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Russische Literaturgeschichte. 4 CDs.
 
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Russische Literaturgeschichte. 4 CDs. [Audiobook] [Audio CD]

Ralph Dutli
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Hörbuch Hamburg; Auflage: 1., Aufl. (18. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899031288
  • ISBN-13: 978-3899031287
  • Größe und/oder Gewicht: 13,8 x 12,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 997.690 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Russische Literatur lässt an Größen wie Puschkin, Tolstoj und Dostojewski denken, an Nabokov, Solschenizyn, auch an die Zeitgenossen Sorokin oder die Daschkowa. Nicht selten werden auch viel bemühte Klischees assoziiert. Wer mehr wissen möchte, sollte sich von diesem Hörbuch, das es übrigens nur in dieser Form und nicht gedruckt gibt, durch 1000 Jahre russische Literatur führen lassen. Ralph Dutli, anerkannter Kenner russischer Literatur und Mandelstam- Experte, spannt mit seiner „Erzählerstimme“ einen weiten Bogen. Leicht verständlich bietet er eine Fülle an Informationen über Autoren, ihre Werke, Biografien und stellt interessante Querverbindungen her, zeigt Einflüsse auf. Ab und an würzt er seine Ausführungen mit köstlichen Spitzen auf unseren modernen Lebensstil und stellt manche Selbstverständlichkeit in Frage. Original-Zitate aus den Werken tragen Bernt Hahn und Sylvia Heid vor.

Wie ein roter Faden zieht sich durch russische Literatur der Wechsel von staatlicher Zensur und Tauwetter. Dass das Tauwetter immer nur von kurzer Zeit ist, zeigt sich aktuell wieder einmal. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb Literatur hier häufig besonders intensiv ist. Russische Literatur ist immer geistiger Widerstand, Utopie, Träumen von Erlösung und grenzenlose Zärtlichkeit.

Die akustische Reise ist in vier Abschnitte, jeweils eine CD, unterteilt. Sie beginnt beim „Igor- Lied“ und geht bis zur „Goldenen Ära“ Alexander Puschkins, des Dichters, der die Welt auf die russische Literatur aufmerksam machte, und bis zu Nikolaj Gogol, dem Vater der modernen Prosa. Es folgen die großartigen kulturellen Leistungen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: die Werke von Fjodor Dostojewski, Iwan Turgenjew, Iwan Gontscharow und des Giganten Lew Tostoj. Anton Tschechow schließt diese Periode ab.

„Mythen der Moderne“ überschreibt Dutli die literarische Epoche vom Ende des 19. bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Der Symbolismus Baudelaires und Verlaines übte auf die Schriftsteller eine große Faszination aus. Akmeismus und avantgardistischer Futurismus sind die Säulen der modernen Poesie. Nach dem Oktoberumsturz geht Marina Zwetajewa ins Pariser Exil, Anna Achmatowa und Ossip Mandelstam ziehen sich ins innere Exil zurück. Für die Prosa jedoch waren die zwanziger Jahre eine unglaublich fruchtbare Zeit. Man experimentierte und überschritt Grenzen: das „Silberne Zeitalter“ der russischen Moderne entstand. 1920 erschien der Roman „Wir“ von Jewgeni Samjatin. In dieser Anti-Utopie warnt der Autor vor Totalitarismus und dem Untergang alles Individuellen; Aldous Huxley und George Orwell wurden davon stark beeinflusst! In diese Epoche gehören auch die Stalin-Opfer. Die Liste ist lang: Isaak Babel, Boris Pilnjak, Daniil Charms sind nur einige. Auch der Lyriker Mandelstam musste für seine Dichtung mit dem Tod bezahlen. Marina Zwetajewa erhängte sich. Mit dem berühmten Vladimir Nabokov endet diese Epoche.

Stalins Tod (1953) brachte eine kurze Verschnaufpause, doch die Zensur ging weiter. Der bekannte Roman „Doktor Schiwago“ von Pasternak konnte nur im Exil, in Italien, erscheinen. Und der Staatsfeind Solschenizyn wurde ins Lager geschickt, der große Joseph Brodsky wurde ausgewiesen. Als Gorbatschow 1985 die Bühne betrat, kehrten die Avantgardisten und Exilanten zurück. Vergangenheitsbewältigung hieß jetzt auch, dass großartige Bücher zum ersten Mal in Russland veröffentlicht wurden. In wenigen Jahren musste die russische Literatur alle Tabubrüche nachholen. Vladimir Sorokin, der Schocker, entlarvte in seinem „Roman“ die Sprache als Hure. Viktor Pelewin ist dem Zeitgeist mit seinem Konsumwahn auf der Spur, Ljudmila Ulizkaja beschreibt Familiendramen. Auch Oleg Jurjew, in Frankfurt lebend, zählt zur neuen russischen Literatur Und natürlich die ganze Krimi-Flut. Fazit: Nach diesem akustischen Rundgang ist man wirklich gespannt, wie es weitergeht.

Original-Lesung, Spieldauer: ca. 272 Minuten, 4 CD. Mit Booklet.
-- culture.text

Kurzbeschreibung

Nach dem großen Erfolg von „Erzählte Literaturgeschichte. 250 Jahre deutsche Literatur“ erscheint jetzt zum Buchmesse-Schwerpunkt Russland ein leichtfüßiger Führer durch die weiten Räume der tausendjährigen russischen Literatur – ungewohnt, witzig, informativ – ein Original-Hörbuch, das es gedruckt nicht gibt.

