Produktinformation
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Als Joan im Alter von dreißig Jahren mit dem Zen-Buddhismus in Berührung kommt, ist sie an einem schier hoffnungslos erscheinenden Tiefpunkt ihres Lebens angelangt. Ohne rechte Hand geboren, hat sie als Kind schon verinnerlicht, daß sie »anders« ist - durch ihre Mißbildung dazu prädestiniert, Randgruppen der Gesellschaft und Grenzbereiche der Psyche kennenzulernen. Doch wie mit der sozialen Ausgrenzung umgehen, mit den eigenen Ängsten, Unsicherheiten, Minderwertigkeitsgefühlen, mit der Wut auf die braven Bürger, die sie als Außenseiterin abstempeln und ihr kaum eine Chance zur Integration geben? Ist die Stille der Meditation, die bei einem eher beiläufigen Besuch des Zen-Zentrums von Berkeley etwas ganz Neues, Ungeahntes in ihr zum Klingen bringt, vielleicht das Rezept zur Besänftigung, zur Heilung ihres inneren Tumults? Joans ungeschminkter Erfahrungsbericht über das, was sie selbst das »Aufwachen aus dem Drama meines Lebens« nennt, ist kein Lehrstück über Meditation als Allheilmittel für die Probleme des Lebens. Es ist die mit unter die Haut gehender Intensität, entwaffnender Selbstironie und einem zielsicheren Gespür für das Wesentliche geschriebene Geschichte einer rasanten Fahrt auf der Achterbahn des Lebens.3-10-059004-XBehutsam werden in diesem Roman die Geschichten und Gefühlswelten zweier Frauen verflochten, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben und doch beide von ihren Künstler-Vätern geprägt sind: Maria, eine junge Architektin aus Stockholm, macht sich auf die Suche nach ihrem Vater, der die Familie vor langen Jahren verließ, um spurlos zu verschwinden; Laura, die fast hundert Jahre früher an einem abgeschiedenen Ort in England als Tochter eines Landschaftsmalers aufwächst, sucht sich dem übermächtigen Einfluß ihres Vaters zunächst ohne Erfolg zu entziehen. Diese ganz unterschiedlichen und doch um einen ähnlichen Konflikt, die Auseinandersetzung mit dem Vater, kreisenden Lebensgeschichten Marias und Lauras werden abwechselnd erzählt, bis sich die Stränge schließlich auf überraschende Weise kreuzen. Jede der beiden Frauen besitzt ihre eigene Aura und hat ihre eigenen Konflikte zu bewältigen, muß - ihrer Zeit und Umwelt entsprechend - um ihre Selbstbehauptung kämpfen, auch um das Selbstverständnis als Künstlerin. Mit seinem erzählerischen Schwung, seiner romanesken Handlung, die schicksalhafte Zufälle geschickt zu verknüpfen weiß, seiner genau dosierten Spannung, vor allem aber mit seinem suggestiven Ton ist Anna-Karin Palms Buch ein Frauenroman im besten Sinne.3-8105-0246-4Dermot Bolger, Schriftsteller, forderte die irische Avantgarde der Literatur auf, gemeinsam mit ihm ein Buch zu schreiben. Roddy Doyle, Anne Enright, Hugo Hamilton, Jennifer Johnston, Joseph O Connor und Colm Tóibín erklärten sich bereit und steuerten jeweils eine Geschichte bei. Der Witz daran ist: Alle Geschichten ergeben zusammen einen unterhaltsamen Roman über sieben ziemlich abgedrehte Gäste, die Wand an Wand in einem alten Kasten, dem »Finbars Hotel« in Dublin übernachten. Und, auch nicht ganz normal, aber was ist in Irland schon normal: Wir erfahren nicht, wer welche Geschichte geschrieben hat. (Auch Verlag und Übersetzer wissen es nicht).
