![]() Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Sämtliche Gedichte gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 9,05 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.
|
Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
88 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Meister der Verknappung,
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Gedichte (Taschenbuch)
Bereits im Jahr 2010 war Tomas Tranströmer ein heißer Kandidat für den Literaturnobelpreis. Daran dürfte sich auch in diesem Jahr nichts geändert haben. Denn zum einen gilt Tranströmer als einer der bedeutendsten lebenden Lyriker, zum anderen ist der Literaturnobelpreis seit 1996 - damals gewann die Polin Wislawa Szymborska - nicht mehr an einen Lyriker vergeben worden.Das lyrische Werk Tomas Tranströmers ist äußerst schmal. Und so beinhaltet der Band auf 250 Seiten sämtliche Gedichte, die von Tranströmer zwischen 1954 und 1996 veröffentlicht wurden. Beginnend mit "17 Gedichte" (1954), über "Der halbfertige Himmel" (1962), "Klänge und Spuren" 1966), "Nachtsicht" (1970),"Pfade" (1973), "Ostseen" (1974), "Der wilde Marktplatz" (1983) und "Für Lebende und Tote" (1989) schließt der Band mit der Gedichtsammlung "Die Trauergondel" (1996) ab. Bemerkenswert an Tomas Tranströmer ist schon allein die Verknappung der Sprache, die völlig auf schmückendes Beiwerk verzichtet. Wo andere 10 Wörter benötigen, reichen ihm zwei. Er verdichtet alltägliche Begebenheiten, die ihren Ausgangspunkt oftmals in der schwedischen Wald- und Küstenlandschaft oder im städtischen Raum haben. In seinen diszipliniert arrangierten Werken entstehen, zwischen dem äußerlich Feststellbaren und dem Gefühlten pendelnd, immer wieder neue Wahrnehmungsebenen. Dies beherrscht Tranströmer meines Erachtens so sehr, dass seine Gedichte wie Transskriptionen für das kaum in Worte fassbare der Alltagswelt wirken. Tranströmer erweitert durch diese Technik die Grenzen der Sprache immer mehr. Auch wenn man bedenkt, dass die Sprache bis aufs Äußerste verknappt ist, entsteht zu jedem Zeitpunkt Tiefe, die sich aber seltsamerweise gerade aus dieser extremen Verknappung ergibt. An jeder Stelle wird der Schliff deutlich, den Tranströmer an seinen Versen vollzogen haben muss, bis sie letztlich, von jeglichem Ballast befreit, leicht und transparent erscheinen. Für mich ist Tranströmer ein großer Könner, zu dessen Werk es in der literarischen Welt wohl kaum ein Pendant gibt. Jeder, der seine erste Berührung mit seinem Werk noch vor sich hat, ist nur zu beneiden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Das Erwachen ist ein Fallschirmsprung aus dem Traum.",
Von
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Gedichte (Taschenbuch)
Wie der vom Gesang Erwachte, tastet man als Leser nach den Werkzeugen der Aufmerksamkeit. Was anderes als Lyrik erfordert jene Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, die sie zugleich vermittelt? Weg von der stummen Wut, die die Wand nach innen bekritzelt (210), hin in den engstem Raum der Sprache gelingt es dem Nobelpreisträger 2011, Tomas Tranströmer (1931-) mit leiser Lyrik über Leben, Landschaft und allem, was dahinter ist, zu sprechen. Wie im Weltraum des Inneren bewegt sich die hier gelegte Fährte menschlicher Beobachtung auf ein höchstes Plateau, "... längs der Grenze des Seins. Dort fallen / all unsere Taten / glasklar / auf keinen anderen Boden / als uns selbst." (15)Wie den Mann aus Benim kann man diesen Dichter lesen, weil es scheint, auch der Leser sei gekommen, dem zu begegnen, der seine Lampe hochhält, um sich in ihm zu sehen. (vgl 45). In diesem Lichte lassen sich die Zeilen lesen,die ein Erwachen aus einem Traum sind, die nichts zu tun haben mit romanhaften und ausschweifenden Beschreibungen des Lebens, des Mondes oder möglicher Sonnenaufgänge. Hier liegt Verknappung, Enge und damit beredte Deutlichkeit vor, damit Tiefe, in der man sich selbst entdecken kann. Zeit und Raum; "Ein Zeitraum wenige Minuten lang achtundfünfzig Jahre breit. Und hinter mir jenseits der bleischimmernden Wasser lag die andere Küste und diejenigen, die herrschten. Menschen mit Zukunft statt eines Gesichts. (229) Was für ein Bild hier entsteht, hinter einem die Zukunft, eine andere Küste. Als wenn ein Umdrehen unmöglich wäre auf die Menschen mit Zukunft ohne Gesicht. Auf die noch nicht geborenen. Aber auch den Rückblick wagt er, Vergangenheit, wenn es um Nähe geht, wenn die "Seele zusammengekauert und leblos" den Leib in Bewegung zu setzen vermag.