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Sämtliche Erzählungen. Anekdoten. Gedichte. Schriften: Text und Kommentar (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch) [Taschenbuch]

Klaus Müller-Salget , Heinrich von Kleist
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 18,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

19. September 2005 Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch (Buch 5)
Heinrich von Kleist war ein Prosa-Autor allerersten Ranges. Er machte aus der deutschsprachigen Anekdote eine äußerst konzentrierte, wirkungsintensive Kunstform und hob sie auf eine später nur selten wieder erreichte Höhe. Die überlieferte Novellenform schuf er so um, daß sie die Problematik des Individuums in der modernen Welt kompromißlos auszudrücken vermochte. Dabei erreichte Kleist ein Höchstmaß an erzählerischer Spannung.
Dieser Band umfaßt neben den Erzählungen die kleineren Prosatexte, die Widmungen und Albumblätter und die Gedichte, sodann die größeren politischen Schriften und die zu Philosophie und Kunst, schließlich die vielfältigen kleineren Beiträge in den 'Berliner Abendblättern' bis hin zu den redaktionellen Anzeigen und Erklärungen.
Die meisten Novellen Kleists haben erst in einem komplizierten Prozeß der Um- und Neugestaltung ihre endgültige Form gefunden. Daher werden - erstmals in einer Ausgabe - mehrere Texte in Paralleldruck geboten, um dem Leser einen unmittelbaren Eindruck von Kleists Arbeitsweise und Aufschlüsse über die Absichten dieses in so vieler Hinsicht rätselhaften Dichters zu geben.

Wird oft zusammen gekauft

Sämtliche Erzählungen. Anekdoten. Gedichte. Schriften: Text und Kommentar (Deutscher Klassiker Verlag im Taschenbuch) + Positionen der Literaturwissenschaft: Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists "Das Erdbeben in Chili".
Preis für beide: EUR 35,90

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 1299 Seiten
  • Verlag: Deutscher Klassiker Verlag; Auflage: 1 (19. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3618680058
  • ISBN-13: 978-3618680055
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,8 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 219.056 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

1777
18. Oktober: Bernd Wilhelm Heinrich von Kleist wird als Sohn des preußischen Offiziers Joachim Friedrich von Kleist und seiner zweiten Frau Juliane Ulrike, geb. von Pannwitz, in Frankfurt an der Oder geboren.

1788
Juni: Tod des Vaters. Kleist wird von dem Prediger und Übersetzer Samuel Henri Catel in Berlin unterrichtet (bis 1792).

1792
Juni: Eintritt als Gefreiter-Korporal in das Garderegiment Potsdam.

1793
Februar: Tod der Mutter.
März: Teilnahme am Rheinfeldzug der feudalen Koalition gegen die französische Republik (bis 1795).

1795
Juni: Rückkehr nach Potsdam.

1797
März: Beförderung zum Leutnant. Beginn der lebenslangen Freundschaft mit Ernst von Pfuel.

1799
April: Abschied vom Militär. Immatrikulation an der Universität in Frankfurt/Oder zum Studium der Rechtswissenschaften. Freundschaft und Verlobung mit Wilhelmine von Zenge, der Tochter des Ortskommandanten.

1800
August: Abbruch des Studiums und Rückkehr nach Berlin. Entwurf des Trauerspiels »Familie Ghonorez«, das 1803 u. d. T. Familie Schroffenstein erscheint.
November: Anstellung als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium in Berlin. Verlobung mit Wilhelmine von Zenge.

1801
Juli-November: Aufenthalt in Paris.
November: Rückreise nach Frankfurt am Main. Reise in die Schweiz.

1802
Februar: Kleist bezieht eine Wohnung auf einer Aare-Insel bei Thun. Arbeit an dem Lustspiel Der zerbrochne Krug und dem Trauerspiel Robert Guiskard, Herzog der Nordmänner.
Mai: Bruch mit Wilhelmine von Zenge.
Juli-August: Schwere Krankheit.

1803
Januar-März: Aufenthalt auf dem Gut Oßmannstedt von Christoph Martin Wieland in der Nähe von Weimar.
Selbstmordpläne.
Juli: Reise nach Bern, Mailand, Genf und Paris. Mit dem Plan, in die französische Armee einzutreten, reist Kleist weiter nach Boulogne-sur-Mer. Körperlicher und seelischer Zusammenbruch nach seiner Rückkehr nach Paris.
November: Rückkehr nach Deutschland.