Informationen zu den Autoren und deutschen Ausgaben ihrer Werke:
Dermot Bolger wurde 1959 in Dublin geboren. Er veröffentlichte zahlreiche Dramen, u.a. In High Germany, Gedichte und bisher sechs Romane. Auf deutsch erschien 1996 'Journey Home' (Rotbuch). Der Autor ist Herausgeber des Picador Book of Contemporary Irish Fiction.
Roddy Doyle wurde 1958 in Dublin geboren. Sein erster Roman, The Commitments, wurde 1987 veröffentlicht und 1991 von Alan Parker verfilmt. Seine weiteren Romane, The Snapper und The Van wurden von Stephen Frears verfilmt. Für »Paddy Clarke Ha Ha Ha« (1993) erhielt er den renommierten Booker-Preis. 1996 erschien »Die Frau, die gegen Türen rannte« (beide Krüger Verlag).
Anne Enright wurde 1962 in Dublin geboren. Sie arbeitete als Produzentin für das irische Fernsehen und veröffentlichte seitdem ihren Roman »So fern Engel sehen« (1998) und eine Kurzgeschichtensammlung, »Die tragbare Jungfrau« (1999) (beide Fischer Taschenbuch Verlag).
Hugo Hamilton wurde 1953 in Dublin geboren. Kind deutsch-irischer Eltern, verlegte er den Schauplatz seiner ersten drei Romane (dt. »Kriegsliebe«, 1996) nach Deutschland, während sein neuester Roman, Headbanger, in Dublin spielt (Steidl Verlag).
Jennifer Johnston wurde 1930 in Dublin geboren und lebt seit vielen Jahren in Derry. Sie publizierte zahlreiche Romane (u.a. The Captains and the Kings, The Illusionist und Two Moons), die auch verfilmt wurden (keine dt. Übersetzung).
Joseph O'Connor wurde 1963 in Dublin geboren. Er ist Romanautor, veröffentlichte Kurzgeschichten, ein Reisebuch: Sweet Liberty: Travels in Irish America und Dramen.
Colm Tóibín wurde 1955 in Enniscorthy, Co. Wexford geboren und lebt seit vielen Jahren in Dublin. Er war Herausgeber der Zeitschrift Magill und In Dublin. Neben seinen Sachbüchern (u.a. Homage to Barcelona) ist er Autor von zwei Romanen (dt. »Der Süden« und »Flammende Heide« - Rowohlt Verlag).3-10-009628-2Im Jahre 1609 entdeckt Galileo Galilei mit seinem Teleskop die vier Jupitermonde. Dieses Planetensystem ist für ihn der sinnenfällige Nachweis der Richtigkeit der Kopernikanischen Theorie. Aber wie läßt sich diese neue Sichtweise durchsetzen? Schließlich ist das Teleskop noch kein anerkanntes Instrument zur Sicherung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Um diese aber geht es Galilei mit seiner neuen Physik, obwohl er sich eigentlich als Mathematiker mit der bloß hypothetischen Konstruktion von Gestirnbahnen zu bescheiden hätte. Doch binnen kurzem wird aus dem unbekannten Mathematikprofessor in Padua der hochdotierte Naturphilosoph am Florentiner Hof der Medici. Ein beachtlicher Karriereschritt für Galilei, vor allem aber auch eine entscheidende Beförderung von Galileis neuer Physik: Denn die Nobilitierung Galileis zum Naturphilosophen bei Hofe wertet auch deren Erkenntnisansprüche auf. Mario Biagioli schildert in seinem Buch, wie geschickt und listenreich Galilei die höfische Kultur für seine Zwecke zu nutzen wußte, selbst wenn er in letzter Instanz - dem Inquisitionsprozeß von 1633 - damit kein Glück hatte. Dabei entsteht ein überaus detailreiches und farbiges Bild der Auseinandersetzungen um Galilei auf der Bühne der höfischen Kultur im 17. Jahrhundert.
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