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Sämtliche Werke, 18 Bde. u. 4 Supplement-Bde., Bd.8: Der Arbeiter (Zweite Abteilung - Essays II) [Gebundene Ausgabe]

Ernst Jünger
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Sämtliche Werke, 18 Bde. u. 4 Supplement-Bde., Bd.8: Der Arbeiter (Zweite Abteilung - Essays II) + Sämtliche Werke, 18 Bde. u. 4 Supplement-Bde., Bd.7: Betrachtungen zur Zeit (Zweite Abteilung - Essays I)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 645 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 2., unveränd. Aufl. (Januar 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608934782
  • ISBN-13: 978-3608934786
  • Größe und/oder Gewicht: 24,3 x 16,7 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 711.633 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Ernst Jünger, geboren in Heidelberg am 29. 3. 1895, gestorben am 17. 2. 1998. Bruder von Friedrich Georg Jünger; seine Schriften "In Stahlgewittern" (Tageb., 1920), "Der Kampf als inneres Erlebnis" (Essay, 1922) und "Feuer und Blut" (En., 1925) gelten als Verherrlichung von Soldatentum und Krieg. Später Schriften gegen Gewalt und Macht. Jüngers Teilzeitideologien sind bis heute ebenso umstritten wie seine literarischen Werke, u. a. "Der Friede" (Essay, 1945), "Eine gefährliche Begegnung" (R., 1985), "Zwei Mal Halley" (Tageb., 1987); "Die Schere" (Schriften, 1990). 1982 erhielt er den Frankfurter Goethe-Preis, 1985 das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort zu »Der Arbeiter« Das Werk über den Arbeiter erschien im Herbst 1932, zu einer Zeit, in der bereits an der Unhaltbarkeit des Alten und der Heraufkunft neuer Kräfte kein Zweifel mehr bestand. Es stellte und stellt den Versuch dar, einen Punkt zu gewinnen, von dem aus die Ereignisse in ihrer Vielfalt und Gegensätzlichkeit nicht nur zu begreifen, sondern, obwohl gefährlich, auch zu begrüßen sind. Das Erscheinen des Buches kurz vor einer der großen Wenden ist nicht zufällig; und es fehlte nicht an Stimmen, die ihm einen Einfluß darauf zubilligten. Das war natürlich nicht immer anerkennend gemeint, und leider kann ich dem auch nicht zustimmen - einmal, weil ich den Einfluß von Büchern auf die Aktion nicht überschätze, und sodann, weil dieses zu kurz vor den Ereignissen erschien. Hätten die großen Akteure sich nach den hier entwickelten Prinzipien gerichtet, so würden sie viel Unnötiges, ja Unsinniges unterlassen und Notwendiges getan haben, vermutlich sogar ohne Waffengewalt. Statt dessen leiteten sie einen Mahlgang ein, dessen Bedeutung sich dort verbarg, wo sie es am wenigsten vermuteten: in der weiteren Auflösung des Nationalstaates und der mit ihm verknüpften Ordnungen. Aus diesem Aspekt heraus erklärt sich, was über den »Bürger« gesagt worden ist. Was sich auf anderen Teilen des Planeten ereignet und Millionen das Leben gekostet hatte, war nicht zu übersehen, und ebenso wenig, daß die herkömmlichen Mittel nicht ausreichten. Demgegenüber bleibt es eine akademische Frage, ob die Doppelaufgabe sowohl einer rücksichtslosen Gepäckerleichterung unter Wahrung der Kernsubstanz als auch einer Marschbeschleunigung über den Fortschritt hinaus überhaupt noch zu bewältigen oder ob nicht hinsichtlich der Bereitstellung zunächst 1848, sodann 1918 Unwiederbringliches versäumt worden war. Das betrifft den Unterschied der deutschen zur Weltdemokratie und rührt nicht an das Problem. Daß hier nicht nur nationale, ökonomische, politische, geographische und ethnologische Größen, sondern Vorhuten einer neuen Erdrnacht geahnt und abgetastet wurden, konnte inzwischen eingehender belegt werden. Es wurde auch bereits damals von manchem Leser erkannt, obwohl das Episodische und Akzidentielle, der politische und polemische Vordergrund eines Problems, zu allen Zeiten die Aufmerksamkeit stärker fesseln als sein substantieller Kern. Dieser wirkt jedoch auf die Dauer, wenn auch in stets wechselnden Verkleidungen. So sehen wir, während die historischen Mächte sich erschöpfen, und zwar selbst dort, wo sie Imperien bildeten, zugleich im Weltmaßstab und über ihn hinaus ein Größeres wachsen, von dem wir zunächst nur die dynamische Potenz fassen. Das ist ein Zeichen dafür, daß der Gewinn an anderer Stelle zu Buche schlägt, als innerhalb der Händel vermutet wird. Partielle Blindheit gehört jedoch zum Plan. Unerschütterlich, stets wirksamer aus dem Chaos hervortretend, bleibt allein die Gestalt des Arbeiters. Seit langem, eigentlich schon seit dem Druck der ersten Auflage, beschäftigen mich Pläne zur Revision des Buches über den Arbeiter. Sie sind mehr oder weniger ausgeführt und variieren von einer »durchgesehenen« und einer »gründlich durchgesehenen« Ausgabe bis zu einer Zweit- oder Neufassung. Wenn trotzdem der unberührte Text der dritten Auflage (1942) in die Gesamtausgabe übernommen wurde, so vor allem aus Gründen der Dokumentation. Vieles von dem, was damals überraschend oder auch provokatorisch wirkte, ist heute in die alltägliche Erfahrung eingerückt. Zugleich ist vergangen, was zur Replik herausforderte. Eben deshalb läßt sich auch leichter als damals die Ausgangslage und das Episodische an ihr dem unveränderlichen Kern des Buches unterordnen: der Konzeption der Gestalt. Immerhin sind auch die Ansätze im Lauf der Jahre zu mehr oder minder umfangreichen Betrachtungen gediehen. Einige davon finden sich in den Essaybänden dieser Ausgabe, andere sind hier im Anhang zusammengefaßt. Wilflingen, den 16. November 1963

