Milchrahmstrudel, Topfenknödel mit Zwetschkenröster, Besoffene Kapuziner, Pofesen (Arme Ritter) mit warmen Beeren, Buchteln, Schaumrollen (Titelbild), Schokoladekrapferln, Punschtorte, Zigeunerschnitten, Grinzinger Weincharlotte, ... ich bin begeistert :-)
Eingeteilt ist der Inhalt in die Bereiche Warme und Kalte Mehlspeisen:
Warme Mehlspeisen
- Strudel
- Knödel, Tascherln, Nudeln
- Auflauf, Pudding, Wiener Koch & Soufflé
- Schmarren, Omelette, Palatschinken, Dalken & Co.
- Schmalzgebäck
Kalte Mehlspeisen
- Kaffeemehlspeisen
- Kekse und Teegebäck
- Torten
- Schnitten und Rouladen
- Cremedesserts
- Parfaits
Der Bereich mit den Kaffemehlspeisen umfasst nahezu 50 Seiten. Er ist der umfangreichste Teil des Buches. Man findet dort verschiedene Kuchen, Gugelhupf-Variationen und kleineres Gebäck. Des Weiteren sind Grundrezepte für Blätterteig, Plunderteig und Brandteig enthalten.
Bevor die Rezepte vorgestellt werden, erhält der Leser in jeder Unterkategorie ein paar Grundinformationen zur Herkunft bzw. Geschichte der Speise sowie zur Verarbeitung. Wussten Sie, dass der Strudel ein Zugereister ist? Ein weit Gereister gar: er stammt aus der arabischen Welt. Oder dass schon die Römer ein krapfenähnliches Gebäck kannten? Dass wahrscheinlich römische Kolonisten diese Speise an den Donaulimes und nach Vindobona brachten?
Unter den allgemeinen Verarbeitungsschritten sind Gelingtipps, manchmal auch Grundrezepte und sofern sinnvoll Skizzen enthalten. Zum eigentlichen Rezeptteil: In der Regel (also nicht immer) füllt die Beschreibung inklusive Zutatenliste eine volle Seite aus, auf der gegenüberliegenden Seite findet sich dann ein ansprechendes Bild des Endproduktes. Allein schon beim Durchblättern läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Die Fotos von Konrad Limbeck sind wirklich gelungen!
Dass mit Germ Hefe gemeint ist, dass Schlagobers in Deutschland Schlagsahne heißt, und Palatschinken dünne, sehr dünne Pfannkuchen sind, wird der eine oder andere Nutzer dieses Buches wohl wissen. Was aber bedeutet "Ribiseln abrebeln"? Für alle Nicht-Österreicher gibt es im hinteren Teil die Erklärung von Fachbegriffen (Abglänzen, abrebeln, auswalken & Co.) sowie ein Glossar der typisch österreichischen Begriffe mit Übersetzung ins Hochdeutsche (Biskotten, Brandteigkrapferl, Erdäpfel, etc.). Allerdings wird dort nicht alles aufgeführt. Das eine oder andere muss man sich aus dem Kontext erschliessen, zum Beispiel wenn im Falle der Buchteln der Dressiersack erwähnt wird, mit dem man einen Tupfer Powidl dressieren soll. Den Begriff Dressiersack kannte ich vorher nicht, gemeint war ein Spritzbeutel.
Des Weiteren werden Backformen beschrieben, Grundrezepte für Cremen, Teige, Massen, Saucen, Kompotte und mehr aufgeführt. Ein Register schließt das Buch ab.
Positiv auch die Bindung: dieses Kochbuch klappt nicht zusammen, wenn man es geöffnet neben die Arbeitsfläche legt! Man muss es allerdings etwas andrücken, damit es hält.
Verbesserungsfähig ist dieses Buch nur in den Fällen, wo Fertigprodukte verwendet werden: zum Beispiel das Vanillepuddingpulver bei der Vanillecreme. Immerhin wird alternativ Stärkemehl vorgeschlagen. Aber sollte man dann nicht auch noch etwas Vanillemark verwenden? In solchen Fällen ist halt Improvisieren angesagt :-) Grund zu einem Punktabzug sehe ich nicht.
Mein Fazit: Hintergrundinformationen, Gelingtipps, ausführliche Beschreibungen. Kurz: ein sehr anwenderfreundliches Kochbuch. Und die Rezepte: einfach lecker! Unbedingt empfehlenswert für alle Köche und Köchinnen mit einem Faible für süße Speisen.
Nachtrag: Informationen über die Autoren siehe Kommentar
Tipp vom 8.11.2010: Probieren Sie einmal einen
Vanille-Zucker mit echter Bourbon-Vanille anstelle des billigeren, aber künstlichen Vanillin-Aromas. Ein unvergleichlicher Geschmack. Unglaublich lecker!
Nachtrag vom 11.9.2011: Fehler passieren. So auch in diesem Buch. Heute ist mir erstmalig eine kleine Ungenauigkeit aufgefallen. Diese und ggf. alle weiteren verbesserungsfähigen Punkte finden Sie in den Kommentaren.