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168 von 172 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Natione, 18. Juli 2005
Von Ein Kunde
Gunnar Heinsohn, Leiter des Instituts für Völkermordforschung an der Universität Bremen, vertritt mit seinem vorliegenden Buch im Bereich der Terrorismusforschung eine neuartige und zugleich frappierende These: Nicht religiöser Fanatismus oder steigende Armut seien die eigentlichen Ursachen für den wachsenden internationalen Terrorismus, sondern der Überschuss an Jugendlichen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Seiner Untersuchung nach steigt die Wahrscheinlichkeit von Gewaltausbrüchen, wenn die so genannten „youth bulges" - eine überproportionale Ausbuchtung von Jugendlichen an der Bevölkerungspyramide - mehr als 30 Prozent erreichen! So einfach diese These auch klingen mag, Heinsohn unterlegt sie mit historischem Faktenmaterial: Von der Hexen- sprich Hebammenverfolgung in der Frühen Neuzeit, um den Feudalherrschern nach der Pest wieder eine hohe Untertanenanzahl zu sichern, über die „Secundones" - die zweitgeborenen spanischen Söhne des 15. und 16. Jahrhunderts - die in der Neuen Welt ihr Glück suchten und zu blutigen Kolonialisten wurden, bis hin zu den amerikanischen und europäischen „youth bulges" im 19. Jahrhundert, mit denen der Westen damals ein Viertel der Weltbevölkerung stellte und die von einer gewaltigen islamischen Geburtenrate in den letzten 50 Jahren abgelöst wurde. Derzeit leben in den islamischen und afrikanischen Staaten rund 300 Millionen junger Männer im Alter von 15 und 30 Jahren bei einer Gesamtzahl von rund zwei Milliarden Menschen. Dies sei nach Heinsohn ein idealer Nährboden für die Rekrutierung von Kämpfern und Terroristen, da nicht auf Grund von „Armut und Mangelernährung" Terroristen rekrutiert werden. „Um Brot wird gebettelt. Getötet wird für Status und Macht. Die zukünftigen youth bulges werden von den Strategen gerade deshalb als internationale Bedrohung gefürchtet, weil die große Mehrheit von ihnen nicht um das nackte Überleben kämpfen muß, sondern Kraft, Zeit und Freiheit ... für mehr hat." Deshalb interessieren sich Strategen vorrangig erst nach einer eventuellen Hungerbeseitigung für das immer wahrscheinlicher werdende Konflikt- und Kriegsszenario: „So kalt das anmutet, vor den Hungernden haben sie keine Angst. Je erfolgreicher jedoch der Kampf gegen Hunger und Analphabetentum verläuft, desto kampfeslustiger werden die nach oben strebenden jungen Männer. Die allgemeine Hoffnung auf das Ende der Kriege durch den Endsieg im Krieg gegen den Hunger gilt den Strategen als liebenswerteste und zugleich naivste der Illusion. Wohl nirgendwo liegen Kriegs- und Friedensforscher weiter auseinander." Abgeschlossen wird Heinsohn`s Untersuchung mit einem nüchternen Plädoyer für eine stabilisierende europäische Einwanderungspolitik.
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109 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Buch hätte mehr Beachtung verdient., 17. Februar 2005
Der Verfasser ist ein Mann mit Kenntnissen, Einsichten und Schlußfolgerungen, die von einer beträchtlichen geistigen Unabhängigkeit zeugen, von der man lernen kann. Zwar ist mit dem Jugendüberschuß, der Eigentumstheorie und der Hexenverfolgung die Zahl der Faktoren, die er als wesentlich für den Ablauf der Geschichte ansieht, sehr begrenzt, jedoch dürfte er mit dem Jugendüberschuß einen entscheidenden Sachverhalt für die Entstehung von Kriegen, Bürgerkriegen und Völkermord in seiner Bedeutung begriffen haben. Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Buches ist deshalb auch eine Tabelle, in der der gegenwärtige Anteil an Jugendlichen und die absolute Einwohnerzahl heute und in Zukunft nicht nur in Beziehung gesetzt werden, sondern auch die sich daraus ergebende Kriegsgefahr (im Iran, in Nepal usw.) vorhergesagt wird. Leider dürfte der Verfasser damit recht behalten. Sein Arbeit steht damit, ebenso wie die von Eckart Knaul und Hartmut Dießenbacher mit dem (im Kaufpreis leider zu hohen, aber bemerkenswerten) Buch „Kriege der Zukunft. Die Bevölkerungsexplosion gefährdet den Frieden" in der wissenschaftlichen Tradition des Franzosen Gaston Bouthoul, dessen Hauptwerk 1972 mit „Kindermord aus Staatsraison. Der Krieg als bevölkerungspolitischer Ausgleich" ins Deutsche übersetzt worden war
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschreckend klare Erkenntnis, 5. November 2006
Viele Söhne brauchen viele Positionen & Perspektiven, die natürlich nicht vorhanden sein können. Diese "angry young men" brauchen daher eine Altnernative und finden diese im Konflikt den sie mit einer fast beliebigen Ideologie begründen. Ergo, die Demographie und die Natur des Menschen sind Schuld an vergangenen und heutigen Konflikten. Die Geschichte und die Gegenwart beweisen die These. Doch was bedeutet es für die Zukunft? Dafür muss man sich nur mal die geburtenstarken Länder ansehen. Ein großes Buch, was sich in andere große Werke einreiht, die die Funktion unserer Welt zu erklären versuchen. Hier passt die These erschreckend gut in die geschichtliche und gegenwärtige Realität. Und ein Modell muss ich immer an der Realität messen lassen. Die Korrelation ist gut, nur kann es so einfach sein? Für den aufgeklärten Menschen eine Pflichtlektüre.
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