwein, Porree, Zucker, Curry, Sahne, Erdnussbutter und natürlich Erdnüsse sowie Kokosmark - und in 20 Minuten hat man eine hervorragende Suppe zubereitet. Empfehlenswert ist auch das Okra-Mais-Chutney, das kinderleicht zuzubreiten ist. Wer's lieber etwas fruchtiger mag, dem sei der Springbock mit Honig-Zitronen-Sauce empfohlen. Und für alle, die lieber Fisch als Fleisch essen: Erst kürzlich habe ich den südafrikanischen Zandertopf zubereitet, und zwar mit Perlzwiebeln, Koriandersamen, Rosinen, Kirschtomaten und Kartoffeln. Das war wirklich klasse, so delikat habe ich Zander noch nie genossen.
Anderes Beispiel: Kohlrouladen - klar, die kennen wir alle. Aber haben Sie diese schon mal mit Maismehl, Currypulver und Tomaten zubereitet? Nein? Dann haben Sie echt etwas verpasst. Die Kohlrouladen bekommen mit diesen Zutaten eine ganz andere Geschmacksrichtung.
In dem Kochbuch werden so viele und verlockende Rezepte angeboten, dass ich mich kaum entscheiden kann, woran ich mich als nächstes wagen soll. Und mal ganz ehrlich: Die Zubereitungsanweisungen sind so einfach beschrieben, dass man eigentlich gar nichts falsch machen kann. Ob es sich dabei nun um Vorspeisen, Salate, Chutneys, Fleisch, Fisch oder Desserts handelt - mit diesem Buch macht das Kochen wirklich Spaß, und man kann seine Gäste wirklich überraschen. Lobenswert an dem Buch ist auch, dass zu jedem Gericht ein passender südafrikanischer Wein empfohlen wird. Die meisten Weine Südafrikas sind bei uns im Handel erhältlich.
Also: Wer Einblicke in die südafrikanische Küche gewinnen will, dem sei dieses Kochbuch aufs Wärmste empfohlen. Die Rezepte sind kurz und knapp beschrieben, sodass man nicht allzu viel lesen muss. In diesem Sinne: Bon Appetit.