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Von Amazon bestätigter Kauf
Das Buch wurde so heftig kritisiert, wie es ungelesen blieb. Der Hauptvorwurf ist, dass es angeblich die großen Akteure des Dritten Reiches als Anleitung bei ihrer Machtergreifung benutzt hätten. Jünger weist das zurück. Von einer Anweisung zu bestimmten Handlungen kann auch nicht die Rede sein. Vielmehr wird eine von Jünger gesehene Entwicklung aus dem Geschehen auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise herausgelesen und versucht, in der ,Gestalt des Arbeiters` ihr Wesen zu erfassen.
Der ,Arbeiter` ist keine, dem Individuum des liberalen Bürgertums vergleichbare Denkfigur. Er ist auch nicht der Vertreter einer von anderen Klassen unterscheidbaren Arbeiterklasse. Der Arbeiter gewinnt Gestalt durch eine aus der Technikkonkurrenz der liberalen Wirtschaft abschließend sich einstellenden Perfektion der Technik und einer damit hervorgebrachten endgültigen Zusammensetzung der Güterproduktion. Real wird die planetarische Gestalt des Arbeiters durch Kampf und nicht durch die Instrumente Diskussion und Vertrag, die vom zur ,Herrschaft unfähigen liberalen Bürgertum` genutzt werden.
Führerschaft und Gefolgschaft, also Befehl und Gehorsam bewirken die Gestalt planetarischer Arbeitsteilung, durch die jedem eine eindeutige Aufgabe und mit dieser die ,Freiheit durch Verpflichtung` dauerhaft zugewiesen werde. Man erfährt in dem Essay keine konkreten Einzelheiten über zukünftige Gestalt des Arbeiters, da sie sich noch im Werden befindet und daher nicht schon gekannt werden kann.
Jüngers Essay bringt seine starke Abneigung gegen das liberale Wirtschaftssystem der nur um Sicherheit ihrer Verträge besorgten Bürger zum Ausdruck.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die totale Mobilmachung des Arbeitsdienstes 20. April 2008
Jünger ist ein Chamäleon, das die Farben vieler Genres annimmt. Einer Stilisierung folgt die nächste; der doppelte Nachkriegs Jünger erfindet für sich den Anarchen, der, unerkannt von jeder Macht, "sich selbst am nächsten steht" - und ist doch nur ein verwirrter Kleinbürger, seiner Armee verlustig, entlassen in eine Gesellschaft die keine Ritterkreuze mehr verteilt. Die Autoritäten des Ersten Weltkrieges, ersetzt der Autor nach und nach durch Rituale einer Selbstbezogenheit, die ihm bereits in den 'Stahlgewittern' gute Dienste geleistet hat.

Nun folgt sein zweifellos umstrittenstes Buch 'Der Arbeiter': ein schwerer metaphysischer Essay, der seinen Stil im Tiefsten findet, das der deutschen Sprache zu Gebote steht: "Tief mußten die Wurzeln durch dürren Boden hinabgetrieben werden, um die Quellen zu erreichen, in die die zauberische Einheit von Blut und Geist gebettet ist, die das Wort unwiderstehlich macht." Hier kratzt sich die Gelehrsamkeit am Kopf und versucht, aus Verwirrtheit Sinn zu gießen. Der Stil ist so beladen, raunend und düster, dass das kalte Auge tränt. "Wirkende Größe", "rassen-. willens- und vermögensmässige Bejahung eines bestimmten Seins", ganz für die "Urkräfte des Sumpfes" - und darin auch gut aufgehoben. Jüngers schon legendäres Selbstbewußtsein macht es möglich, dass uns hier Banalitäten der krudesten wie allgemeinsten Art als tiefe Einsichten vorgebracht werden können. Der Text, so bemerkte der Autor rückblickend in seinem Tagebuch 'Strahlungen' (1949), sei für ihn das "Denkmal meiner Auseinandersetzungen mit der technischen Welt.
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