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Sämtliche Werke in Einzelausgaben: Sämtliche Werke in zwanzig Bänden: Erster Band: Fritz Kochers Aufsätze: 1 (suhrkamp taschenbuch)
 
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Sämtliche Werke in Einzelausgaben: Sämtliche Werke in zwanzig Bänden: Erster Band: Fritz Kochers Aufsätze: 1 (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Robert Walser , Jochen Greven
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 4 (26. Oktober 1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518376012
  • ISBN-13: 978-3518376010
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 10,6 x 1,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 420.696 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Robert Walser
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mit diesen angeblich aus dem Nachlaß eines verstorbenen Schülers herausgegebenen Aufsätzen, die 1904 im Insel Verlag erschienen sind, begann die schriftstellerische Laufbahn des damals 26jährigen Robert Walser.

Über den Autor

Robert Walser wurde am 15. April 1878 in Biel geboren. Er starb am 25. Dezember 1956 auf einem Spaziergang im Schnee. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Banklehre und arbeitete als Commis in verschiedenen Banken und Versicherungen in Zürich. Seine ersten Gedichte, die 1898 erschienen, ließen ihn rasch zu einem Geheimtip werden und verschafften ihm den Zugang zu literarischen Kreisen. Nach Erscheinen seines ersten Buches Fritz Kochers Aufsätze folgte er 1905 seinem Bruder Karl nach Berlin, der dort als Maler und Bühnenbildner den Durchbruch erzielt hatte. In rascher Folge publizierte Walser nun seine drei Romane Geschwister Tanner (1907), Der Gehülfe (1908) und Jakob von Gunten (1909). Infolge einer psychischen Krise geriet Walser Anfang 1929 gegen seinen Willen in die Psychiatrie, deren Rahmen er nie mehr verlassen konnte. 1933 von der Berner Klinik Waldau nach Herisau verlegt, gab er das Schreiben vollständig auf und lebte dort noch 24 Jahre als vergessener anonymer Patient.



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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesevergnügen ersten Ranges 9. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
"Fritz Kochers Aufsätze" - das ist das 1904 zuerst erschienene Debüt des Schweizer Schriftstellers Robert Walser. In einer kurzen Einleitung wird berichtet, Fritz Kocher sei ein Knabe gewesen, der kurz nach Beendigung der Schule gestorben sei. Der Nachlaß dieses Schülers bestünde aus einer Sammlung von Aufsätzen, die dem Leser hier in völlig unveränderter Form vorgelegt werden. Der natürlich fiktive Fritz Kocher verfaßt zu den unterschiedlichsten Themen seine Schulaufsätze. Die stilistische Verkleidung Walsers in den begabten Schüler ist perfekt. Menschliche Eigenschaften, Stärken und Schwächen werden von einem neuen, ungewöhnlichen Blickwinkel aus betrachtet. Auch das Alltagsgeschehen und die Natur werden thematisiert. Politik und vor allem der Gegensatz zwischen Arm und Reich werden nicht ausgespart, aber von jedem konkreten Ereignis ferngehalten. Der Autor drängt sich nicht auf. Die Sprache ist von geradezu spielerischer Leichtigkeit und niemals aggressiv. Die scheinbare Naivität und der oft ironische Ton machen den besonderen Reiz von Walsers Stil aus. Immer wieder überrascht Walser mit originellen Einfällen und Ansichten, die den Leser schnell in ihren Bann ziehen. Drei weitere Prosastücke, die im Stil den "Aufsätzen" verwandt sind und sie thematisch erweitern, beschließen den Band, der ein Lesevergnügen ersten Ranges bietet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Hans Paasche überlässt dem forschungsreisenden Afrikaner Lukanga Mukara die Zivilisationskritik, Herbert Rosendorfer dem zeitreisenden Mandarin Kao-Tai. Robert Walser wiederum engagiert 1904 den fiktiven Schulbuben Fritz Kocher für die Aufgabe und veröffentlicht dessen Schulaufsätze als die Hinterlassenschaft des gewitzten, leider allzu jung Verstorbenen.

Die Tarnung ist perfekt: Wüsste man nicht, dass Robert Walser dahintersteckt, würde man wenigstens im ersten Moment glattweg glauben, die Schulaufsätze eines gewitzten 14jährigen zu lesen. Der Witz lauert zwischen den Zeilen, denn der Reiz von Fritz Kochers Hinterlassenschaft besteht nicht in krachledernem Klamauk, im Gegenteil! Der Knabe ist feinsinnig und ambitioniert, und er strebt nach Vervollkommnung. So philosophieren intelligente 14jährige altklug in gepflegter Weltschmerz-Attitüde, und Walser beherrscht diesen Sprachduktus perfekt.

Folgerichtig muss man diese Besinnungsaufsätze der ganz besonderen Art auch genau lesen, damit einem ja nichts auskommt; das wäre nämlich schade. Fritz besinnt sich nämlich akkurat: Über das Wesen des Menschen, über Freundschaft, Armut und Feuersbrunst, er schildert den geschundenen Handels-Commis erbarmungslos mit dem gebotenen Feinsinn des werdenden Intellektuellen, und das "Freithema" mündet in einer um Erwachsensein bemühten Schilderung des Herrn Lehrers, mit der Fritz am Ende aber "nicht besonders zufrieden" ist.

