Kurzbeschreibung
Dem Text dieser Ausgabe wurden für den ersten und zweiten Teil der Gespräche die Erstausgabe von 1836, für den dritten Teil die Erstausgabe von 1848, für die Vorstufen und Fragmente die Handschritten Eckermanns zugrunde gelegt. Der dritte Teil wurde mit den Handschriften verglichen, da der Erstdruck Eckermanns Intentionen in vielen Punkten nicht entspricht. Hatte man lange Zeit in Eckermann ausschließlich das reine Medium seines Meisters gesehen und dessen Äußerungen in den Gesprächen als authentische Dicta zitiert, so wird heute Eckermanns gestalterischer Anteil immerhin schon höher veranschlagt, das Resultat seiner Erinnerungsarbeit und seines Formwillens jedoch nur als Komprimierung und Sublimierung des Faktischen gewertet. Die Kunstanstrengung Eckermanns bleibt durch seine Rolle als Schüler, Sohn und Verehrer Goethes determiniert. Um die Gespräche als eigenständigen literarischen Versuch ihres Verfassers Eckermann beurteilen zu können, wurden für diese Ausgabe die Vorarbeiten, Fassungen, Fragmente und Pläne, Tagebücher und Korrespondenzen ausgewertet und großenteils in einem Anhang und innerhalb des Kommentars wiedergegeben.
Autorenporträt
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) verbrachte seine Jugend in Frankfurt, zog in seiner Studienzeit nach Leipzig und Straßburg und arbeitete ab 1771 als Anwalt wieder in seiner Heimatstadt Frankfurt. 1775 wurde er an den Hof von Weimar berufen, wo er (mit Unterbrechungen wie der Italienischen Reise) bis zu seinem Tod blieb.