Drei russiche Violinkonzerte von einer jungen deutschen Geigerin: Vielleicht die ansprechenste Neuerscheinung im Herbst. Da ist zum einen das Chatschaturjan Konzert, welches unter allen Solo-Konzerten im 20. Jahrhundert eine besondere Rolle einnimmt. Und diese Rolle hat es zurecht, und das dokumentiert die CD. Es kommt dem Anspruch des Publikums in jeder hinsicht nach: es reißt mit (Rhyhthmik), es packt den Hörer (unheimlicher melodischer Reichtum) Das alles ist trotz der Moderne dieses Werkes, auch für den in modernen Werken ungeübten oder vorsichtigen Hörer ein absoluter Musikgenuss. Gerade in dieser Aufnahme paart sich die vorhandene rhythmische Energie hervorragend mit klanglicher Brillanz. Ebensolches ist über das Schmuckstück "Prokofiew Violinkonzert" zu sagen, das hier in wirklich in bester romantischer Violinkonzerttradtion gespielt wird. Besonders bemerkenswert hier ist zum einen die technische Perfektion der erst 21jährigen Solistin und der bis ins Detail ausgearbeitete Orchesterpart, der durch Präzision und Intonationsstärke besticht. Ergänzt werden diese 2 "modernen" Violinkonzerte durch das Glasunov Konzert, schönste, spätromantische Klangfarben sowohl in der Solo-Violine als auch im Orchester hervorzaubert, in die man wunderbar beim Hören dieser Cd eintauchen kann.
Insgesamt muss man sagen: grandiose Debüt Leistung von Julia Fischer, großartige CD Disposition (diese 3 wunderschönen Konzerte vereint) und einmalige Symbiose zwischen einer jungen Solistin, die mit allen Wassern der neuen Virtuosengeneration gewaschen zu sein scheint und dem Orchester, in dem man die russische Seele noch spürt! Gratulation!