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Sämtliche unfrisierte Gedanken: Dazu Prosa und Gedichte
 
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Sämtliche unfrisierte Gedanken: Dazu Prosa und Gedichte [Gebundene Ausgabe]

Stanislaw Jerzy Lec , Karl Dedecius
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Gebundene Ausgabe, 17. Mai 2000 --  

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Sanssouci im Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG; Auflage: 3 (17. Mai 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3725411417
  • ISBN-13: 978-3725411412
  • Größe und/oder Gewicht: 18,3 x 12,5 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Stanis?aw Jerzy Lec
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Unfrisierte Gedanken
OT My´s li nieuczesane OA 1957 DE 1959Form Aphorismen Epoche Nachkriegszeit
Die Unfrisierten Gedanken sind witzige, geistreiche und präzise Kleinstkommentare und Denkanstöße zu politischen, gesellschaftlichen, moralischen und philosophischen Fragestellungen. In den scheinbar leichtfüßigen Spott, mit dem Stanislaw Lec die Gegenstände seiner Kritik – Fanatismus, Intoleranz, Verlogenheit, Denkfaulheit – überzieht, mischen sich auch schwermütige Töne.
Entstehung: Lec veröffentlichte seine Aphorismen (Stichwort R S. 662) seit 1954 kontinuierlich in den Zeitschriften Nowa Kultura, Przeglad Kulturalny, Szpilki, Twórczo´s ´c und ´S wiat. Die erste Buchausgabe erschien 1957; die zweite, stark erweiterte Auflage folgte 1959. Die abermals erweiterte dritte Auflage kam 1968 postum heraus.
Parallel erschien 1964 die Sammlung Neue unfrisierte Gedanken. 1996 wurde eine Auswahl von Texten aus dem Nachlass veröffentlicht. Insgesamt erschienen über 2000 Aphorismen von Lec im Druck.
Inhalt: Die Spannbreite der Aphorismen umfasst im Wesentlichen die Themenkomplexe Staat, Gesellschaft und Politik. Insbesondere kritisiert Lec den Totalitarismus sowie den Missbrauch staatlicher Macht und die politische Unterdrückung. Aufgedeckt werden solche Begleiterscheinungen und Auswirkungen totalitärer Ideologien wie Opportunismus, Willkür, Unfreiheit, Ungerechtigkeit und Zensur (»Achillesfersen verstecken sich gern in Tyrannenstiefeln« oder »Hört ihr das Gestammel? Das sind die Chöre der Mitlaute nach der Extermination der Selbstlaute«).
Lec befasst sich außerdem mit dem Menschen, seinem Wesen, seinen Charakterzügen und Schwächen. Die psychologisch durchdringenden Beobachtungen entwerfen ein im Ganzen wenig schmeichelhaftes Bild von der moralischen Deformierbarkeit des Menschen: »Wenn ein Menschenfresser mit Messer und Gabel isst – ist das ein Fortschritt?« Gegenstand der Überlegungen sind ferner die Gebiete Ideal und Realität (»Nicht der Abgrund trennt, sondern der Niveau-Unterschied«), Religion und Glauben (»Ob ich gläubig bin? Das weiß nur Gott allein«) sowie Denken und Wahrheit (»Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen«).
Das Werk zeichnet sich durch äußerste sprachliche Verknappung und Pointiertheit aus, wobei Sprachform, ideeller Gehalt und Pointe zusammenfallen und untrennbar miteinander verknüpft sind. In seinen Aphorismen greift Lec mit Vorliebe auf rhetorische Techniken und Stilverfahren zurück, die sprachliche und gedankliche Stereotypen aufbrechen. Dazu gehört das abgründige Spielen mit Worten, Redensarten oder Sprichwörtern wie »Wir fordern einen achtstündigen Gedankentag«, die Bearbeitung literarischer Zitate und die Verwendung kultureller und historischer Verweise in einen ungewohnten Kontext, wie z. B. »Am Anfang war das Wort – am Ende die Phrase«. Lec gebraucht außerdem Stilmittel, die eingefahrene Denkweisen aushebeln und eine überraschende Perspektive eröffnen, wie z. B. das Paradoxon (»Die Geschichte lehrt, wie man sie fälscht.«), der Alogismus (»sind nackte Frauen intelligent?«), die Doppeldeutigkeit (»Analphabeten müssen diktieren.«) und die Ironie (»Bakterien? Kleinigkeit!«).
Wirkung: Mit Unfrisierte Gedanken hat Lec die Gattung des Aphorismus erneuert und aufgewertet. Unabhängig von ihrer großen künstlerischen Wirkungskraft ist den Aphorismen von Lec die größte Ehre widerfahren, die es für ein literarisches Werk geben kann – viele seiner Aussprüche sind als »geflügelte Worte« in die Alltagssprache eingegangen und sprichwörtlich geworden. M. Sch.

