Mit sicherer Hand führt uns W. Backhaus durch den musikalischen Kosmos der Beethovenschen Klaviersonaten.
Schnelles und Lautes spielt er dabei machtvoll ohne schroff zu sein, leise Sätze zeigt er uns zart und in sich ruhend, aber ohne kitschig zu werden.
Die tief empfundene und nachhaltige Interpretation zwingt uns geradezu ihm Zeile für Zeile, Takt für Takt durch die Stücke zu folgen.
Und trotzdem bleibt der größere Zusammenhang dabei immer präsent.
Backhaus ist aus meiner Sicht ein Meister darin, Spannungsbögen minutenlang aufrechtzuerhalten. So gestaltet er auch manchen sperrigen und aufs erste unzugänglichen Satz kurzweilig und manchmal geradezu atemberaubend spannend.
In jeder Phase eines Stücks hat man den Eindruck, dass er genau weiß, worauf er am Ende hinaus will.
Seine Spielweise würde ich dabei als erzählend, anschaulich und bildhaft beschreiben.
Technisch sind die Aufnahmen aus den Jahren 1952 bis 1969 (Backhaus war dabei zwischen 68 und 85 Jahre alt) kristallklar und zum größten Teil rauschfrei.
Insgesamt ein absolutes Highlight in meiner Sammlung.