Wer gut unterhalten werden möchte und gleichzeitig Psychothriller mag, landet früher oder später bei Jonathan Kellerman. Ich bin seit Jahren ein großer Fan dieses Schriftstellers und wollte mir sein Werk "Säure" nicht entgehen lassen.
In vertrauter Weise trifft der Leser auf altbekannte Personen wie den Psychotherapeuten Alex Delaware, der sich gern als Hobbydetektiv betätigt. Natürlich fehlt auch dessen Freund Milo Sturgis nicht, der in seiner Funktion als Polizeibeamter wegen seiner unkonventionellen Ermittlungsverfahren immer wieder aneckt, sich nichts gefallen lässt und im vorliegenden Buch deshalb sogar vorübergehend vom Polizeidienst suspendiert worden ist.
Solide, detailgenau und logisch aufgebaut verfasst Kellerman seinen Psychothriller über eine junge Frau, die vor Jahren wegen eines Kindheitstraumas bei Alex Delaware in Behandlung war und sich nun wegen erneut auftretender Probleme wieder bei ihrem Psychologen meldet. Als schließlich auch noch ihre physisch und psychisch angeschlagene Mutter spurlos verschwindet, beginnt ein interessantes Katze-und-Maus-Spiel.
Kellerman gelingt es in beeindruckender Weise, jeden aufgegriffenen Handlungsstrang zu einem logischen Abschluss zu bringen. Auch wenn mir das vorliegende Buch keine schlaflosen Nächte bereitet hat, so machte es doch Spaß, an der Auflösung des verzwickten Falles beteiligt gewesen zu sein.