1804
Januar-Juni: Aufenthalt in Mainz, wo er von dem Arzt und Schriftsteller Georg Wedekind behandelt wird.
September: Wiedereintritt in den preußischen Staatsdienst.

1805
Fertigstellung des Lustspiels Der zerbrochne Krug.
Mai: Anstellung in Königsberg als Diätar der Domänenkammer. Beginn des Studiums der Kameralwissenschaft an der Universität Königsberg. Arbeit an den Erzählungen »Michael Kohlhaas« und »Die Marquise von O....« sowie an der Tragödie Penthesilea und an dem Lustspiel Amphitryon.

1806
August: Krankenurlaub, fünfwöchige Kur in Pillau. Endgültige Aufgabe der Beamtenlaufbahn.

1807
Februar: Kleist gerät in französische Gefangenschaft.
April: Internierung im Kriegsgefangenenlager Chálonssur- Marne.
Juli-August: Entlassung aus der Gefangenschaft und Rückreise nach Berlin. Arbeit an dem Drama Käthchen von Heilbronn.

1808
Zusammen mit Adam Müller Herausgabe der Monatsschrift ›Phöbus. Ein Journal für die Kunst‹.
2. März: Uraufführung von Der zerbrochne Krug in Weimar. Dezember: Fertigstellung des Dramas Die Herrmannsschlacht.

1809
Juni-Oktober: Aufenthalt in Prag. Schwere Krankheit.
November: Reise nach Frankfurt/Oder.

1810
Januar: Rückkehr nach Berlin. Bekanntschaft mit Adam Müller, Achim von Arnim, Clemens Brentano, Bernhard Anselm Weber, Friedrich de la Motte Fouqué, Rahel und Karl August Varnhagen in der Christlich-deutschen Tischgesellschaft.
17. März: Uraufführung von Das Käthchen von Heilbronn in Wien. Der erste Band der Erzählungen (»Das Erdbeben in Chili«, »Die Marquise von O....«; »Michael Kohlhaas«) erscheint.
Oktober: Die erste Ausgabe der von Kleist herausgegebenen Tageszeitung ›Berliner Abendblätter‹ erscheint, u. a. mit Kleists Aufsatz Über das Marionettentheater.

1811
Der zerbrochne Krug erscheint.
Juni: Kleist beendet sein Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg. Der zweite Band von Kleists Erzählungen (»Die Verlobung in San Domingo«; »Das Bettelweib von Locarno«; »Der Findling«; »Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik«; »Der Zweikampf«) erscheint. Um gang mit Marie von Kleist, August Graf Neithart von Gneisenau und Henriette Vogel. September: Kleist wird die Wiedereinstellung als Offizier in Aussicht gestellt.
21. November: Kleist begeht am Kleinen Wannsee bei Berlin gemeinsam mit Henriette Vogel Selbstmord.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Präzision eines Sprach- und Gedankenkünstlers 12. März 2006
Von Ulrich W.
Format:Taschenbuch
Es ist nicht genug zu loben, dass der Deutsche Klassiker Verlag nun ausgewählte Publikationen im Taschenbuchformat zu einem erschwinglichen Preis zugänglich macht.
Die Erzählungen und Essays Heinrich von Kleists sind dabei eine besonders lohnende Veröffentlichung.
Wer sich auf die Diktion im Michael Kohlhaas einlässt und lange, aber sinnvoll verschachtelte Satzgefüge in sich aufnimmt, schult die Präzision des eigenen Denkens - was durchaus auch der Wahrnehmung von juristischen Sachverhalten zugute kommt.
Aber auch so eine kurze Schrift wie Kleists Gedanken über das Marionettentheater kann einem Lichter aufsetzen, wenn es darum geht, das Verhältnis von Grazie, Leichtigkeit und Geführt-werden zu bedenken. Aus dieser Schrift stammt auch das Motiv vom "Dornausziehen", welches das Cover der Taschenbuchausgabe schmückt. Das große Plus dieser Ausgabe - wie aller Editionen des Deutschen Klassiker Verlags - sind die umfangreichen Anmerkungen im Kommentarteil, aber auch die Möglichkeit, verschiedene Fassungen nebeneinander gedruckt lesen zu können.
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4.0 von 5 Sternen Sein eigener Traditionalist... 10. Oktober 2011
Von Timo Brandt TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Diese Ausgabe von Heinrich von Kleist (Anaconda) vereint sämtliche 8 größeren Erzählungen des Dichters, Denkers und Dramaturgen.

