Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Ritter Harolds Pilgerfahrt
OT Childe Harolds Pilgrimage OA 1812 / 18 DE 1836Form Episches Gedicht Epoche Romantik
Das epische Gedicht Ritter Harolds Pilgerfahrt von George Byron gehört zu den bedeutendsten Werken der englischen Romantik. Der Dichter verbindet hier subjektives Erleben, Weltschmerz und Selbstenthüllung mit fundierten Kommentaren zu Politik, Geschichte und dem Zustand Europas.
Entstehung: 1909 unternahm Byron eine zweijährige Mittelmeer- und Orientreise. Seine Erlebnisse auf dieser Reise sowie im Schweizer und italienischen Exil in den Jahren 181618 fanden Eingang in sein Werk, das in zwei Teilen mit sechs Jahren Abstand entstand.
Inhalt: Ritter Harolds Reise führt ihn zunächst nach Portugal, Spanien und über Malta in das türkisch besetzte Albanien sowie nach Istanbul und Griechenland. Er beschreibt dabei Landschaften, Menschen, Ereignisse wie einen Stierkampf oder Begegnungen mit Herrschern. Byron wird zum Fürsprecher unterdrückter Völker und kritisiert die Innen- und Außenpolitik seines Heimatlands. Zu den Höhepunkten der Dichtung gehören die Strophen über die Schlacht bei Waterloo und Harolds Rheinreise sowie die Naturbeschreibungen am Genfer See, die Byron einrahmt in Porträts von Edward Gibbon (173794), R Voltaire und Jean-Jacques R Rousseau. Das Epos endet in Italien: Harold erlebt die Melancholie auslösende Unfreiheit und den Verfall Venedigs und kommt schließlich nach Rom, dessen Ruinen und verlorene Größe der Pilger beklagt.
Aufbau: Die in vier Gesänge unterteilte Reisebeschreibung ist in klassizistischen Versen gehalten. Der fiktive Ritter tritt nach den ersten beiden Gesängen immer stärker zu Gunsten des kommentierenden Autors in den Hintergrund.
Wirkung: Mit Ritter Harolds Pilgerfahrt wurde Byron seinen eigenen Worten zufolge über Nacht berühmt. Während seine Zeitgenossen die romantische Schwermut seines Werks schätzten, wurden im 20. Jahrhundert seine satirischen Arbeiten (z. B. Don Juan, 181924) höher bewertet. D. M.
Ritter Harolds Pilgerfahrt
OT Childe Harolds Pilgrimage OA 1812 / 18 DE 1836Form Episches Gedicht Epoche Romantik
Das epische Gedicht Ritter Harolds Pilgerfahrt von George Byron gehört zu den bedeutendsten Werken der englischen Romantik. Der Dichter verbindet hier subjektives Erleben, Weltschmerz und Selbstenthüllung mit fundierten Kommentaren zu Politik, Geschichte und dem Zustand Europas.
Entstehung: 1909 unternahm Byron eine zweijährige Mittelmeer- und Orientreise. Seine Erlebnisse auf dieser Reise sowie im Schweizer und italienischen Exil in den Jahren 181618 fanden Eingang in sein Werk, das in zwei Teilen mit sechs Jahren Abstand entstand.
Inhalt: Ritter Harolds Reise führt ihn zunächst nach Portugal, Spanien und über Malta in das türkisch besetzte Albanien sowie nach Istanbul und Griechenland. Er beschreibt dabei Landschaften, Menschen, Ereignisse wie einen Stierkampf oder Begegnungen mit Herrschern. Byron wird zum Fürsprecher unterdrückter Völker und kritisiert die Innen- und Außenpolitik seines Heimatlands. Zu den Höhepunkten der Dichtung gehören die Strophen über die Schlacht bei Waterloo und Harolds Rheinreise sowie die Naturbeschreibungen am Genfer See, die Byron einrahmt in Porträts von Edward Gibbon (173794), R Voltaire und Jean-Jacques R Rousseau. Das Epos endet in Italien: Harold erlebt die Melancholie auslösende Unfreiheit und den Verfall Venedigs und kommt schließlich nach Rom, dessen Ruinen und verlorene Größe der Pilger beklagt.
Aufbau: Die in vier Gesänge unterteilte Reisebeschreibung ist in klassizistischen Versen gehalten. Der fiktive Ritter tritt nach den ersten beiden Gesängen immer stärker zu Gunsten des kommentierenden Autors in den Hintergrund.
Wirkung: Mit Ritter Harolds Pilgerfahrt wurde Byron seinen eigenen Worten zufolge über Nacht berühmt. Während seine Zeitgenossen die romantische Schwermut seines Werks schätzten, wurden im 20. Jahrhundert seine satirischen Arbeiten (z. B. Don Juan, 181924) höher bewertet. D. M.
