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Russland mit und ohne Seele
 
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Russland mit und ohne Seele [Gebundene Ausgabe]

Susanne Scholl
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
  • Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 3., Aufl. (29. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902404744
  • ISBN-13: 978-3902404749
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 15 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 163.771 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Russland mit und ohne Seele ist eine introspektive Retrospektive, eine Sammlung von philosophischen, teifenpsychologischen Gedanken über eine teilweise zerfallende, zersplitternde Großmacht. Die sensiblen, detailliert recherchierten Porträts der Protagonisten an der Spitze und der Basis des Staates stellen den Versuch dar, zu erklären. (...) Hinter der subjektiven Auswahl liegt stets eine Objektivierung, eine Relativierung öffentlicher und inoffizieller Wahrheiten. Einschränkungen geografischer, sprachlicher wie auch medialer Natur beschreibt Scholl subtil in an Fabeln erinnernden Geschichten über Nostalgie, Traditionalismus, Menschenrechtsverletzungen und Pressefreiheit, Nationalismus und private Refugien. Scholls Buch ist ein persönlicher Versuch, dieses Land, seine Menschen, trotz aller Repressalien, verständlich zu machen, in Kontext zu setzen, mit der Vergangenheit und Zukunft. --Der Standard, 02.09.2009

"Die Auslandskorrespondentin ist nicht nur einfach da - zumeist in Moskau -, sie ist präsent. Unaufgeregt, sachlich, mutig, politisch versiert, aber stets auf Augenhöhe mit jenen Menschen, die Politik nicht machen, sondern von ihr gemacht werden. Susanne Scholl macht Geschichte, die sich ja meist in der Vergangenheit oder in der Zukunft ansiedelt, gegenwärtig und greifbar." --Kurier, 30. 08. 2009

Kurzbeschreibung

Russland – Nicht für Menschen gemacht?

Wenn man in Moskau lebt, aber kein Moskauer ist, wird man im Westen ständig mit der Frage nach der sogenannten russischen Seele konfrontiert. Die gibt es zwar ebenso wenig, wie es eine österreichische oder französische Seele gibt. Als Klischee muss sie aber trotzdem jederzeit als Erklärung dafür herhalten, was man nicht so wirklich erklären zu können glaubt: das Wesen Russlands nämlich.

Aber auch Russland selbst liebt das Klischee und antwortet der westlichen Frage nach der russischen Seele gerne mit dem berühmten Zitat des Dichters Fjodor Tjutschew, das da lautet: „Russland kann man mit dem Verstand nicht begreifen, an Russland kann man nur glauben.“