Ebenso wie bei Gogol (siehe Rezension zu Gesammelte Werke) und Poe (siehe Rezension zu Meistererzählungen), scheue ich mich bei Kleist von einem großen Schriftsteller oder Künstler zu reden. Sicher ist, dass Kleist eine ungewöhnliche Anschaulichkeit und eine Art fesselnder Dramaturgie (auch in seiner Prosa; manchmal sogar mehr in der Prosa als im Drama) zu formen und zu komponieren vermochte, die auch heute (und wohl auf ewig) eine nahezu unerschütterliche und ungebrochene Aktualität in darstellerischer Sache behalten wird. Trotzdem scheint alles bei Kleist, als sei es nach traditionellen Maßstäben gefertigt - und doch, wiederum, scheint jeder Satz aus diesem klassischen Gewande ausbrechen und mit aller Kraft und Leidenschaft den Trab in einen Galopp reißen zu wollen.

Kleist bedient sich oft des Wortes "dergestalt". In einem geradezu totalen Versuch der Erzählung niemals hinterher zu sein oder etwas unerklärt und uneindeutig zu lassen, treibt er seine Handlungen mit subtilen Langsatzfolgerungen voran. Weniger ist manchmal mehr, würde mancher sagen, aber auch mehr ist manchmal mehr, wie Kleist eindrucksvoll bewiesen hat.

Die Inhalte und Konflikte der einzelnen Novellen sind vielfach von Missverständnissen geprägt und fatalen Ereignissen, die aus den Irrungen entstehen. Fast immer fällt im kleistischen Drama der (vermeintlich) idealistische Mensch dem konträren und willkürlichen Universum zum Opfe, das die Menschenheit von einander trennt, in dem es jedem einzelnen nur ein kleines Sichtfeld gibt und ihn des weiteren zum Spielball von Leidenschaften werden lässt. Einen Großteil der Spannung gewinnt jede der Erzählungen aus dem Spiel mit Unvermeidlichkeit und Hoffnung, welches in seinem Hin und Her schon beinahe kafkaeske Züge annehmen kann, nur dass es agiler und ausschweifender ist. Die so viel beschworene Gewalt ist mir persönlich dabei nicht aufgefallen; eher eine krasse Vehemenz das Ende, das Finale zu erreichen. Gerettet wird eigentlich nichts; Kleists Geschick ist das Gegenteil von Rettung.

Bei aller Einzigartigkeit, die zumindest vier der Erzählungen ("Michael Kohlhaas", "Die Verlobung in St. Domingo", Das Erdbeben von Chili", "Der Zweikampf" - vielleicht auch "Die Marquise von O.) besitzen, spürt man, dass Kleist kein wirklicher Erzähler ist. Zwar hat er diese Erzählungen ganz und gar aufs Papier gebracht, sie bemerkenswert vollendet hinterlassen, aber ich behaupte, dass man gerade in diesen ausgefeilten, rasant-bedachten Zeilen spürt, dass sie alles sind; dass da sonst nichts mehr gewesen wäre; und dass gerade deshalb die anderen drei-vier Erzählungen mehr oder minder schief oder haltlos wirken.

Für mich wird Kleist immer Dramatiker bleiben. Er mag hier mit vier/fünf Erzählungen glänzen und diese sollte man, wenn man irgendwas auf seine Literaturkenntnisse und sein Lesevergnügen hält, auf jeden Fall gelesen haben. Aber ich denke, es kommt auch immer darauf an, wie man einen Künstler sieht und Kleist sollte man, wie man es ja auch bei Schiller tut, lieber als Dramatiker, denn als Prosaisten sehen. Manche mögen behaupten, dass es nicht auf solcherlei ankommt. So mögen sie diese meine Feststellung übergehen.

Inhalt:
Michael Kohlhaas (näheres hier)
Die Marquise von O. (näheres hier, ebenso zu Chili)
Das Erdbeben von Chili
Die Verlobung von St. Domingo
Das Bettelweib von Locarno
Der Findling
Die heilige Cäcilie (näheres, hier, ebenso zu Zweikampf)
Der Zweikampf
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael01
Format:Taschenbuch
Für mich DIE Kleist-Ausgabe im Taschenbuch. Nicht nur die Erzählungen, sondern auch Gedichte und politische bzw. philosophische Schriften. Und hunderte Seiten Kommentar in lesbarem Ton, wobei es zum Teil schon sehr ins Detail geht. Freue mich auf weitere Ausgabe in dieser Reihe.
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