„Über den Missouri" ist der letzte der sechs Bände über die Söhne der großen Bärin. Die Autorin berichtet so authentisch wie möglich von der letzten Stufe der Vertreibung und Vernichtung der Sioux-Indianer, zu denen auch die kleine Gruppe gehört, deren Anführer „Harry" Tokei-ihto ist - ohne eine einzige Seite lang zu langweilen. Die Befreiung des physisch total erniedrigten Indianers, der innerlich immer noch nicht aufgegeben hat und der wieder zu der Kraft findet, die er einst besaß, um die Verstreuten, die Vertrauten, die Freunde über die Grenze der Verfolgung, den Missouri, zu führen, füllen ein Buch, das nicht in Klischees verfällt, sich wunderbar über aller Wertung hält und doch dadurch zwingender in seiner Moral ist als jeder andere Indianer"roman". Lieselotte Welskopf-Henrich schafft es meisterhaft, durch Authentizität so zu fesseln, daß man das Buch garantiert nie wieder vergessen kann. Wem die sechs Bände gefallen haben, der widme seine Zeit der Fortsetzung dieser Saga mit dem Titel „Das Blut des Adlers", indem Tokei-ihto als Über-Hundert-Jähriger noch einmal auftaucht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)