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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Hdlbg., L. Schneider, 1956. (1956)
  • ASIN: B004FESHKW
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Arthur Rimbaud
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ghani
Format:Taschenbuch
Rimbaud muss man gelesen haben! Während die meisten Gleichaltrigen von ihrer ersten Liebe schwärmen, bricht der junge Rimbaud nach kurzer Einübungsphase (einem preisgekrönten lateinischen Gedicht) mit allen Konventionen. Zwar versucht er sich ins Herz der Parnassiens zu schreiben und endlich, endlich aus der Provinz zu flüchten, um in Paris leben zu können, aber im Grunde seines Herzens ist er wilder, freier Geist, der alles zerreißt, was anderen lieb, teuer und heilig ist.
Es sind nur ein paar Jahre, in denen sich Rimbaud zu Versen hinreißen lässt. Irgendwann macht er mit der Lyrik Schluss wie mit einer lästigen Geliebten. Aber dabei ist er immer ein Schwergewicht. Mit Gedichten wie "Sonne und Fleisch" und dem betörend-verstörenden Sonett "Der Schläfer im Tal" beweist er, dass er keine Jahrzehnte zur Perfektionierung seines Schreibens braucht. Rimbaud dichtet einfach. Schreit, malt, spuckt aus,singt, rotzt hin.

Ein wahrer Seher.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
heißes junges Blut 31. August 2005
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Rimbaud wurde 1854 geboren und starb 37jährig im Jahre 1891. Seine Schaffensperiode betrug 4 Jahre, beginnend mit 15 Jahren. Dann überwog die Zeit des Broterwerbs, welches ihn in die Welt brachte. Seine Zeitgenossen waren Stephan Mallarme, ein Symbolist, Paul Verlaine, bei dem er in jungen Jahren wohnte und später Paul Valery.

Rimbaud, eine Wunder der Exzentrik, der nichts von vor gedachten oder vorformulierten Regeln hielt. Sein junges Leben, geprägt in dem Zeitgeist dieses Jahrhunderts, geprägt von den nachrevolutionären Wirren und dem aufkommenden Naturalismus z.B. eines Emil Zola oder J.J. Rousseau und der unkonventionellen Art und Weise des Dandys Charles Baudelaire.

Seine Gedichte sind ein Meisterwerk. Erkannt wurde dieses erst posthum in voller Größe. Heute ist Rimbaud nicht mehr aus dem Schatz französischer Lyrik wegzudenken. Er hat in Anlehnung und mit Baudelaire die freie Form der Lyrik entworfen. Er hat die Bilder des Lebens, der Umgebung und der Natur zu lyrischen Gesprächspartnern erhoben, sie gleichgesetzt für den Vergleich einer menschlichen und dinglichen Welt. Seine Bilder entstehen im Vorbeigehen, sie erlangen eine sinnliche, manchmal frivole Anschaulichkeit und sind ebenso von bedrängender Realität. Stefan Zweig hat das Nachwort zu diesem schönen bibliophilen Gedichtsband aus dem Insel-Verlag geschrieben. ("Shakespeare enfant" nannte ihn Victor Hugo).

Beispiele müssen nicht vorenthalten werden. Mit 15, voll in pubertären Zügen schrieb er über Empfindungen. (... ich denke nichts, ich spreche nichts: ich träume nur, unendliche Liebe gibt mir das Geleit.) "Sonne und Fleisch", ein scheinbar wirrer Zusammenhang, aber er löst sich auf bereits zu Beginn. "Die Sonne, Quell alles Lebens und brünstiger Triebe", junge Fleisches Lust führt ihn hier die Hand. "Faunkopf" erinnert an das berühmte Prosagedicht von Stephane Mallarme. Er sah die Welt und nahm sie zur Dichterhand, nichts scheint ihm fremd oder übersehbar. Der Krieg 70/71 taucht auf in "Das Elend" oder noch intensiver in "Der Schläfer im Tal". Oder das Erwachen einer Stadt in "Paris lebt auf" als ein Nachkriegserlebnis, eine Beschreibung der Wirklichkeit als Empfindung, so klar, drastisch, unverblümt. So, als wenn des Lebens Ende naht, "Freßt, sauft! .... Hört ich ihr sie nicht im Rausch der glühenden Nächte springen, ..." "Und grell und sinnlich brennt die Fackel toller Lüste durch die alte Nacht, ..."

Kirche und erste Kommunion werden "bedichtet", geächtet wurde Rimbaud seitens der Kirche.

Eines der besten, der bekanntesten Gedichte: "Das trunkene Schiff". Es war die Erinnerung an die Zeit Frankreichs, wo Dirnen und Verbrecher außer Landes gebracht wurden, nach Neu-Orleans in Louisiana. (Anm.: Die Liebes-Geschichte vom Chevalier Des Grieux und seiner Manon Lescaut, geschrieben 1731 von Prévost gibt ein wunderbares Zeugnis.)

Die Grenzen wurden geöffnet, die Globalisierung nahm ihren Lauf und Rimbaud sehnt sich zurück zu den Grenzen Europas als heimatlichen Hafen. So, als wenn er spürt, dass die Welt ihr Gesicht im Zuge des Erwachsenwerdens ändert. Dieses Gedicht ist nahe am Ende seiner Schaffensperiode. Der Wunsch nach Europas Begrenzung scheint gleichzeitig ein sich wehren im Erwachsenenalter gegen die Wiederbelebung der Idylle seiner Kindheit. Die Jahre des heißen, jungen Blutes gehen zu Ende, sein Weg der Zukunft ändert sich, die Idylle der Leichtigkeit, Schwerelosigkeit, des laissez faire ist vorbei. Der Verzicht auf Gedichte und Literatur ist die Folge, dass Schaffen hat ein Ende, der Broterwerb tritt in den notwendigen Vordergrund.

Eine kurze aber bis heute wichtige Schaffensperiode eines großen Dichters.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jürgens "Bücher" TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Rimbaud (1854 -1891) war ein wortgewaltiger französischer Dichter:
"Ich will Dichter sein, und ich arbeite daran, mich zum Seher zu machen; Sie verstehen natürlich gar nichts, und ich kann es Ihnen kaum erklären. Es geht darum, durch die Verwirrung aller Sinne im Unbekannten anzukommen. Die Leiden sind gewaltig, aber man muß stark sein als Dichter geboren zu sein, und ich habe mich als Dichter erkannt. Das ist ganz und gar mein Fehler. Es ist falsch zu sagen: Ich denke. Man müßte sagen: Ich werde gedacht.- Verzeihen Sie das Wortspiel." (S.367)

In diesem Buch sind abgedruckt: seine Gedichte (1869-1871); Neue Verse und Lieder; Ein Aufenthalt in der Hölle; Entwürfe zu >>Ein Aufenthalt in der Hölle<< ; Leuchtende Bilder; >>Seher Briefe<<.

Wer Dichtung mag, findet hier ein wunderbares Gesamtwerk von Rimbaud.
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