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Sämtliche Sinfonien 1-9 (Ga)
 
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Sämtliche Sinfonien 1-9 (Ga) [Box-Set]

Daniel Barenboim , Sb , Ludwig Van Beethoven Audio CD
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Komponist: Ludwig Van Beethoven
  • Audio CD (7. Februar 2005)
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 6
  • Format: Box-Set
  • Label: Teldec Classics (Warner)
  • ASIN: B00076YOPY
  • Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 41.170 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Andre Arnold TOP 100 REZENSENT
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Es ist nicht Barenboims erster Beethoven Zyklus, der hier vorliegt. Wieder einmal aber kommt der gebürtige Südamerikaner nicht über das gehobene Mittelmaß hinaus.

In den ersten beiden Sinfonien spielt Barenboim durchaus lebendig und angenehm frisch. In keiner Weise trachtet er danach, diese frühen Werke ihres haydnschen Mantels zu entledigen oder sie zu romantisieren. Er spielt sie so, wie sie sind: Zeugnis eines sich entwickelnden Genies.

"Eroica" ist der Beiname der dritten Sinfonie. Da Barenboim aber das Allegro con brio des ersten Satzes verschleppt und versanden lässt, wird diesem Satz beinahe alles an Heroischem genommen. Der Totenmarsch freilich ist sehr gelungen, dem tut diese Langsamkeit gut. Es ist ja durchaus nicht verwerflich, über Gebühr langsam zu spielen, aber der innere Tonus des Werkes wird bei Barenboim dadurch gestört, weil er wichtige Passagen nicht stark genug akzentuiert. Ein Bernstein hat auch stets eher langsam gespielt, bei ihm wirkte das aber nie langweilig.
Die Einspielung der vierten Sinfonie ist gewiss ein Höhepunkt dieser Gesamtaufnahme. Unprätentiös hebt Barenboim das Frische, Lebhafte an dieser Sinfonie heraus und beweist, dass auch sie ein Meisterwerk ist. Besonders gelungen ist sein zart und pittoresk gespieltes Adagio des zweiten Satzes.

Abgesehen davon, dass Barenboim den ersten Satz der Fünften versiebt, da er viele Akzentuierungen durch zu lange Pausen auseinander reißt, ist diese Aufnahme wirklich gelungen. Ein kraftvolles Andante, ein mysteriöses Scherzo und ein strahlendes Finale. Die Staatskapelle Berlin spielt hier absolut referenzverdächtig.
Gar nicht gefallen hat mir die Interpretation der "Pastoralen", eines bekanntermaßen schwierigen weil recht unspektakulären Werkes. Ohne Emotion, ohne innere Beteiligung wird dieses Oeuvre herunter geleiert. Die Tempi sind viel zu getragen, die Farbgebung recht uni.

Besser ist hingegen die Siebte. Vor allem der erste Satz sprüht vor Leben und Vitalität trotz ziemlich langsamer Tempi, eben weil Barenboim hier richtig akzentuiert. Das Allegretto ist wunderbar, auch im Presto trifft er jede Nuance.
Die beste Einspielung ist die der Achten. Vielleicht ist dies sogar die Referenzeinspielung dieses vernachlässigten Stückes. Barenboim beweist, dass Beethoven mit diesem herrlichen Werk die Wiener Klassik endgültig - wenn auch etwas frotzelnd - vollendet.

Auch die Aufnahme der Neunten kann man durchaus als gelungen bezeichnen, auch wenn die gesangliche Leistung der Solisten alles andere als astrein ist. Immerhin spielt Barenboim alle Sätze packend und fesselnd. Im Adagio lässt er sich erwartungsgemäß sehr viel Zeit. Auch hier stimmen die Betonungen. Sicherlich nicht die beste Neunte, aber eine gelungene.

Als Zugabe gibt's die Ouvertüren zu "Fidelio" - einwandfrei - und die drei "Leonore" Ouvertüren - grundsolide, vielleicht etwas zu langsam und getragen.

Die Staastkapelle Berlin spielt ausgezeichnet, nur in der sechsten Sinfonie etwas gelangweilt. Fehler im Interpretationsansatz sind ausschließlich auf Daniel Barenboim abzuwälzen. Die Tonqualität ist 1a.

