Empfehlung an Kaufinteressierte:
Man höre sich die Clipbeispiele genau an und achte auf das Klangbild bzw. die Aufnahmetechnik!
Diese banale Empfehlung ist bei diesem Set m.E. unbedingt nötig.
Es gab Kritiken dieser Aufnahmen, in denen das Klangbild positiv bewertet wird (Tendenz: entschlackter, unparfumierter Fauré).
M.E. und für meinen Geschmack ist das aber nicht unbedingt ein Resultat der Interpretations- oder Spielweise, sondern vor allem ein aufnahmetechnischer Mangel.
Der beteiligten hochklassigen Musiker wegen war ich gespannt, wie sie Fauré gestalten würden, und hatte ich einige Erwartungen und Hoffnungen auf diese CDs, die ich vor allem wegen des Klaviertrios und der Klavierquartette und -quintette gekauft habe (mit den Violin- und Cellosonaten hab ich's nicht so).
Ausgerechnet bei diesen (CDs 3-5) ist die Aufnahmequalität schwankend und meines Erachtens mangelhaft.
Die Instrumente sind unklar im Raum verteilt. Der Flügel scheint weit hinter den Streichern positioniert zu sein, klingt blechern und hallig, als stünde er in einem viel grösseren Raum als die Streicher, die wiederum flach, hart und sehr trocken klingen. Teils klingt das wie verfremdet und nicht authentisch. Die Balance zwischen beiden stimmt auch nicht, das Klavier kommt teils nicht angemessen zur Geltung. [Vorbeugende Bemerkung: nein, das ist nicht eine Frage der Qualität der Stereoanlage!]
Über das (durchaus) beherzte Spiel der Musiker möchte ich mich gar nicht gross auslassen, weil mir der Hörgenuss durch das karge, blutarme, öde, miese Klangbild zu sehr eingeschränkt ist. So macht das keinen Vergnügen. Dabei ist es übrigens egal, welcher Pianist oder Streicher gerade im Einsatz ist, es ist bei allen gleich - wohl also vom Tontechniker so 'bearbeitet'. (Mir fiel auf, dass die Aufnahme des Streichquartetts etwas saftiger klingt - ein Blick ins Booklet zeigt: für dieses eine Stück war ein anderer Tontechniker verantwortlich als für die übrigen Aufnahmen. Zufall?)
Meine Motivation, mich auf die musikalisch-interpretatorischen Aspekte der Aufnahmen einzulassen, wäre sicher grösser, gäbe es nicht von den Klavierquartetten und -quintetten die schönen Aufnahmen mit Pascal Rogé und dem Quatuor Ysaye, mit denen ich bisher wunschlos glücklich war.
Schade: ich hätte gerne gewusst, was die Capuçons etc. für neue, andere Aspekte Faurés dargestellt hätten - aber bitte mit einer aufnahmetechnisch Aufnahme, die ihrem Ansehen und Rang angemessen ist.