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Sämtliche Gedichte [Gebundene Ausgabe]

Gottfried Benn
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 541 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 7., Aufl. (Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608934499
  • ISBN-13: 978-3608934496
  • Größe und/oder Gewicht: 17,5 x 12,1 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 228.894 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Gottfried Benn (1886-1956) ist einer der bedeutendsten deutschen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Auch in seiner Prosa, seinen Essays, autobiographischen Schriften und Briefen ist er der "Phänotyp" seiner Epoche.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lyrik am Abgrunde 4. September 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Schockierte der studierte Arzt Gottfried Benn (1886-1956) mit seinen rücksichtslosen ersten Revoluzzer-Gedichten (1912) die Leser noch, wurde er später mit ruhigeren Formen eher zum stillen Sänger der Verlorenheit des Einzelnen in einem ihn überwältigenden Kosmos.
Fragte der junge Dichter noch aufrührerisch ("Der Arzt"):

"Ihr sprecht der Seele? Was ist eure Seele? Verkackt die Greisin Nacht für Nacht ihr Bett"
Und in "Fleisch": "Das Hirn verwest genau so wie der Arsch"

Und bekannte in "Drohungen": "Ich lebe Tiertage. (...) Ich bin Affen-Adam"
Oder in "Untergrundbahn": "Ich armer Hirnhund. Schwer mit Gott behangen.
Ich bin der Stirn so satt",
denn ("Alaska"): "Man hat uns belogen und betrogen
mit Gotteskindschaft, Sinn und Zweck"
("Nachtcafé I"): "Ein Spalt voll Schreie unser Mund."

Später wird er besinnlicher und empfindet immer wieder mit Nietzsche und dessen Schicksal mit ("Sils-Maria"): "In den Abend rannen die Stunden,
er lauschte im Abhangslicht
ihrer Strophe: alle verwunden,
die letzte bricht..."

Oder in "Turin": ""Ich laufe auf zerrissenen Sohlen"
schrieb dieses große Weltgenie
in seinem letzten Brief - dann holen
Sie ihn nach Jena -; Psychiatrie."

Der Gipfel der Fraglichkeit des Seins liest sich in "Verlorenes Ich" (1943):

"Die Tage geh'n dir ohne Nacht und Morgen,
die Jahre halten ohne Schnee und Frucht
bedrohend das Unendliche verborgen -
die Welt als Flucht.

(...)

Die Welt zerdacht. Und Raum und Zeiten
und was die Menschheit wob und wog,
Funktion nur von Unendlichkeiten -
die Mythe log.
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35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Leben in Gedichten 6. November 2001
Von R., Diana
Format:Gebundene Ausgabe
Vielen sind aus der Schule die Gedichte des Zyklus' "Morgue" von Gottfried Benn bekannt. Auch heute noch haben sie eine entscheidene Wirkung auf die Leser: einige sind überrascht und angezogen von dem seltsamen Charme der Gedichte und andere finden sie so abstossend, dass sie Gottfried Benn am liebsten nie wieder lesen wollen. Das wäre jedoch ein Fehler, denn während in den Morgue-Gedichten Benns Erfahrungen als Arzt verarbeitet wurden, findet man auf den folgenden Seiten so verschiedene Gedichte wie das Leben Seiten hat. Dazu gehört die Liebe genauso wie die Widerspiegelung der Politik, der Rückblick nach einem vielseitigen Leben und verschiedenes mehr. Also nicht nach den ersten (eventuell) erschreckenden Seiten aufhören!
Die Ausgabe an sich, ist von einer eher klassischen Schönheit: rot mit blauem Namensschriftzug - macht sich also auch gut als Hingucker im Regal. Die Gedichte lassen sich nach den Titeln und ersten Zeilen oder nach dem Erscheinungsjahr im Anhang finden - was natürlich praktisch ist. Die Einteilung im Buch folgt den folgenden Überschriften: 1. Gesammelte Gedichte 1956 (aus einer früheren Veröffentlichung), 2. Gedichte, die zu Lebzeiten veröffentlicht wurden, jedoch nicht in der Sammlung von 1956 zu finden sind, 3. Gedichte aus dem Nachlass und 4. Poetische Fragmente.
Was mir fehlt, ist wenigstens eine Kurzbiographie von Gottfried Benn, denn vor dem Hintergrund seines Lebens, lassen sich die meisten seiner Gedichte viel besser verstehen.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die Krone der Schöpfung ... 6. Februar 2006
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
nun kann man Benns Gedicht folgen und nur 'das Schwein, der Mensch' folgen lassen, oder aber - und das ist mir lieber - die Benn'sche Sprachgewalt in seinen Gedichten herausholen. Morgue ist bekannt und braucht einiges nachdenkliches Schlucken aber bis hin zu den schönen Gedichten ist Sprache in ihrer feinsten Art verwendet. Abschied, eine Pracht (du füllst mich an wie Blut die frische Wunde - alles ist gesagt) oder "An Dich, mein Jochen" (so oft sich unsere Wege trennen....) oder wen auch immer.
Man findet eine wunderbare Vielfalt bei Benn, eine Klarheit in der Sprache, die gleichzeitig Phantasie gebiert.

Wer Gedichte und Sprache mag, ist auch ein (zukünftiger) Liebhaber Benn'scher Lyrik.

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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Lyriker Gottfried Benn ( 1886-1956) wird als moderner Klassiker der Dichtung eingestuft. Sein Werk gehört durch seine Sprachkraft und seine theoretischen Reflexionen zur literarischen Avantgarde seiner Zeit.

Der Lyriker hat stets einen sozialen Auftrag für sein Werk abgelehnt.

Er verspricht nichts, ruft keine Massen auf, legt lediglich Ergebnisse seiner Zwänge vor. Benn läd, wenn überhaupt, allenfalls zu Besichtigung einer Sackgasse ein. Seine Gedichte beinhalten eine Menge sozialkritisches Material, doch dies ist letztlich nicht das Thema des Dichters.

Benns politisches Engagement in der NS- Zeit bestand darin, dass er nicht mitmachte, die Gegenwelten nicht zu verkleistern suchte, sondern Kunst produzierte, reine Kunst, so rein wie Kunst sein kann, nicht zuletzt, weil er der Überzeugung war, dass reine Kunst durch ihre bloße Existenz für Humanismus zeugt.

Um das Können des großen Spachvirtuosen zu dokumentieren, habe ich folgendes seiner Gedicht ausgewählt.

Nur zwei Dinge

Durch so viele Formen geschritten,

durch Ich und Wir und Du,

doch alles blieb erlitten

durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.

Dir wurde erst spät bewußt,

es gibt nur eines : ertrage

-ob Sinn, ob Sucht, ob Sage-

dein fernbestimmtes: Du musst.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,

was erblühte, verblich,

es gibt nur zwei Dinge :die Leere

und das gezeichnete Ich.

Benns analytisch- scharfsinnige Betrachtungen, so etwa in seinem Gedicht " Chopin", schmälern die Poesie seiner Verse erstaunlicherweise keineswegs.

Empfehlenswert.
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