Fazit: Barenboim hat erneut die Chance verpasst - obwohl er sicherlich das Potential dazu hätte -, einen unvergesslichen Beethoven Zyklus zu dirigieren. Dennoch ist diese Aufnahme nicht schlecht und hat durchaus ihre Höhepunkte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kapellmeister mit Hut? 19. Dezember 2011
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Es ist immer wieder erstaunlich und erfreulich, wie weit das interpretatorische Spektrum auseinander gehen kann. Dieser Beethoven-Zyklus (einschließlich der Leonoren-Ouvertüren I - III und der Fidelio-Ouvertüre) hier etwa wurde 1999 aufgenommen, im gleichen Jahr, in dem der Zyklus in Zürich mit dem Tonhalle-Orchester unter David Zinman (Die Sinfonien) abgeschlossen wurde. Setzte dieser auf scharfe Akzente und atemberaubende Tempi entsprechend den umstrittenen Vorgaben Beethovens, gewissermaßen auf die schnelle (kurzlebige?) Sensation, eröffnet sich beim Hören der Barenboim-Deutungen wieder eine ganz andere Welt.

Natürlich, Barenboims Tempi sind heutzutage sehr ungewohnt, er orientiert sich eher intuitiv an Satzbezeichnungen, besonders auffällig ist die Tempowahl entsprechend in den langsamen Sätzen, aber auch in den Trio-Teilen der Scherzi, in denen man nach dem Hören neuerer Aufnahmen schon gar nicht mehr erwartet, dass das Tempo zurückgenommen wird. Hört man Barenboim direkt nach Järvi, Gardiner, Norrington oder Chailly, kommt man sich klischeehaft tatsächlich ein wenig so vor, wie jemand, der es am Sonntag auf der Landstraße eilig hat, aber hinter einen "Fahrer mit Hut" gerät und durch diesen mangels Überholmöglichkeiten zur Langsamkeit gezwungen wird. Gleich dem Gebremsten gelingt es einem dann aber unter Umständen auch, neben der allzu bekannten, oft gefahrenen Strecke manche bislang übersehene Schönheit der Landschaft zu entdecken, die sonst unbeachtet vorbeirast, bezogen auf Beethovens Musik so manche Nebenstimme, manche harmonische Wendung. Extrem langsam ist allerdings der Kopfsatz der Eroica, dessen Begleitostinato in den Streichern tatsächlich ein wenig nach Übungstempo klingt.

Bemerkenswert an diesen Wiedergaben ist zudem, dass Barenboim sein großes Orchester zwar vergleichsweise langsam, dabei aber durchaus transparent spielen lässt. Die Streicher der Staatskapelle gehen z. B. mit Vibrato angenehm sparsam um, vermeiden damit einen mulmigen Klangbrei. Sie können auch ein phantastisches piano spielen, die dynamischen Entwicklungen, die hier angesichts der Tempi einfach auch ein bisschen mehr Zeit in Anspruch nehmen, sind zum Teil enorm. In dieser Hinsicht ist die Interpretation dann durchaus wieder "zeitgemäß". Aus meiner Sicht ist das differenzierte Setzen von Höhepunkten gerade eine der Stärken dieser Aufnahmen. Zudem kann ich dem warmen, edlen Klang der Staatskapelle Berlin viel abgewinnen, der von einer exzellenten Aufnahmetechnik eingefangen wurde.

Ich muss zugeben, die Box (die übrigens mit CDs in Einzel-Pappkartönchen und ordentlichem Begleitheft angemessen wertig aufgemacht ist) wäre wahrscheinlich nicht meine Wahl für die Insel, denn eigentlich bin ich bei Beethovens Symphonien - zumindest derzeit noch - erheblich schneller getaktet, aber wenn Interpretationen so in sich schlüssig und überzeugend transportiert werden, sehe ich keinen Grund, sie nicht als gültige andere Sicht zu schätzen und hoch zu bewerten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Ergänzung: Die Bewertung mit 4 Sternchen ist sicher ok, obgleich auch 5 Sterne für diese fulminante und saftige Interpretation kein Fehler wären. Über Details in der Rezension kann man sicher streiten (1. Satz der 5ten versiebt: na na, ein wenig Bescheidenheit!! emotionslose, gelangweilte 6te: keine Spur, wenn man richtig hört; etc), gleichwohl ist die Gesamteinspielung ein erholsamer und detailreicher Kontrast zu Gardiners und Zinmanns ganz auf Tempo fixierten Interpretationen oder Harnoncourts sanftem Beethoven. Sie ist um einiges "besser", dh. akzentuierter und stimmungsvoller als die Berliner Studioeinspielung von Abbado, den ich im übrigen hoch einschätze mit seiner Liveeinspielung.
In Summe ein kraftvoller, detailsreicher Beethoven, den man mit einigem Gewinn zusätzlich neben Gardiner und Abbado hören sollte - vor allem dann, wenn man ab und an auch Temperament und einen vollen Sound bei Beethoven schätzt.
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