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Produktinformation
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Bob Southey! du bist Dichter - Hofpoet
Und Typus aller dieser großen Lichter,
Und ein bekehrter Tory; das versteht
Sich freilich ganz von selbst für solch Gelichter.
Sag mal, mein epischer Judas, wie's euch geht,
Ihr unversorgten und versorgten Dichter?
Ihr kommt mir vor, mit euren süßen Weisen,
Wie »die Pastete mit, den zwanzig Meisen«.
»Der Teig ging auf, sie fingen an zu singen«
(Dies alte Lied und neue Bild trifft gut),
»Die Schüssel kann man dreist dem König bringen«,
Dem Prinzen auch; er liebt derartige Brut.
Und Coleridge will nun auch empor sich schwingen,
Doch tölpisch wie ein Falk mit seinem Hut;
Dem Volk erklärt er die Philosophie -
Doch die Erklärung, wer erklärt uns die?
Du, Bob, bist etwas frech - das macht die Galle;
Was du versuchtest, war verführerisch:
Wegdrängen wolltest du die Vögel alle
Und einz'ge Meise sein auf jenem Tisch;
Doch du verrenktest dich und kamst zu Falle,
Herniederpurzelnd wie ein Fliegefisch,
Und schnappst nach Luft; du willst zu hoch hinaus, Bob,
Und zappelst nun - das Wasser geht dir aus, Bob.
Und Wordsworths Iange »Exkursion« (sie währt
Fünfhundert Seiten Quart, das will was sagen)
Ist auch ein Pröbchen von dem riesigen Wert
Der neuen Kunst, Weisheit aufs Maul zu schlagen: ...
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Byron, du bist der Größte!,
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke, 3 Bde., Ln, Bd.2, Don Juan (Gebundene Ausgabe)
Seitdem ich die fundierte Biographie von Benita Eisler über Lord Byron gelesen habe, bewundere ich diesen charismatischen Dichter aus dem 19.Jahrhundert. Byron gehört zu den großen englischen Romantikern. Man findet aber bei ihm wie bei Heinrich Heine, einen ironischen Unterton, der aus dem romantischen Weltschmerz herzuleiten ist. Sein Haupt-und Meisterwerk ist "Don Juan", ein satirisch-komischer Versroman mit Abschweifungen und lyrischen Einlagen. Der Held oder Antiheld dieses Versepos hat nichts mit dem traditionellen Frauenhelden zu tun. Don Juan ist ein naiver, sensibler, junger Mann, der nicht Frauen verführt, sondern wegen seiner Schönheit und Anmut von den Frauen verführt wird. Der Leser kann den Helden auf seinen abenteuerlichen Reisen begleiten, angefangen in seinem Heimatland Spanien, dann auf den Inseln Griechenlands, dann in der islamischen Welt mit seinen Harems, dann in Russland auf dem Hofe der Zarin, bevor er zuletzt in der gehobenen Gesellschaft von England landet. Der letzte Gesang ist leider ein Fragment geblieben. Der Höhepunkt des Versepos ist ohne Zweifel der Schiffbruch im zweiten Gesang. Hier zeigt sich die Meisterschaft des Dichters. Die Szene in der die Überlebenden auf einem Boot auf dem Meer, ohne Hoffnung auf Rettung, ohne Essen und Trinken, anfangen zunächst den Hund von Don Juan und dann anschließend Menschenfleisch essen(allerdings nicht alle, zu ihnen gehört auch Don Juan), war und ist auch noch heute eine Skandal für alle moralischen Ohren. Meine Lieblingsgesänge sind allerdings Nummer fünf und sechs, in denen Don Juan als Sklave in den Harem des Sultans gebracht wird, weil eine der Frauen des Sultans sich auf dem Sklavenmarkt in Don Juan verliebt hatte. Dort in dem Harem, wo außer dem Sultan und den Eunuchen kein Mann anwesend ist, muss Don Juan, um nicht von dem Sultan entdeckt zu werden, in Frauenkleider gesteckt werden. Im siebten und achten Gesang steht die Erstürmung der türkischen Stadt Ismael im Mittelpunkt. Die Grausamkeiten dieses Krieges nutzt Byron, um seinen Unmut gegenüber den Gräueltaten der Menschen zum Ausdruck zu bringen: "Hund oder Mensch! Doch ich übertreibe, wenn ich euch Hund nenne; ihr seid schlimmer". In den weiteren Gesängen wird immer weniger erzählt, dafür bekommt man die melancholische, provozierende, sarkastische Stimme Byrons zu hören, die sich an Dichter, Politiker, Männer und Frauen seiner Zeit richtet. Vom philosophischen Standpunkt aus kann man sagen, dass Byron ein Zweifler war, dass wir nichts über das Leben und den Tod wissen und alles metaphysische Grübeln unnütz ist. Gleichzeitig spürt man eine Todessehnsuchtdes des Dichters, wie man im vierzehnten Gesang deutlich sehen kann. Wenn man englisch kann, sollte man aber auch das Original lesen, von dem Shelley gesagt hat: "Nichts dergleichen ist jemals in englischer Sprache geschrieben worden". Byron, du bist der Größte!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"das größte Talent des Jahrhunderts",