Keine Kultur ist derart von Klischees zugepflastert wie die russische. Doch was sich hinter ewigem Frost und Wodka, Rasputin und Väterchen Stalin auftut, ist eine literarische Landschaft von ungeahnter Weite und Vielfalt. Der beste Weg, Rußland zu verstehen, führt noch immer über seine reiche Literatur. Neben den ehrfurchterregenden Giganten Tolstoj und Dostojewski gibt es seit je wunderbare Erzähler und hinreißende Dichter, die abgründige Magie der Märchen, die verblüffende Weisheit der Sprichwörter und Legenden. Ralph Dutli führt auf seinem Rundgang durch die russische Literatur ein in die Wunder einer Welt, die man nie ganz verstehen, an die man „nur glauben“ kann, wie ein Dichter des 19. Jahrhunderts behauptete.

CD 1: Wirklich wie im Märchen / Vom „Igor-Lied“ bis Puschkin und Gogol CD 2: Die Gaben der Giganten / Von Dostojewski und Tolstoj bis Tschechow CD 3: Die Mythen der Moderne / Vom Symbolismus bis zur späten Achmatova und Nabokow CD 4: Dissidenz und Underground / Von Solschenizyn bis Sorokin


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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Wenigstens eine CD fehlt, 10. März 2004
Von 
R. Patzig "Richard" (Thüringen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Russische Literaturgeschichte. 4 CDs. (Audio CD)
Dem Hörbuch fehlt wenigstens eine CD. Die vorhandenen 4 sind es aber ohne Zweifel wert, gehört zu werden. Warum Dutli nahezu vollständig auf die Betrachtung der sowjetrussischen Literatur verzichtet, kann ich nur spekulativ bewerten. Für mich persönlich ist es ein schwerwiegendes Manko, da gerade diese literarische Epoche einen Schlüssel für den Aufstieg und das Scheitern der kommunistischen Vision liefern könnte.

Folgende Autoren der russischen Literatur werden im Hörbuch nicht einmal erwähnt: Maxim Gorki, Alexej Tolstoi, Michail Scholochow, Juri Trifonow, Wladimir Tendrjakow, Anatoli Pristawkin, Daniil Granin, Konstantin Simonow, Wassil Bykau, Ales Adamowitsch, Wassili Grossmann. Folgende Autoren werden nur kurz erwähnt: Ilja Ehrenburg, Konstantin Paustowski, Wassili Schukschin, Andrej Bitow und Tschingis Aitmatow. Ein Slawist meinte, das sei ignorant und die typische Sicht des deutschen "West"-Slawisten. Ich meine: Dutli weicht der Auseinandersetzung mit der sowjetrussischen Literatur aus. Das ist für einen Kenner der russischen Literatur nicht mit Unkenntnis zu entschuldigen. Hier wird der Autor seinem Anspruch, einen Überblick über die russische Literaturgeschichte zu geben, in keiner Weise gerecht.

Dass Dutli sein Metier sonst sehr gut beherrscht und unterhaltsam sowie mitreißend darzustellen weiß, demonstriert er an den anderen Epochen russischer Literatur. Der Hörer erfährt geschichtliche Zusammenhänge, persönliche Schicksale und Wirkung dieser Autoren. Hier sind sie alle versammelt, L. Tolstoi, A. Tschechow, F. Dostojewski, N.Gogol,... Besonders interessant für mich ist die Darstellung der russischen Literatur in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts anhand der persönlichen Schicksale Babels, Majakowskis, Zwetajewas, Jessenins, Pilnjaks, Platonows u.v.a.

Um so deutlicher empfinde ich dann das Fehlen der eingangs genannten Autoren. So bleibt eben unklar, warum Solshenizyn nach seiner Rückkehr nach Russland kein nationaler Held wurde und Aitmatow im heutigen Russland zum Teil deutliche Missachtung erfährt. Die Überbeachtung der (un)ästhetischen Experimente Sorokins ist die literaturtheoretische Folge von Dutlis Scheu, sich mit der russischen Literatur in der Sowjetunion und Ihrer gesellschaftlichen Grundlegung auseinanderzusetzen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Anmerkungen zum Vorrezensenten, 26. Dezember 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Russische Literaturgeschichte. 4 CDs. (Audio CD)
Ralph Dutlis Gang durch die russische Literatur ist sicher nicht vollständig, aber rund - eine wunderbare Einführung in ein großes Thema! Von Afanassi Nikitin bis zu Viktor Pelewin wird ein (nicht nur) literarisches Jahrtausend durchschritten, sprachlich elegant und angenehm von Dutli selbst gelesen.

Nicht verständlich scheint mir die pauschale Aussage des Rezensenten "ralphpatzig", Dutli würde auf die Betrachtung der sowjetrussischen Literatur verzichten. So hört man auf CD 4 ( Dissidenz und Underground) bpsw. von der "Einheitsbrühe" des "sozialistischen Realismus", von Schriftstellern, die Opfer von Verhaftungen, Prozessen, Arbeitslagern wurden, von der großen (und enttäuschten) Hoffnung ins "Tauwetter", von Exilliteratur ("Samisdat" und "Tamisdat"), von der "unorthodoxen Dissidenz" Sinjawskis, der "ästhetischen Dissidenz" eines Abram Terz, den "monumentale Memoiren" Ehrenburgs, nicht zuletzt vom staatlichen Antisemitismus (in) der Sowjetunion und: Der von "ralphpatzig" vermisste Wassili Grossman und sein großartiger Roman "Leben und Schicksal" wird ebenfalls ausführlich gewürdigt (- "das Buch wurde verhaftet"). Mit welcher Berechtigung dies als "ignorant und die typische Sicht des deutschen "West"-Slawisten" bezeichnet wird, erschließt sich mir nicht.

Mir aber bleibt nur das Bedauern, dass es das Hörbuch nicht auch in gedruckter Form gibt!


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