(188) Wenn die Bewegungen der Liebe zwar abgeflaut sind, jedoch geheime Gedanken einander begegnen (53) "Ich bin der Einzige. Die Leere, die mich ritt, hab ich abgeworfen" (67) ist ein Beispiel eines neuen Werdens, eines Aufbruchs, einer Ironie (weil er es einem Pferd in den Mund legt) vielleicht "Zu viel, was sich weder schreiben noch verschweigen läßt" (71) Tranströmer lässt die Grenzen erkennen, Mut entwickeln, über Mauern sehen. "Ging die antipoetische Mauer entlang. / Die Mauer. Nicht hinüberblicken. / Sie will unser erwachsenes Leben umgeben / in der Routinestadt, der Routinelandschaft." Als was einengt, kann man sehen. Hinüber in andere Gefilde hebt einen die Poesie. "Eluard berührte einen Knopf, / und die Mauer öffnete sich, / und der Garten zeigte sich." (83) So ist Tranströmer, von innen und von außen nähern sich die zwei Wahrheiten (115) und er möchte sie sich treffen lassen, weil gerade im Gedicht sich der Leser vollendend entdeckt. Nun, "Die Hausaufgaben sind schwerer als das Leben" (206) aber "Die Wahrheit ist da: auf dem Boden, doch aufheben mag sie niemand. Die Wahrheit liegt auf der Straße. Zu seiner macht sie niemand." (220) Wenn es wahr ist, dass jeder Schwede eine Lieblingszeile des größten schwedischen Lyrikers hat, dann haben Sie mit diesem Buch die Gelegenheit, sich eine fürs Leben zu gönnen. Es lohnt, sich der Lyrik zuzuwenden. Ein Nobelpreis wirft Licht auf eine besondere Kunst. ~~ Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mitten im Bild seines Glücks, oder "Das Gedicht, das völlig möglich ist.",
Von Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Sämtliche Gedichte (Taschenbuch)
"Gedichte sind Teiche des eigenen Abbilds, in die man sich versenkt."Rene Char "Gedichte lesen ist Meditation zu den eigenen Gefühlen." Thomas DeQuincey "Und jeder Baum ist gefangener in seinem Rauschen." Gedichte sind Zeugnisse von Verbindungen zwischen uns, der Welt und der Zeit. Tomas Tranströmer, letztjähriger Literaturnobelpreisträger, gehört zu den Dichtern, die die Kunst der Metapher, der virtuosen Bescheidenheit und der poetischen Annäherung beherrschen wie eine Gabe. Fast jedes seiner Gedichte ist ein Innehalten in Zeit und Raum, ein Moment, gerader als das Leben, aber dessen Krümmung einfangend. "In den ersten Stunden des Tages kann das Bewusstsein die Welt umfassen wie die Hand einen sonnenwarmen Stein ergreift." "Ein Junimorgen: zum Aufwachen zu früh, doch zu spät zum Weiterschlafen. Ich muss ins Grüne hinaus; es ist übervoll von Erinnerungen und sie folgen mir mit dem Blick. Zu sehen sind sie nicht, sie verschmelzen mit dem Hintergrund, perfekte Chamäleons. Sie sind so nah, dass ich sie atmen hören, obwohl der Vogelgesang betäubend ist." Ich muss gestehen, dass ich überwältigt bin von der Schönheit und Tiefe dieses Werkes. Man kann kaum eines der Gedichte lesen, ohne es sofort als das Beste zu küren, um schon im nächsten wieder einem neuen Gedanken, einem neuen Bild zu folgen. "Und die Nacht strömt von Osten nach Westen mit Mondgeschwindigkeit." "(Die Erneuerung ist der Zusammenhang von Kräften, rätselhafter als die Wanderung des Aals. Unsichtbarer Baum in Blüte. Und wie eine Kegelrobbe in ihrem Unterwasserschlaf zur Wasserfläche hinaufgeht, einmal Atem holt und ' noch immer schlafend ' zum Grund hinabtaucht, so hat jetzt der Schlummer in mir sich heimlich mit dem vereinigt und ist zurückgekehrt, während ich mit dem Blick auf anderes geheftet dastand.)" Ich empfehle Tranströmer uneingeschränkt jedem, der Lyrik liebt, jedem der die wunderbarsten Bilder dieses Buches noch für sich entdecken will und jedem, der Gedichte nicht für leer hält, sondern bloß für offen: "Es tut weh, durch Wände zu gehen, man wird davon krank, aber es muss sein. Die Welt ist eins. Aber Wände... Und die Wand ist ein Teil von dir selbst - man weiß es oder weiß es nicht, doch es gilt für alle, nur für kleine Kinder nicht. Für sie keine Wand. Der helle Himmel hat sich schräg zur Wand gestellt. Es ist wie ein Gebet zur Leere. Und die Leere kehrt uns ihr Gesicht zu und flüstert: 'Ich bin nicht leer, ich bin offen.'" So ist ein Gedicht, "das Gedicht, dass völlig möglich ist". Nachtrag: Fast alle Gedichtbände von Tranströmer ins hier enthalten, allerdings nicht Das große Rätsel, die Jugendgedichte und (meinen Informationen nach) auch Formeln der Reise, wobei es sein kann, das dies nur andere Übertragungen sind. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
Die neuesten Kundenrezensionen |
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|