Das Jahr 1815 markiert einen tiefen Einschnitt in der Geschichte Sachsens. Auf dem Wiener Kongress werden Land und Armee geteilt. Sachsen verliert seine bisher so einflussreiche Stellung in Deutschland und Europa. Der in diesem Jahr vollzogene Beitritt zum neu gegründeten Deutschen Bund ermöglicht jedoch durch eine Politik der Selbstbescheidung eine wirtschaftliche Erholung, kulturelle Blüte und Teilhabe des Bürgertums an den liberalen und vordemokratischen Strömungen dieser Zeit.
Der stark verkleinerten und mehrfach reorganisierten Armee ist für drei Jahrzehnte eine Phase der Konsolidierung vergönnt. Nach den Vorgaben der Regierung wächst sie in die mit der neuen Verfassung von 1831 sich verändernden politischen Verhältnisse hinein, ohne an den geistigen Strömungen des liberalen Bürgertums aktiv Anteil zu nehmen. So bleibt sie bei den revolutionären innerstaatlichen Unruhen 1845 und 1848?/49 der einzige wirkungsvolle Ordnungsfaktor im Lande und verhindert den Regierung und König drohenden Umsturz. Ihre wieder erlangte Leistungsfähigkeit stellt die Armee bei den Bundesexekutionen gegen Dänemark 1849 und 1864 unter Beweis.
Der bewegte Verlauf dieser Epoche wird in dem vorliegenden zweiten Band des Leipziger Militärhistorikers Gülich - Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr - in der detaillierten Darstellung eines halben Jahrhunderts sächsischer Militärgeschichte wieder lebendig und zeigt die innere Entwicklung der sächsischen Armee ebenso wie ihre Teilnahme an den militärischen Auseinandersetzungen dieser Jahre.