Pressestimmen

"Wer sich nach Geist, Scharfsinn und Witz sehnt, dem seien Lecs Aphorismen empfohlen." Marcel Reich-Ranicki

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Kundenrezensionen

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Scharfsinniger Sarkasmus! 6. September 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Die unfrisierten Gedanken des - zu Unrecht - in Deutschland nur wenig bekannten Schriftstellers Stanislaw Jerzy Lec reichen von sanfter Ironie über Sarkasmus bis hin zum Zynismus. Er versteht es meisterhaft, den Leser mit prägnanten, aussagekräftigen Sätzen in seinen Bann zu ziehen.
Dabei verblüfft er immer wieder mit der Wahl seiner Worte, der Art seiner Darstellung. Tabuthemen scheinen ihm fremd zu sein.
Hier nur ein Beispiel aus der Vielfalt seiner Äußerungen:

"Ich kannte ein Lebenspaar, das an Schizophrenie litt. Sei hintergingen sich gegenseitig miteinander."

Viele seiner Sentenzen sind zeitkritisch. Der Leser wird gewissermaßen an die Hand genommen und durch die Gedankenwelt des Autors geführt. Zusammen mit diesem betrachtet er das Wesen des Menschen derart detaillgetreu, als blicke er durch ein Mikroskop.
Alles in allem ein Buch, das an vielen Stellen zum kritischen Nachdenken anregt, aber auch zu Erheitern vermag.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Uneinholbar 10. Januar 2011
Von Ernst-Gust Krämer VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Einschränkungslos gut sind Goethes Maximen und Reflexionen.
Besser sind Hebbels Tagebücher.
Am besten sind Lichtenbergs Sudelbücher.
Lec ist auf der Überholspur
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Schott
Format:Gebundene Ausgabe
Egal: wo ich das Buch aufschlage -„ es schlägt ein wie ein Blitz - ein herrliches Sommergewitter !"! und das ist gut so !!! mehr will ich - mehr davon brauch ich - .. ein Buch das süchtig macht - wer Aphorismen liebt muss Lec lesen und ganz besonders diese Zusamenstellung - Risiken und Nebenwirkungen:
Denkanstöße kann es geben - Missstände werden aufgedeckt und das vermischt mit leichtfüßigem Spott !
Ganz sicher nichts für Gebissträger und Wiederkäuer !!
Und damit das Ganze nun bei all seinem Gehalt nicht „ansetzt" hier nun noch ein bis drei Gedankensprünge:
: Auszug:
„Hätte man so viele Zuhörer wie Lauscher"
„Die Zeit flieht .- vor sich selbst"
„Auch das Gute hat zwei Seiten - Eine gute und eine Böse." - nun gilt es - selber lesen !
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Reich-Ranicki empfiehlt in seiner Lebensdarstellung diese polnischen Aphorismen.
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Vor 22 Monaten von Hansjörg Dörr veröffentlicht
Auch zum Zögern muß man sich entschliessen.
Zögern Sie aber nicht, sich Lec zuzulegen! Der gut gemachte Band wird ein Begleiter für's Leben werden, auch wenn Sie Lec noch nicht kennen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Januar 2010 von saibach
Der König der Aphorismen
Ich bin dieses Jahr in Krakau über die "Unfrisierten Gedanken" von St. Jerzy Lec "gestolpert" - ich kannte ihn bis dto. nicht, welch ein Fauxpas. Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 18. August 2004 von FrizzText
Zum Schmunzeln und Nachdenken
Tja, mit diesem Buch hat Jerzy Lec wieder einmal bewiesen, zu was er fähig ist. Ironie und beissender sarkasmus wechseln sich ab, wenn Stanislaw Jerzy Lec zu reden... Lesen Sie weiter...
Am 6. Oktober 2000 veröffentlicht
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