Kurzbeschreibung
Ritter Harolds Reise führt ihn zunächst nach Portugal, Spanien und über Malta in das türkisch besetzte Albanien sowie nach Istanbul und Griechenland. Er beschreibt dabei Landschaften, Menschen, Ereignisse wie einen Stierkampf oder Begegnungen mit Herrschern. Byron wird zum Fürsprecher unterdrückter Völker und kritisiert die Innen- und Aussenpolitik seines Heimatlands. Zu den Höhepunkten der Dichtung gehören die Strophen über die Schlacht bei Waterloo und Harolds Rheinreise sowie die Naturbeschreibungen am Genfer See, die Byron einrahmt in Porträts von Edward Gibbon (1737-94), R Voltaire und Jean-Jacques R Rousseau. Das Epos endet in Italien: Harold erlebt die Melancholie auslösende Unfreiheit und den Verfall Venedigs und kommt schliesslich nach Rom, dessen Ruinen und verlorene Grösse der Pilger beklagt.
Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Byron, George (eigtl. George Gordon Noël Lord Byron) engl. Schriftsteller, *22.1.1788 London 19.4.1824 Mesolongion (Griechenland) Ritter Harolds Pilgerfahrt, 1812-18 Subjektivität des Erlebens, Leidenschaftlichkeit und Melancholie verschmelzen in den Verserzählungen von George Byron, dem berühmtes-ten Vertreters der englischen Romantik. Sein ausschweifender Lebenswandel machte ihn zur schillerndsten Gestalt seiner Generation. Der Sohn eines Gardeoffiziers verlor seinen Vater im Alter von drei Jahren. Als Zehnjähriger erbte er von einem Großonkel den Titel eines Lords sowie dessen Vermögen. Nach seinem Studium in Cambridge wurde er 1809 Mitglied des Oberhauses. Sein erster Welterfolg, die Versdichtung Ritter Harolds Pilgerfahrt, er- schien 1812-18. Als seine 1815 geschlossene Ehe nach nur einem Jahr - u.a. aufgrund seines inzestuösen Verhältnisses zur Halbschwester - scheiterte, war Byron in England geächtet. Er lebte fortan im Ausland, vornehmlich in der Schweiz und in Italien. Am Genfer See lernte er Percy Bysshe Shelley (1792-1822) kennen, in Italien unterhielt er Kontakt zu Freiheitskämpfern. In dieser Zeit entstanden seine bedeutenden Versdramen Manfred (1817) und Don Juan (1819-24). 1823 ging er nach Griechenland, wo er sich im Freiheitskampf engagierte und im Folgejahr einer fiebrigen Erkrankung erlag. Die Grunderfahrungen seiner Generation - das Leiden am Scheitern der Französischen Revolution, die Heuchelei der Gesellschaft nach dem Wiener Kongress - prägten Byrons Werk ebenso wie die Widersprüchlichkeit seiner Persönlichkeit: Er war radikaler Republikaner, verachtete aber zugleich die "Pöbelherrschaft", Egozentriker und Altruist, Kirchenfeind und Sympathisant der katholischen Kirche, Dandy und Einsamer. Der von tief empfundenem Weltschmerz geprägte "Byronismus" fand zahlreiche Nachahmer und Bewunderer (R Goethe, Heinrich R Heine, Alexander R Puschkin). Biografie: H. Müller, Lord Byron, 1981 (rm 50297).
Byron, George (eigtl. George Gordon Noël Lord Byron) engl. Schriftsteller, *22.1.1788 London 19.4.1824 Mesolongion (Griechenland) Ritter Harolds Pilgerfahrt, 1812-18 Subjektivität des Erlebens, Leidenschaftlichkeit und Melancholie verschmelzen in den Verserzählungen von George Byron, dem berühmtes-ten Vertreters der englischen Romantik. Sein ausschweifender Lebenswandel machte ihn zur schillerndsten Gestalt seiner Generation. Der Sohn eines Gardeoffiziers verlor seinen Vater im Alter von drei Jahren. Als Zehnjähriger erbte er von einem Großonkel den Titel eines Lords sowie dessen Vermögen. Nach seinem Studium in Cambridge wurde er 1809 Mitglied des Oberhauses. Sein erster Welterfolg, die Versdichtung Ritter Harolds Pilgerfahrt, er- schien 1812-18. Als seine 1815 geschlossene Ehe nach nur einem Jahr - u.a. aufgrund seines inzestuösen Verhältnisses zur Halbschwester - scheiterte, war Byron in England geächtet. Er lebte fortan im Ausland, vornehmlich in der Schweiz und in Italien. Am Genfer See lernte er Percy Bysshe Shelley (1792-1822) kennen, in Italien unterhielt er Kontakt zu Freiheitskämpfern. In dieser Zeit entstanden seine bedeutenden Versdramen Manfred (1817) und Don Juan (1819-24). 1823 ging er nach Griechenland, wo er sich im Freiheitskampf engagierte und im Folgejahr einer fiebrigen Erkrankung erlag. Die Grunderfahrungen seiner Generation - das Leiden am Scheitern der Französischen Revolution, die Heuchelei der Gesellschaft nach dem Wiener Kongress - prägten Byrons Werk ebenso wie die Widersprüchlichkeit seiner Persönlichkeit: Er war radikaler Republikaner, verachtete aber zugleich die "Pöbelherrschaft", Egozentriker und Altruist, Kirchenfeind und Sympathisant der katholischen Kirche, Dandy und Einsamer. Der von tief empfundenem Weltschmerz geprägte "Byronismus" fand zahlreiche Nachahmer und Bewunderer (R Goethe, Heinrich R Heine, Alexander R Puschkin). Biografie: H. Müller, Lord Byron, 1981 (rm 50297).