Nach fast zwei Jahrzehnten in Moskau kommt Susanne Scholl zu dem Schluss, dass beides falsch ist. Und macht sich in Gesprächen mit Freunden und Bekannten, bei zufälligen Begegnungen und mit langjährigen Wegbegleitern auf die Suche nach einem etwas realeren Russland-Bild. Nicht die große politische Analyse ist es, die sie interessiert, sondern die Frage, wie die Menschen in diesem Land leben, das nie das Mittelmaß findet. Alltagsgeschichten stehen neben geschönten Erinnerungen Prominenter – und am Ende stellt sich Russland dann hoffentlich doch etwas weniger bedrohlich unverständlich dar als bisher.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Leben der anderen Russen 12. September 2009
Von junior-soprano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Zwei Anekdoten über Russland wusste ich bereits vor der Lektüre von "Russland mit und ohne Seele", sie wurden in diesem Buch der österreichischen Autorin Susanne Scholl bestätigt. Die Kurzform von Alexander ist Sascha. Und in jedem russischen Pass stehen Nationalität und Staatsangehörigkeit. Bei den Menschen, die als Deutsch-Russen bezeichnet werden, obwohl sie oft aus Kasachstan und nicht aus Russland kamen, stand als Nationalität Deutsch und als Staatsangehörigkeit Kasachisch, Russisch oder woher auch immer sie kamen. Das es auch die Nationalität Jüdisch gibt, ist aus Sicht heutiger, deutscher Leser sicherlich etwas befremdlich. Überhaupt soll in Russland ja alles ganz anders sein, die ORF-Reporterin Susanne Scholl schildert ihre Gedanken über die "russische Seele", die im Westen so oft zitiert wird.
Gut 20 Jahre hat Scholl in Moskau gelebt. Ihre Interviews, zum Großteil mit Frauen, schildern zumeist Schicksale in der Sowjetunion und weniger im heutigen Russland. Die Geschichten ähneln sich sehr oft, fehlende Väter, beengte Wohnverhältnisse und schlechte berufliche Möglichkeiten trotz guter Ausbildung verbinden viele der Frauen. Einige Künstler und Intellektuelle sind unter den Interviewten und deren Leben erinnern oft stark an den deutschen, Oscar-prämierten Film "Das Leben der anderen". Das Russland-Bild in diesem Buch ist also überwiegend trist und abschreckend. Zu Sowjetzeiten sei es nicht besser gewesen als in Putins- und Medwedews-Russland, aber zumindest einfacher, so erzählen es viele der befragten Personen in diesem Buch. Die kargen Wohnungen wurden zugeteilt, oft lebten Familien in 1-Zimmer-Wohnungen und wer Pech hatte wurde für einen Arbeitsplatz in einen entlegenen Winkel des riesigen sowjetischen Reichs geschickt.
Ein Künstler, den Scholl interviewt hat, findet ein anschauliches Bild: das heutige Russland ist ein Zug der rückwärts fährt, da das Gleis umgestellt wurde, kann er nicht zurück zum Bahnhof Sowjetunion, er rollt in eine andere Richtung. Aber eben zurück.
Es ist geradezu Werbung für dieses Buch was Präsident Medwedes in diesen Tagen getan hat, als er die Rückständigkeit und mangelnde Eigeninitiative des russischen Volkes öffentlich kritisierte.
Sicher kann und soll Scholls Buch kein Geschichtsbuch und keinen Reiseführer ersetzen. Hier werden auch keine besonders schillernden Menschen präsentiert, wie ab und an im Weltspiegel, sondern (er)nüchtern(d) alltägliche Geschichten erzählt. Und es ist sehr interessant über den Umgang mit Geschichte (etwa der zaghaften Aufarbeitung der Stalin-Zeit), die schwierige Arbeit von Journalisten (Kolleginnen von Anna Politkowskaja) und andere grosse Themen zu lesen. Kleine persönliche Anekdoten lockern das Buch etwas auf. Und manchmal erinnert sich die Autorin, bei all ihren Schilderungen der schlechten Seiten Russlands, seien es Fremdenfeindlichkeit oder Verkehrschaos, an die schönen Seiten dieses Landes, etwa die märchenhaft schönen Seiten von St. Petersburg und Moskau und hilfsbereite und gastfreundliche Menschen.
Auffällig ist, dass Susanne Scholl überwiegend mit älteren Menschen gesprochen hat, zumeist mit Frauen, und von denen wiederum mehrere die von ihren Männern für jüngere Geliebte verlassen wurden. Und wenn sich die Autorin dann über die Unhöflichkeit der russischen Mitfahrer, die ihr nicht helfen ihren schweren Koffer in den Zug zu heben, wirkt es so als ob die Autorin generell eher eine negative Sichtweise auf das Leben hat. Unhöfliche Menschen gibt es auch im höflichen Wien oder im sonnigen Italien. Und ältere, enttäuschte Menschen haben oft eine weniger optimistische Weltsicht. Fremdenfeindlichkeit und soziale Kälte ebenfalls. So viel anders scheint Russland dann doch nicht zu sein. Aber obwohl man nach der Lektüre dieses Buchs froh ist in Deutschland zu leben, bleibt doch der Wunsch noch mehr über Russland zu erfahren, denn spannend ist es doch was die Autorin schreibt.

Unterm Strich ist Russland mit und ohne Seele ein interessantes, wenn auch etwas einseitiges Buch, das sich sehr flüssig liest, allerdings wenig Neues über Russland bietet. Es lohnt sich aber dieses 188-seitige Buch aus dem Jahr 2009 zu lesen, um andere Facetten Russlands kennenzulernen, als sich immer nur auf die reichen und berühmten, die mächtigen und einflussreichen Russen zu konzentrieren.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
"Nicht für Menschen gemacht", mit diesen Worten brachten Interviewpartner, Freunde und Kollegen Susanne Scholls ihre ganz persönlichen Eindrücke immer wieder auf den Punkt. Dieser irritierenden und zugleich faszinierenden Beschreibung der russischen Seele geht Scholl, die Ende September 2009 in den Ruhestand treten wird, in ihrem letzten Werk als ORF-Russlandkorrespondentin nach. Anstatt ihrer eigenen Memoiren erzählt die profunde Russlandkennerin lieber die Lebensgeschichten anderer Menschen nach, um durch diese ein differenziertes Bild der russischen Gesellschaft zu entwerfen.

Natürlich und um pedantischen Kritikern gleich vorzugreifen sind die von Scholl vorgestellten Personen kein demografischer Querschnitt der Gesellschaft, doch dessen ungeachtet besitzen die von ihr zusammengetragenen Lebensgeschichten repräsentativen Charakter. Sie zeigen ein Leben abseits von Kreml und politischem oder humanitärem Engagement. Und vielfach wird dabei auch ein Ausflug in die Zeiten der UdSSR unternommen, wo das moderne Russland schließlich seine Wurzeln hat und seine Bewohner aufgewachsen sind.

