Ein Ryokan ist die klassische Form eines Hotels in Japan. Ursprünglich wohl eher für die Übernachtung von Wanderern gedacht, hat sich das Ryokan dann irgendwann zu einer stark ritualisierten Form des Hotelaufenthalts entwickelt, mit kleiner Teezeremonie zu Beginn, aufwendigem Essen, Futonaufbau auf Tatamimatte und reichhaltigem Frühstück. Und einem wunderbaren, japanischen Bad zwischendrin.
Nun verändert sich Kultur ja immer weiter, und auch die Hotels und ihre Services ändern sich durch die Jahrzehnte. Das besondere in Japan scheint mir aber zu sein, dass man irgendwie trotzdem bei seiner Tradition bleibt. Altes wird erhalten, neues wird an das alte angepasst. Die Ryokan sind ein wunderbares Beispiel dafür. So hat man alte, nach Zen-Prinzipien eingerichtete Räume, dann aber auch Spa-Einrichtungen, die alles technisch und ästhetisch Machbare dann auch umsetzen.
Im Buch sind etwa drei Dutzend der schönsten Ryokan aus ganz Japan dargestellt. Schwerpunkt sind eher Photos als die Texte. Man erhält die Highlights japanischer Innenarchitektur für Bad und Wohnen in den Händen. Wunderbare Gärten und ein bisschen Foodporn - also Bilder von Speisen und Geschirr - sind auch enthalten. Jeder Ryokan wird dabei auf vier bis sechs Seiten dargestellt. Adressen und eine kurze Wegbeschreibung sind ebenfalls enthalten. Aussagen zu den Englischkenntnissen des Services fehlen allerdings meist, das kann ein praktisches Problem bei einem Aufenthalt werden, sofern man nicht selbst diese wunderbare Sprache beherrscht. Dafür ist aber eine gute Übersicht über die typischen Abläufe bei einem Besuch des Roykan den Beschreibungen vorangestellt.
Ich selbst konnte zwei der abgebildeten Ryokan schon einmal besuchen. Natürlich kann das Buch diese Erfahrung nicht wiedergeben. Aber eine schöne Erinnerung oder eine Anregung für spätere Besuche erhält man natürlich schon.