Eine Reise ins Reich des Bösen? Schon 1947 waren die Vorurteile der Amerikaner gegen die UdSSR und die Russen im Besonderen so weit und so groß wie die Rocky Mountains lang sind. Das Buch RUSSISCHE REISE ist aber insbesondere deshalb besonders, da es zwei Journalisten und ein Photograph sind, welche unvoreingenommen wissen wollen was den durchschnittlichen Russen antreibt, was er ist, ob er lacht und wie er lebt. Das Buch versammelt Geschichten, ist selbst Geschichte und wirft den Leser in eine Zeit, kurz nach dem Krieg, die so unwirklich erscheint, dass sie wahr sein muss. 1947 zwei Jahre nach dem Krieg erleben wir somit eine Hauptstadt und das russische Reich in einer Art und Weise die fast schon anheimelnd wirkt.
Lassen Sie es mich vorweg nehmen, Russen sind auch nur Menschen, 1947 ebenso wie 2011, ich war schon öfters in Russland und es ist definitiv anders als Deutschland, wenn sie aber mit Russen sprechen merken sie das auch diese ganz normale Bedürfnisse haben und ein Recht auf ihr eigenes und selbstbestimmtes Leben.
Des schien 1947 nicht ganz so der Fall gewesen zu sein, zu groß die Vorurteile und zu groß der Abstand zwischen Westeuropas und den USA und der UdSSR. Doch weit gefehlt, es gab auch dort Essen, Getränke, es wurde gefeiert und es wurde geliebt, es wurde gestorben und gebaut. In Russland eröffnete sich den Journalisten ein Reich des Bösen das ganz normal schien, bis auf die Planwirtschaft und die Wechselkursprobleme.
Die Journalisten wollten wissen was den Bürger der UdSSR antreibt, wie er seinen Tag verbringt und was man dort erleben kann, wenn man die Menschen beobachtet. Unübersehbar die Hinterlassenschaften des Krieges, unüberhörbar der Verlust von so vielen Männern, unüberschaubar so viel Aktivitäten die aufzeigten wie kreativ die UdSSR und ihre Bürger sein konnten.
Das Buch RUSSISCHE REISE von John Steinbeck mit Photographien von Robert Capa gibt vieles preis, zeigt die Unterschiede aber auch vieles Gemeinsames auf. Letztendlich zeigt es, dass auch Russen Menschen sind, das Politik überall aber nicht alles ist - das das Leben einen Weg findet, auch nach dem Krieg und den vielfältigen Verlusten.
RUSSISCHE REISE von John Steinbeck hat mich beeindruckt, denn ich durfte mich Dank dieses Buches in der Zeit zurück bewegen und eine Stadt und deren Umgebung erleben die ich persönlich sehr schätze aber die ich auch wegen des heutigen Verkehrs dort verabscheue (12 Millionen Autos tagtäglich rein und raus), die eine lange Geschichte hat und von Menschen bewohnt wird und wurde wie Du und Ich.
Empfehlenswert!