Oft märchenhaft, doch auch immer wieder provinziell sowjetisch und trotzdem eindeutig eine Weltmetropole, so präsentiert Susanne Scholl ihren Lesern das pulsierende Moskau und genau diese Gegensätze finden sich auch im Rest des Landes. Trotz wirtschaftlichen Boom und Aufschwung, finden sich jedoch auch entsprechende Schattenseiten von Antisemitismus bis zum offenem Rassismus nationalistischer Gruppen, denen es zuzuschreiben ist dass die Bezeichnung von Kaukasiern als "Personen kaukasischer Nationalität" längst zum Schimpfwort avanciert ist. Auch davon weiß Susanne Scholl eindrucksvoll zu berichten, kennt sie doch Betroffene, während uns Ausländern die Sicht auf solche Probleme sonst verstellt sein dürfte, denn gegenüber Fremden präsentieren sich natürlich auch die Russen gerne anders. Als langjährige Russlandkennerin lässt sich Scholl jedoch nicht beirren und zeigt auf, warum so mancher Bewohner des größten Staats der Erde denkt dieser sei nicht für Menschen oder zumindest die deutlich weniger Vermögen besitzenden gemacht.

Mittels der zahlreichen Beispiele von Alexej Simonow, Ljudmila Ulitzkaja, der Übersetzerin Swetlana bis Julia Chrustschowa und Alla Gerber bezeugt "Russland mit und ohne Seele" die sozialen Probleme des Landes und seiner Menschen. Diese fangen bereits in der Familie an, wo Kinder oft genug ohne Väter aufwachsen müssen, was Scholl zur Überlegung verleitet ob man die russische Gesellschaft denn nicht als eine vaterlose beschreiben könnte. In so manchen Fällen fehlt jedoch auch der Vater und es ist schon eher eine elternlose Gesellschaft, in der sich die Großeltern um ihre Enkel kümmern müssen. Dieses Russlandbild mag manchmal trist wirken, doch ganz am Ende zeigt sich verkörpert durch den jungen Computerfachmann Oleg, als Vertreter einer neuen Generation, so etwas wie Hoffnung, dass Russland die Altlasten der Sowjetzeit eines Tages hinter sich lassen und einen neuen Aufbruch feiern kann.

Schade dass Susanne Scholl ihren Posten in Moskau räumen wird, doch es bleibt die Hoffnung dass ihre Russland-Expertise dennoch erhalten bleibt. Ihr Abschiedswerk ist trotzdem kein wehmütiges, wenngleich auch manchmal trist wirkendes. Vielmehr ist es eben menschlich und zeigt jene Geschichten, die es nicht in die regelmäßige Russlandberichterstattung schaffen, weil viel zu wenig originell. Darin liegt nun allerdings die Bedeutung des vorliegenden Werks, denn es präsentiert nicht einzigartige Biografien, sondern solche die es als völlig gewöhnliches menschliches Schicksal in tausendfacher Ausführung gibt.

Fazit:
Ein sehr lebendiger Einblick in die Seele des modernen Russlands und seiner Bewohner.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Über Russland existieren seit Jahrhunderten zahllosen Klischees. Vor allen Dingen ist immer wieder die Rede gewesen von einer besonderen Seele Russlands.

Susanne Scholl, die seit zwei Jahrzehnten für das ORF mit einigen kurzen Unterbrechungen aus Russland berichtet und dort unzählige Freunde gefunden hat, geht in ihrem neuen Buch unter anderem der Frage nach, ob es eine solche russische Seele gibt. Viele Gespräche hat sie geführt mit Freunden und Bekannten, mit Menschen, denen sie zufällig begegnet ist und mit langjährigen Wegbegleitern.

Dabei hat sie, anders als in ihren politischen Reportagen für den Funk und das Fernsehen nicht die große politische Analyse und Perspektive interessiert, sondern einzig und allein die Frage, wie die Menschen in diesem weiten und schier endlosen Land heute leben, ein Land, "das nie das Mittelmaß findet."

Sie erzählt Alltagsgeschichten von einfachen Frauen und Männern und stellt sie direkt neben die aufgeplusterten Erinnerungen von Prominenten.
Heraus kommt ein spannendes und gut lesbares Buch, das dem Leser eine neue Sicht auf ein Russland gibt, dass vielleicht doch mehr verstanden werden kann, als man bisher dachte. Niemand, auch die Autorin nicht, kann sagen, wie es mit diesen Land weitergehen wird. Doch es ist nicht zu übersehen, dass sie, wie so viele andere, große Hoffnungen in die jüngere Generation setzt. Möge sie recht behalten.
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