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Sämtliche Werke in zwanzig Bänden: Sechster Band: Poetenleben (suhrkamp taschenbuch)
 
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Sämtliche Werke in zwanzig Bänden: Sechster Band: Poetenleben (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Robert Walser , Jochen Greven
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (18. Dezember 1985)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518376063
  • ISBN-13: 978-3518376065
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 10,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 350.778 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Robert Walser erfand gleichsam das Erzählen an sich, ohne Gegenstand. Mit Dingen, die niemand sonst des Berichtens für würdig hielte, fesselt, bezaubert, ergreift er. Die Stille tönt . Walser findet die anonyme Poesie des Menschen und seiner Mit- und Umwelt ...Scheinbar zwecklos und pointenlos plaudernd, ist er beherrscht bis in die Silbe. Eine Naivität von so starker Natur, dass sie noch nach der Zertrümmerung durch das Bewusstsein sich so sicher und völlig darstellt, als wäre sie Natur. (Oskar Loerke, 1918)

Über den Autor

Robert Walser wurde am 15. April 1878 in Biel geboren. Er starb am 25. Dezember 1956 auf einem Spaziergang im Schnee. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Banklehre und arbeitete als Commis in verschiedenen Banken und Versicherungen in Zürich. Seine ersten Gedichte, die 1898 erschienen, ließen ihn rasch zu einem Geheimtip werden und verschafften ihm den Zugang zu literarischen Kreisen. Nach Erscheinen seines ersten Buches Fritz Kochers Aufsätze folgte er 1905 seinem Bruder Karl nach Berlin, der dort als Maler und Bühnenbildner den Durchbruch erzielt hatte. In rascher Folge publizierte Walser nun seine drei Romane Geschwister Tanner (1907), Der Gehülfe (1908) und Jakob von Gunten (1909). Infolge einer psychischen Krise geriet Walser Anfang 1929 gegen seinen Willen in die Psychiatrie, deren Rahmen er nie mehr verlassen konnte. 1933 von der Berner Klinik Waldau nach Herisau verlegt, gab er das Schreiben vollständig auf und lebte dort noch 24 Jahre als vergessener anonymer Patient.



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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von F. Riedel
Format:Taschenbuch
"Einmal war ein Talent, das tagelang im Zimmer saß, zum Fenster hinausblickte und den Faulenzer spielte. Das Talent wusste, dass es ein Talent war, und dieses dumme, unnütze Wissen gab ihm den ganzen Tag zu denken." (Robert Walser, Poetenleben, "Das Talent".)

Ich erstand im Ausverkauf ein Bändchen eines mir nur von Empfehlungen eines bekannten Freundes geläufigen Schriftstellers. "Poetenleben" prunkte der Titel, darunter das Konterfei des Autors Robert Walser.
Ich beschloss, mir selbiges Produkt gänzlich abgebrüht in kalter Professionalität zu Gemüte zu führen, doch wer spielte nicht mit? Der aus den Zeilen springende Herr Walser. Nach drei Seiten schöpfte ich Interesse, nach 5 ergriff mich Verzückung und wie man ahnt war ich nach 10 voll und ganz dem Spiel verfallen. Da regten sich Seufzer in empathischem Einvernehmen, kichernde Erlösung ob der ironisierten Betulichkeit, beklemmtes Aufmerken, wo die Handlung in eine eilends vom Autor aufgestellte Falle stürzte und zum Spaß nicht wieder herauszukommen drohte.
Aus diesem Gefängnis aus Andeutungen und Tropen kommt nur heraus, wer sich wie ein Schornsteinfeger mit dem Rücken zur Wahrheit und den Füßen am Wunsch gestützt durch die Geschichten klettert.
Individualismus lacht in romantischen Wendungen, Romantik wird in aufgeklärter Selbstironie verlacht wie der Stil in seiner vollendeten Missachtung.
"Leute, die unter Leuten keinen Erfolg haben, haben unter Leuten nichts zu suchen." In dieser Negativität zeichnet Walser die Gesellschaft kafkaesk, ohne je wie Kafka Unheimliches zu bemühen: Die Weglassung erfüllt den Zweck, die Idealisierung enthüllt schonungsloser als die Drohung der Enthüllung. Der Unbegreiflichkeit des Lebens und der Nichtidentität nachspürend wie ein Hund, der immer schon weiß, wo die Trüffeln nicht sind und den Sucher auf ebendiese Fährte lockt, macht Walser den Sprung zwischen Literatur und Kritischer Theorie wie kein zweiter.
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Format:Taschenbuch
Dieses Bändchen von Robert Walser versammelt eine ganze Reihe kleiner Erzählungen und Geschichten aus seinem eigenen Poetenleben. Er subsumiert hierin seine Erfahrungen als Wanderpoet, als einer, der durchs Leben zieht und auf gut Glück versucht, seinem Talent und Gefühl gemäß bei sich selbst und im Leben anzukommen.

Über München und dessen Künstler- und Literatenbohème schreibt Walser: "In München hatte ich einige literarische Persönlichkeiten von Rang und Belang bestens kennengelernt, aber ich hatte seltsame, drückende Empfindungen bei den künstlerischen und literarischen Assembleen, für die ich nicht recht taugte. Das Nähere und Genauere weiß ich nicht mehr genau: nur so viel weiß ich: mich trieb es aus allen Salons, wo Feinheiten und Exküsen herrschen, fort in die offene Welt, wo Wind, Wetter, grobe Worte, unsanfte barsche Manieren und alle Rücksichtslosigkeiten und Rauheiten regieren." (Seite 36)

Der Schweizer Robert Walser liebt das Leben der einfachen Menschen, nicht jener gekünstelten der Salons und literarisch bürgerlichen Kreise; und das, obgleich seine Sprache, sein literarischer Habitus weit entfernt vom Sprachgebrauch dieser Menschen liegt. Und so mag es noch manchem heute ergehen, der ein Buch von Walser in die Hand nimmt. Jedoch sollte man es dennoch tun, denn die Sprache dieses Autors und Schriftstellers gehört noch heute zum besten, was man lesen kann.

Walsers Sprache ist weich und hart, fein ziseliert und stilsicher fest. Walser liebt die ironische Logik, den versponnenen Vergleich und den überraschenden Widerspruch. Er weiß Bilder in komplexen Sätzen fein auszubreiten, doch immer so, dass die Lektüre fast schon zu leicht von der Hand geht. Dennoch muss man bei ihm mit sprachlichen Überraschungen rechnen, den Gebrauch von Worten, auch Neuschöpfungen, die man so und als solche noch niemals gehört hat.

Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
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