Russlands hoher Norden
Dirk Sager wagt die Reise quer durch den norden Russlands. Von St.Petersbug nach Murmansk, weiter zum Polarmeer, um schließlich im äußersten Osten Russland im Nebel auf einer kleinen Insel zu stehen. Die Insel Großer Diomed liegt nur 4 Kilometer von der amerikanischen Grenze entfernt und Ausländer, noch dazu Journalisten sind auf dieser Insel nicht erwünscht. Er beschreibt die Mühen einer solchen Reise sehr anschaulich, wenn er mit poetischen Worten die wilde Schönheit eines Schneesturms beschreibt, aber auch die russische Seele kommt nicht zu kurz. Doch was ist die russische Seele? Sind es die alten Frauen, die versuchen ein paar Nüsse an den Mann zu bringen? Oder doch mehr der Offizier, der erteilte Drehgenehmigungen einfach ignoriert? Aber auch interessante historische Details gibt der Autor zum Besten.
Mit Dirk Sager lernt man die Menschen kennen, die in diesem eigentlich unbewohnbaren Teil leben. Zum Beispiel Sergej, den die Aussicht auf reichen Verdienst in den Norden lockte. Nach den Inflationswellen der neunziger Jahre haben die meisten Menschen jenseits des Polarkreises nicht mehr als zum überleben. Man spürt richtig die wahrscheinlich alle Russen vereinende Gabe, nicht änderbare Dinge mit Langmut hinzunehmen.
Es ist ein schroffes land mit bewundernswerten Menschen. Peter der Große schuf hier sein Riesenreich, Stalin baute hier seine Gulag und mutige Seefahrer wagten den riskanten Durchbruch zum Pazifik.