Mal übt Fritz Kocher sich in frühreifer Melancholie und schreibt über den Herbst "Farben sind nur ein zu süßer Wirrwarr. Ich liebe das Einfarbige, Eintönige", und dann schlägt er einen abenteuerlichen Haken und wechselt in nachgerade expressionistische literarische Farbenpracht, fragt, warum "eine Farbe nicht den Eindruck des Singens machen können" sollte, und legt los. Am Ende wühlt sich mittenhinein in sein Sinnieren die prosaische Sorge um die Zeugnisnote... Ganz andere, nachgerade reißerische Qualitäten entwickelt Fritz bei der Schilderung einer nächtlichen Feuersbrunst, vermengt souverän die Faszination der Naturgewalt mit der pflichtschuldigen Bekümmernis um das Schicksal der abgebrannten Familie.

Wie Robert Walser hier die Schülermütze als Tarnkappe aufsetzt, das ist perfekte Rollenprosa; der Geist weht nicht nur durch die unschuldige Fassade im Vordergrund. Hinter der Maske des Schulaufsatzes parodiert Walser die Stilvorgaben seiner Zeit für Feuilleton und Sonntagspredigt ebenso wie die moralischen Vorgaben seiner Zeit, und nicht nur in seinen Betrachtungen zum Thema "Armut" beißt er zu. Anfangen tut's noch in jugendlicher Unschuld, "Warum ist Armut eine solche Schande? Ich weiß es nicht", aber dann geht er ins Detail und unterscheidet streng zwischen armen Männern und armen Frauen. Für Letztere hat er eine Vorliebe, denn "sie können so schön um eine Gabe bitten". Den männlichen Bettlern hingegen geht das Talent zum hinnehmbaren Betteln ab, sie "sind häßlich und verlegen und deshalb verabscheuungswürdig". Der Aufsatz bricht heimtückisch gerade da ab, als Fritz darüber räsoniert, warum ihm der Neid der armen Klassenkameraden zu schaffen macht. Die Pausenklingel...
In jedem dieser Aufsätze verbergen sich in aller Unschuld gezielte Nadelstiche, und den allergelungensten Aufsatz zu bestimmen ist unmöglich, denn alle sind sie einfach hervorragend; der vielleicht markanteste Aufsatz dürften die Betrachtungen über das Leben des Commis sein. In aller Unschuld werden da unscheinbare Lebensläufe gewürdigt -- hier läuft Robert Walser zur Bestform auf.

Zu Fritz Kochers tatsächlicher und Robert Walsers vermeintlicher Arglosigkeit passen die Illustrationen von Karl Walser hervorragend; seine Zeichnungen sind wie die Prosa seines Bruders nur scheinbar auf den ersten Blick zu erfassen.
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Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Fritz Kochers Aufsätze", so heißt die Prosa, die Robert Walser 1904 herausgibt. Sie ist springend, singend, voller Lebensfreude, Ironie und Geist und trotzdem naiv und sinnlich.

Die Aufsätze des Fritz Kocher sind kleine Prosaminiaturen, zu fast jedem Thema: Natur, Freundschaft, Armut, eine Feuersbrunst, Beruf & Weihnacht. Sie zeichnen sich durch eine wahrlich beeindruckende Kindlichkeit und Unschuld aus - Erinnerungen und Gefühle mischen sich mit dem Charakter der Abhandlung.
Die Aufsätze, eben so wie "Der Commis" sind wahrlich 'schöne' Texte, ein Lese- und Abschweifvergnügen, das uns Bilder und Momente schenkt.

Doch das Beste hat sich Walser für den Schluss aufgehoben.

Mit "Ein Maler" geht er dem Wesen des Künstler auf seine eigene naiv-verspielte Weise auf den Grund und lässt allerhand geistreiches zum Schaffen und zum Künstler selbst verlauten, wobei ihm als Ich-Erzähler ein fröhlicher Maler (einem unverkennbar 'leichten' Walsercharakter, der sich durch sein ganzes Werk zieht) dient, der auf einem Schloss bei einer Gräfin in den Bergen wohnt. Ein wunderbar tiefes Portrait mit einer Fülle von geschwungenen Betrachtungen.

Mit "Der Wald" hat Walser dann etwas geschaffen, was man jedem Hobbyautoren zur Lektüre geben sollte. Es ist ein wunderbares Kreisen und Blicken (wie ich es sonst nur in Gedichtform bei Rilke kenne) um das Wesen des Waldes, seine Anmut, seine Größe, seine Ruhe, seine Kraft. Es wie ein Bilderrausch und eine fesselnde Geschichte zugleich - es ist ein Erleben, dass uns bekannt vorkommt wie das Leben in uns selbst:
"Am Abend, o wie wundervoll sind da die Wälder! Wenn über dem Dunkelgrün der Bäume und Waldwiesen hochrote und tiefrote Wolken schweben und das Blau des Himmels von so eigentümlicher Tiefe ist! Alsdann ist Träumen für den Schauenden und Ankommenden eine längst vorbestimmte Sache. Alsdann findet der Mensch nichts mehr schön, weil es viel zu schön ist für seine Sinne. Er lässt sich dann, ohnmächtig und ergriffen, wie er ist, mehr von dem Tiefschönen anblicken, als das er es selbst anschaut. Schauen ist dann eine umkehrte, vertauschte Rolle."

Walser sollte man einmal lesen. Und mit diesem Werk lässt sich gut beginnen.
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Zitat-Beleg gesucht! 0 17.03.2010
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