Von helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke, 3 Bde., Ln, Bd.2, Don Juan (Gebundene Ausgabe)
Gewiß, es ist nicht unbedingt ein Vergnügen, sie zu lesen, die klassischen englischen Dichter: wer sich mal an Wordsworth, Shelley, Keats oder Coleridge versucht hat, weiß, wovon ich rede.Byron und später vielleicht noch Tennyson muss man zumindest teilweise ausnehmen. An Witz, Esprit, Ironie, klassischer Bildung und gedanklicher Tiefe übertrifft er seine "Kollegen" wohl alle zusammengenommen - immerhin wurde er von Goethe als "das größte Talent des Jahrhunderts" bezeichnet. Die Geschichte ist simpel: Juan lässt sich noch als Jugendlicher mit einer verheirateten Frau ein, was im sittenstrengen Spanien fatal ist, und muss fliehen. Schiffbrüchig wird er von der Tochter eines Seeräubers aufgepäppelt und lebt mit dieser als Geliebten bis zur Rückkehr ihres Vaters wie ein König. Hernach verkauft dieser ihn als Sklaven, wobei er als Frau verkleidet von einer Frau des türkischen Sultans zu deren Ergötzung in den Harem eingeschmuggelt wird. Nach einer russisch-türkischen Schlacht gelangt er an den Zarenhof, wird zum Geliebten der Zarin und zuletzt als Gesandter nach England verschickt, was Byron Gelegenheit gibt, die zeitgenössische Gesellschaft spöttisch auseinander zu nehmen, wobei der Biss seines Witzes dem großen Swift nicht nachsteht. Jeder einzelnen Station des Lebenswegs widmet sich Byron mit der ihm eigenen Ironie, so dass auf er auf seine Weise auch ein Porträt des Europa seiner Zeit schafft und "Don Juan" so in einiger Hinsicht an Voltaires Candide erinnert. Manchmal verführt auch der Reimzwang den Übersetzer zu eigenwilliger bis unfreiwilliger Komik. Die Geschichte ist im Grunde nur Staffage für Byrons kunstvolle Verse. Erweist sich der Dichter anfangs noch als Kenner der Leidenschaften (an eigener Erfahrung hat es ihm in seinem Leben ja nicht gemangelt), erweist sich das Buch dann im weiteren Verlauf doch als recht prüde, das Verhältnis Don Juans zu den Frauen nimmt im Grunde nur einen sehr kleinen Teil des Werks ein. Der breiteste Teil wird durch hemmungsloses Philosophieren und Sinnieren, manchmal muss man sagen: Schwadronieren, eingenommen, wobei der Handlungsfaden und das Verständnis bisweilen auf der Strecke zu bleiben drohen, da auch massenweise zeitgenössische Figuren auftreten, die dem Bildungsstand des Lesers einiges abverlangen. Damit ist auch die größte Schwäche des Bandes schon genannt - Byron hat es selber so formuliert: "Wenn etwas, ist Abschweifung meine Schwäche ...". Wenn man ein Drittel des Buches wegkürzen würde, wäre im Grunde nichts verloren, so aufgebläht sind einige der "Gesänge" mit dichterischem Ballast. Dennoch bleibt dies als Fazit ein bedeutendes "romantisches" Werk, das gedanklich und philosophisch aber weit über die Romantik hinausgeht und bedeutende aufklärerische, kritisch-skeptische, vor allem aber große satirische Qualitäten hat. Wer sehr viel Zeit hat und sich auf die Details einlassen kann, wird in diesem Roman ungeheuer viel entdecken können. Ein kleines Schmankerl zum Abschluss, welches im späten 20. Jahrhundert wieder hochkam: "Wen Zeus liebt, der stirbt jung - Und manchem Tode wird er so entrückt Dem Tod der Freude und jenem schlimmen Tod Der Freundschaft, Liebe, allem, was beglückt ... So ist das frühe Grab, um das man weint vielleicht als rettendes Geschenk gemeint" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wunderschön zu lesen,
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Werke, 3 Bde., Ln, Bd.2, Don Juan (Gebundene Ausgabe)
Zwei Drittel des Buches bestehen aus dem Epos "Don Juan", der Rest aus kleineren Gedichten. Der Don Juan ist sehr unterhaltsam. Byron beschreibt ironisch und spannend zugleich die Geschichte des Frauenheldes Don Juan und nimmt nebenbei die politischen Figuren seiner Zeit aufs Korn. Geschrieben ist das Werk in einer Versform, die mich sehr an den Schreibstiel Homers errinnert. Für jemanden, dem dies liegt, ist das Buch sehr empfehlenswert.
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