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Der Sänger und die Ketzerin.
 
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Der Sänger und die Ketzerin. [Broschiert]

Maria Regina Kaiser
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 632 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (1. Juli 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499234998
  • ISBN-13: 978-3499234996
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 601.728 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als Buße für eine schreckliche Schuld hat der einst so lebenslustige Troubadour Peire de Valleronca einige Jahre als Einsiedler verbracht. Als er in seine frühere Welt zurückkehrt, trifft er seine alte Liebe Leonor wieder, die sich den Katharern angeschlossen hat. Keiner von beiden ahnt, dass der Papst bald zum Kreuzzug gegen die Ketzer aufrufen und der König einen blutigen Krieg führen wird …

Auszug aus Der Sänger und die Ketzerin. von Maria Regina Kaiser. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er sah sie vor sich, Leonor, die Domna, zart und mädchenhaft, deren Augenfarbe manchmal blau dann wieder graubraun erschien, wie nasse Kiesel auf dem Boden eines schnell fließenden Baches. Leonor, kapriziöser, als Frauen sonst waren, sprach angeblich mit ihren Pferden und Hunden. Peire musste aufseufzen. Heilige Jungfrau, er hatte sie nur wenige kostbare Male gesehen, sie war anders als die Frauen der Edlen, die er kannte, wie ein junges Mädchen, in gewisser Weise noch kindlich und dann, wenn sie sprach, überraschend sachlich, fast wie ein Mann. Selbst ihre Stimme hatte etwas Raues, Kehliges, nicht mehr Weibliches. Diese Zwitterhaftigkeit ihres Wesens hatte ihn entzückt, als er sie das erste Mal gesehen hatte. Peire musste sich gestehen, dass er von Leonor etwas Außergewöhnliches erwartete, etwas, das über das hinausging, was ihm Frauen bisher geboten hatten, und er wusste nicht einmal, was das in ihrem Fall sein könnte. Er war in sie verliebt. Zugleich warnte ihn eine innere Stimme. Es war unmöglich, unmöglich, unmöglich. Schon um sie zu werben war nicht statthaft. Fernando würde es ihm nie verzeihen.
Fernando hätte nicht einmal ertragen, dass seine Ehefrau einem anderen Ritter oder Edlen liebevolle Blicke zuwarf. Über die Tugend von Frauen dachte er sehr streng. Manchmal kam er auf das Unglück zu sprechen, das seine Mutter Alicia über ihn und seinen Vater gebracht hatte, als sie mit dem französischen Kreuzritter davongelaufen war. Auch umgekehrt hätte Fernando nie einer vornehmen Domna den Hof gemacht, wie es allgemein üblich war.
«Da ist noch die Sache mit den Kindern», begann Fernando. Er hatte jetzt sichtlich mehr Wein getrunken, als ihm gut tat. So ernst und streng er sonst war, beim Weintrinken konnte er nicht Maß halten. Er gehörte zu denen, die gerade zwei Gläser Wein vertragen, aber jedes Mal drei trinken. «Der Arzt hat gesagt, wir sollen uns keine Hoffnung mehr machen.»
Für Augenblicke empfand Peire Zufriedenheit über das Urteil der Ärzte. Kind sein bei Fernando war gewiss kein Vergnügen. Gott wusste schon, wem er Nachwuchs schenkte und wem nicht. Fernando wäre bestimmt ein strenger, oftmals zu harter Vater. Fernandos Kinder in Zaragoza und Adegunt, die Peire aus Freundespflicht bei seinen Aufenthalten in der Hauptstadt stets kurz besuchte, jammerten manchmal über Fernandos Strenge und seinen Geiz. Auch konnte er sich Domna Leonor unmöglich schwanger vorstellen.

© 2006 by Rowohlt Verlag GmbH


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
"Der Papst, der König, die Bischöfe, die Häretiker, die Moros, jeder hat eine andere Wahrheit........"

(Peire de Valleronca, Troubadour und Graf)

Am 19.07.1195 konnte der dritte Kalif der Almohadendynastie von Sevilla, Yaqub al-Mansur, in der Schlacht bei Alarcos den letzte großen militärischen Sieg des maurischen Al-Andalus erringen und der Reconquista für die folgenden 17 Jahre noch Einhalt gebieten.......

Die promovierte Historikerin Regina Maria Kaiser lässt ihren Roman "Der Sänger und die Ketzerin" zwanzig Jahre vor der Schlacht bei Alarcos mit einer Razzia iberischer Christen in maurisches Territorium beginnen. Nachdem der Bauer Antoni in einem Gefecht dem Grafen Julian de Valleronca das Leben retten konnte, wird beiden von einer Wahrsagerin die Zukunft ihrer Söhne prophezeit. Diese offenbart sich in drei parallel, sich teilweise trennenden und wieder zusammenlaufenden, Handlungssträngen bei denen die Lebensgeschichten des Troubadors Peire de Valleronca und seines Dieners Marti (Sohn von Antonis) mit dem Schicksal Leonore Trencavel von Cervara, die sich den "Bonhommes" zuwendet, in tragischer Weise verwoben sind......

Neben den zahlreichen historischen Personen, die ohne jegliche Schwarzweissmalerei präsentiert werden, bietet der Roman auch bei seinen fiktiven Figuren stets eine differenzierte Charakterdarstellung. In seiner Art, wie er die spanische Reconquista mit den Albingenserkreuzzügen im Langedoc zusammenführt, stellt er zudem eine Rarität dar. Ebenso ist die objektive Auseinandersetzung der Autorin mit Glaubenskriegen und Fanatismus jeglicher Richtung zudem ein Appell für religiösen Toleranz. Die Vielzahl hervorragend recherchierter Details verdichten sich zu einem authentischen Szenario des Romans, der das Prädikat "historisch" verdient. Besonders gelungen sind auch die Materialen des Anhangs, die aus einer Zeittafel, einem Glossar, einem Personenverzeichnis (historische Gestalten) und je einer Karte Iberiens und des Languedoc zusammengestellt wurden.

Der Roman "Der Sänger und die Ketzerin" ist besonders empfehlenswert, da er sich in von der Vielzahl anderer Genreromane über Okzitanien, Troubadoure und Katharer (die häufig einseitig idealisiert werden) abhebt. Der Ausblick in der Schlussbetrachtung der Autorin lässt zudem auf eine Fortsetzung hoffen, durch die ein Geamtepos entstehen kann, das an "Die Brücke von Alcantara" von Frank Baer erinnert......

Die Höchstwertung: 5 Amazonsterne!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uli Geißler TOP 500 REZENSENT
Der adlige Troubadour Peiré singt und spielt seine herzzerreißenden aber auch lebensnahen Lieder im Spanien des 13. Jahrhundert. Seine starke Präsenz und Klarheit verschafft ihm zahllose Fans und wie heutzutage auch himmeln ihn vornehmlich Frauen insgeheim an. Doch auch er entdeckt seine Liebe insbesondere zu Leonor. Die Beziehung verliert sich jedoch in den Komplikationen damaliger Gesellschaftscodeces. Als Peiré schließlich eine schreckliche Schuld auf sich lädt, legt er sich zur Buße ein jahrelanges Einsiedlertum in einer Berghöhle auf.

Derweil entwickeln sich in den Auseinandersetzungen der Zeit um politische Macht und religiöse Vorherrschaft auf der iberischen Halbinsel erschütternde Kämpfe zwischen den Kulturen der islamischen Welt der Mauren, der katholischen Christen, aber immer wieder auch den Guten Menschen, wie sich die Anhänger der katharischen Sekte oft nannten und ihre Sicht der Dinge im Aufbegehren gegen den Katholizismus verbreiteten.

Als der reumütige Peiré nach dem Bau einer wackligen und doch vom einfachen Volk geliebten Kapelle endlich wieder nach unten kommt, entflammt seine Liebe zu Leonor neu. Umso schlimmer ist die Erkenntnis, dass sie inzwischen als Sektiererin letztlich gegen seine eigene Kirche kämpft.

Das Buch strotzt vor glaubhaften Fakten einer umfassenden Recherche. Die Komplexität der im Fluss der Geschichte vermittelten historischen Fakten aber auch Fiktionen sorgen zwar einerseits für ein eindringliches Eintauchen in die Geschichte, andererseits auch für Verwirrung. So verliert man sich bisweilen in den Erzählsträngen oder auch nicht nachvollziehbaren Meinungsschwankungen einzelner Protagonistinnen und Protagonisten.

Trotz allem verfolgt man gespannt die Entwicklungen der Religions- und Machtkämpfe, die sich im Süden Frankreichs sowie Spaniens abspielten. Die fiktive Geschichte erscheint trotz der eben genannten Unsicherheiten stets wahr, lässt allerdings durch bisweilen entstehende Längen den Spannungsbogen etwas durchhängen. Geschichtlich Versierte finden ein historisches Glossar zu Orten, Begriffen und Personen, die das Buch abrunden und insgesamt eine unterhaltsame Lektüre sein lassen. © 10/2006, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sehr farbenfrohes Buch, dass die Geschichte Spaniens und Südfrankreich im Mittelalter lebendig macht. Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Geschichtsbegeisterten und auch gut geeignet, um Jugendlichen und Kindern Mittelalter näher zu bringen.

Das einzige Manko sind teilweise unerklärliche Sinneswandel in den Charakteren (z.B. Leonor's Verhältnis zu Peire) und der Ausweich auf Zitate aus historischen Texten am Ende des Buches. Man hatte das Gefühl, die Luft ist ausgegangen.

Alles in allem ein gelungenes Buch mit viel Charaktertiefe und Farbe.
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